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Boeing-Ingenieure und Techniker billigen Vierjahresvertrag mit durchschnittlich 32 Prozent mehr Lohn

Die größte Angestelltengewerkschaft von Boeing, SPEEA, hat am Donnerstag einen Vierjahresvertrag gebilligt, der den Lohn über vier Jahre im Schnitt um 32 Prozent erhöht. Allerdings sind 2 Prozent jedes jährlichen Lohntopfs variabel. Zuvor hatten die Mitglieder einen Streik genehmigt.

WirtschaftErklärtDr. Miriam SeidelVeröffentlicht: 5. November 20263 Min. LesezeitQuellen 30
Boeing-Ingenieure und Techniker billigen Vierjahresvertrag mit durchschnittlich 32 Prozent mehr Lohn

Die Abstimmung

Die SPEEA, die Society of Professional Engineering Employees in Aerospace und größte Angestelltengewerkschaft von Boeing, teilte mit, ihre Fachgruppe habe dem Abschluss mit 67,6 Prozent zugestimmt, bei 7.895 Ja-Stimmen und 3.780 Nein-Stimmen. Die technische Gruppe mit rund 4.000 Analysten, Technikern, Planern und Spezialisten stimmte mit 53,5 Prozent zu, bei 2.061 Ja-Stimmen und 1.793 Nein-Stimmen. Boeing erklärte, man sei „mit dem Ergebnis der Abstimmung zufrieden“. Die Aktie stieg am Donnerstag nach Bekanntgabe der Ergebnisse um 3,4 Prozent. Ein Streik wäre die dritte große Arbeitsniederlegung bei Boeing innerhalb von drei Jahren gewesen, berichtete Livemint.

Im August hatten dieselben Mitglieder Boeings erstes Angebot abgelehnt, mit 64 Prozent in der Fachgruppe und 72 Prozent in der technischen Gruppe, und Streikmaßnahmen mit 88 beziehungsweise 90 Prozent genehmigt, berichtete die World Socialist Web Site. Das Verhandlungsteam hatte dieses Angebot befürwortet. Der alte Vertrag lief am 6. Oktober aus.

Was im Vertrag steht

Laut Livemint sieht der Vertrag eine durchschnittliche Lohnerhöhung von 32 Prozent über vier Jahre vor, davon 10 Prozent bei der Ratifizierung. Die World Socialist Web Site berichtete, die Zahl liege über den 26,5 Prozent des ersten Angebots. Im März 2027 folge eine Erhöhung um 4 Prozent, und die Lohntöpfe wüchsen in jedem der nächsten drei Jahre um 6 Prozent, wobei 4 Prozent für alle Beschäftigten garantiert seien und 2 Prozent nach Ermessen des Managements verteilt würden. Weil diese 2 Prozent variabel sind, ist die Zahl von 32 Prozent ein Durchschnitt und keine garantierte Erhöhung für jeden Beschäftigten. Ein Lohntopf legt die Gesamtsumme fest, die für Erhöhungen innerhalb einer Beschäftigtengruppe zur Verfügung steht, und garantiert dem Einzelnen nicht den vollen genannten Prozentsatz.

Das SPEEA-Verhandlungsteam erklärte, die Beschäftigten hätten „viele Erfolge errungen, die manche zu Beginn dieser Verhandlungsrunde für völlig außer Reichweite hielten“, berichtete Livemint. Der Vertrag lässt Boeing weitgehende Vollmachten beim Einsatz von Fremdpersonal und bei der Verlagerung von Arbeit, Artikel 9 bleibt unverändert. Bei Ruhestand und Gesundheitsleistungen gab es gegenüber dem ersten Angebot keine Änderung, berichtete die World Socialist Web Site. Die Obergrenze für Pflichtüberstunden sinkt bei den Fachkräften auf 96 Stunden pro Quartal und bei den technischen Beschäftigten auf 112, von 144. Das zweite Angebot änderte die meisten übrigen Regelungen nicht grundlegend.

