Chinesische Batterie- und Solarwerke ziehen ins Ausland, westliche Fabriken stocken
Yingfa Ruineng hat am 3. November in Indonesien ein Solarzellenwerk mit 7,5 GW eröffnet, den ersten Produktionsstandort des Unternehmens außerhalb Chinas. In derselben Woche begann Inpow, die Batteriesparte von GAC, in Thailand mit der Fertigung von Batteriepacks.
Der chinesische Solarzellenhersteller Yingfa Ruineng hat am 3. November ein Werk mit 7,5 GW in Indonesien vorgestellt. Laut pv magazine sollen dort n-type-TOPCon-Zellen entstehen. Es ist der erste Produktionsstandort des Unternehmens außerhalb Chinas. Hinzu kommen drei Werke in der Heimat mit einer effektiven Gesamtkapazität von 51,5 GW, davon 45,5 GW in TOPCon.
Der Standort soll als regionales Versorgungszentrum für Südostasien und den Nahen Osten dienen. Außerdem unterstützt er Indonesiens 100-GW-Solarprogramm. In einer Stellungnahme, die pv magazine veröffentlichte, argumentierte das Unternehmen, lokale Zellproduktion verkürze für Entwickler und Modulhersteller die Lieferwege. Das Werk helfe indonesischen Modulherstellern zudem, die lokalen TKDN-Anteilsregeln des Landes zu erfüllen, sofern die Produkte zertifiziert sind. Im ersten Halbjahr 2026 lag Yingfa Ruineng nach Angaben des Research-Unternehmens InfoLink weltweit an zweiter Stelle bei den Solarzellen-Auslieferungen, hinter Tongwei. In dieser Größenordnung baut das Unternehmen nun im Ausland.
Batteriepacks nehmen denselben Weg
Vier Tage zuvor, am 30. Oktober, berichtete CnEVPost, dass Inpow Battery die Produktion in einem Werk in der Provinz Chonburi in Thailand aufgenommen hat, mit einer Feier am 29. Oktober. Inpow ist die Batteriesparte der GAC Group. Das Werk ist GACs erster eigener Batteriepack-Standort im Ausland und Inpows erste Fabrik außerhalb Chinas. Inpow gibt an, mehr als 300.000 Antriebsbatteriepacks geliefert zu haben. Fahrzeuge mit diesen Packs hätten mehr als 10.000.000.000 km zurückgelegt.
Thailand ist der größte Automobilproduktionsstandort der ASEAN. Das Ziel 30@30 des Landes sieht vor, dass emissionsfreie Fahrzeuge bis 2030 einen Anteil von 30 Prozent an der Fahrzeugproduktion erreichen, nach Inpows Angaben mehr als 700.000 elektrische Pkw. Das thailändische Energieministerium und EGAT waren bei der Eröffnung vertreten. Inpow will mit EGAT bei Fahrzeugen, Speichern und Energieanlagen zusammenarbeiten.
Das Muster beschränkt sich nicht auf ein Unternehmen. GWM peilt die Produktionsaufnahme im ersten Quartal 2027 in einem Standort in Bulgarien an, berichtete CnEVPost am 28. Oktober. Xiaomi plant eine Investition in Sunwoda EVB, um die Batteriebeziehungen zu vertiefen, laut CnEVPost vom 30. Oktober.
Wohin das Geld in Europa fließt
Das Kapital bewegt sich in beide Richtungen. In Großbritannien hat der Eigentümer des Kraftwerks Drax einen Deal über 20.000.000.000 Pfund mit Brookfield und Radiant abgeschlossen. Geplant ist ein Rechenzentrum mit einer Endkapazität von mehr als 1 GW auf dem Gelände, berichtete der Guardian am 3. November. Die erste Phase soll im ersten Quartal 2028 starten, mit bis zu 100 MW Rechenleistung. Drax-Chef Will Gardiner sagte, das Projekt werde "helfen, die langfristige Zukunft des Standorts zu sichern und Hunderte Arbeitsplätze zu erhalten".
Auch kleinere Beträge fließen. Das italienische Start-up CyberKord hat 2.700.000 Euro in einer Pre-Seed-Runde eingesammelt, angeführt von 360 Capital, mit Plus Partners, Addendum Capital und Vento als weiteren Geldgebern, berichtete Tech.eu am 3. November. Das Unternehmen wurde 2026 in Mailand gegründet und automatisiert IT- und Sicherheitsabläufe.
Kosten drücken auf der Softwareebene
Nicht jede Expansionsgeschichte ist freiwillig. SUSE hat seinen 1.900 Beschäftigten mitgeteilt, rund 10 Prozent der weltweiten Belegschaft abzubauen, mit Verweis auf Automatisierung und KI, berichtete heise online am 2. November und nannte The Register als Quelle. CEO Dirk-Peter van Leeuwen schrieb, die Entscheidungen seien "schmerzhaft für unsere Mitarbeiter, unsere Unternehmenskultur und unsere Open-Source-Community", aber nötig, um ein widerstandsfähiges SUSE aufzubauen.
Derselbe Kostendruck zeigt sich bei KI-Produkten. SpaceX hat die Nutzungskontingente für Grok Bot gekürzt, mehrere Nutzer sahen sie am Wochenende halbiert, berichtete The Decoder am 2. November unter Verweis auf den Telegraph. Elon Musk schrieb am Sonntag auf X, die Kosten für den Betrieb von Grok Bot seien im Verhältnis zum Umsatz untragbar hoch.
Unterdessen hat OpenAI Vereinbarungen mit Einrichtungen aus Abu Dhabi unterzeichnet, die Energie, Regierung und Investitionen betreffen, berichtete CNBC am 2. November. Das Unternehmen sucht bis zu 20.000.000.000 Dollar in einer Runde, die von Investoren aus den VAE mitgeführt wird. Sam Altman sagte, Abu Dhabi und die VAE setzten "einen mutigen, globalen Standard für die KI-Integration".
Für Hersteller geht es weniger um Flaggen als darum, wo Kapazität finanziert und genehmigt werden kann. Yingfa Ruinengs Werk in Indonesien und Inpows Linie in Thailand wurden beide mit lokaler politischer Unterstützung angekündigt. Die westlichen Projekte, die in diesem Herbst Schlagzeilen machten, sind Rechenzentren und Software, keine Fabriken.
Quellen
10- 01Yingfa Ruineng establishes 7.5 GW PV manufacturing plant in IndonesiaEN
- 02GAC's battery unit Inpow starts production at Thailand plantEN
- 03GWM targets Q1 2027 production at Bulgaria base in European pushEN
- 04Xiaomi follows Li Auto with planned Sunwoda EVB investmentEN
- 05UK's most polluting power plant could power country's largest AI datacentreEN
- 06CyberKord raises €2.7M to automate IT and cybersecurity operations with AIEN
- 07SUSE streicht jede zehnte StelleEN
- 08SpaceX apparently cuts Grok Bot quotasEN
- 09OpenAI deepens Abu Dhabi foothold as Sam Altman inks dealsEN
- 10Hybrid wind-solar-battery plants can power Kazakhstan's demand growthEN
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Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.
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