Risiko für die Zulassung

Das Wall Street Journal berichtete, die Ingenieure der Tarifeinheit seien für die Zulassungsunterlagen verantwortlich, die neue Flugzeuge vor dem Einsatz vorlegen müssen, während die Techniker die Maschinen in den Werken am Laufen halten und Probleme beheben, die die Produktion aufhalten könnten. Ein Ausstand hätte beides verlangsamt. Boeing versucht, die Produktion seiner gefragten Jets zu steigern und die Zulassung für die 737 Max 10 und die 777X zu erreichen, die Jahre hinter dem Plan liegen, berichtete Yahoo Finance. CEO Kelly Ortberg warnte im vergangenen Monat, ein Streik hätte die Zulassung der verspäteten 777-9 praktisch zum Stillstand bringen und die Produktionskapazität der 737-Familie erheblich beeinträchtigen können. Er sagte zudem, die Tests der 777-9 könnten ohnehin ins Jahr 2027 rutschen, Boeing erwarte aber weiterhin einige Auslieferungen im nächsten Jahr, berichtete Livemint.

Hintergrund

Im Jahr 2024 streikten 33.000 Mechaniker 53 Tage lang und stoppten damit den größten Teil der Produktion von Verkehrsflugzeugen im pazifischen Nordwesten, berichtete FlightGlobal. Im Jahr 2025 streikten 3.200 Beschäftigte der Rüstungsbetriebe im Raum St. Louis 15 Wochen lang und nahmen dann ein fünftes Angebot mit 68 zu 32 Prozent an, berichtete St. Louis Public Radio. Es war die sechste Abstimmung insgesamt seit Beginn des Streiks am 4. August. SPEEA-Mitglieder streikten zuletzt im Jahr 2000, berichtete Livemint.

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Quellen

30
  1. 01Boeing averts strike as engineers ratify deal: 32% pay hike over 4 years, 10% immediate raiseEN
  2. 02Boeing Engineers Approve 4-Year Contract With Immediate 10% Raise to Avoid StrikeEN
  3. 03Boeing engineers, technical workers approve contract after rejecting first offerEN
  4. 04Boeing engineers and technical workers reject contract, vote to authorize strikeEN
  5. 05Boeing SPEEA Engineers Authorize Strike That Would Halt 737 MAX 10 FAA CertificationEN
  6. 06Time was Boeing's strongest weapon in months-long labor dispute with St. Louis machinistsEN
  7. 07Strike ends as machinists approve new contract with BoeingEN
  8. 08US Boeing workers continue midwest strike after rejecting latest contract offer - The GuardianEN
  9. 09The Boeing strike enters 4th month — here's how it got to this point - STLPREN
  10. 10Boeing leadership confident in latest proposal, some union members not convinced - STLPREN
  11. 11Boeing says it has a deal to avoid a strike by more than 30,000 machinistsEN
  12. 12Boeing SPEEA engineers reject contract, authorize strikeEN
  13. 13Why Boeing's F-15EX Deliveries Restarted At Full Speed After A 105-Day Strike Shut Down St. LouisEN
  14. 14AC Milan, Inter strike ‘€650m’ Generali naming rights deal for new stadiumEN
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Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Dr. Miriam Seidel

Dr. Miriam Seidel

Wirtschaft, Business und Welt

Dr. Miriam Seidel schreibt für FLASH24 über Wirtschaft, Weltpolitik und Konjunktur und stützt sich dabei auf Geschäftsberichte, Notenbankdaten und Handelsregisterauszüge, statt auf Pressemitteilungen zu warten. Sie prüft Bilanzen Zeile für Zeile, gleicht Kennzahlen mit Vorquartalen ab und rechnet Wachstumsraten selbst nach. Für ihre Analysen spricht sie mit Analysten, verfolgt die Quartalszahlen der Tech-Konzerne und wartet auf die Konjunkturumfragen des Ifo-Instituts. Dass sie privat Bilanzen von Tech-Konzernen liest und Lastenräder testet, passt zu ihrer Deck: Kapitalströme und Stadtverkehr prüft sie mit derselben Genauigkeit. Sie veröffentlicht keine Zahlen, deren Quelle sie nicht selbst eingesehen hat.

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