Ember: Hybridanlagen aus Wind, Solar und Batterien könnten bis zu 90% des kasachischen Bedarfs zu 56 US-Dollar pro MWh decken
Hybridanlagen aus Wind, Solar und Batterien könnten bis zu 90% des typischen stündlichen Strombedarfs in Kasachstan decken, zu durchschnittlichen Lieferkosten von 56 US-Dollar pro MWh. Das geht aus einem Bericht von Ember hervor, der am 3. November erschien.
Die Zahl stammt aus einer Simulationsstudie an 15 Standorten in allen drei Stromzonen Kasachstans, wie pv magazine am 3. November berichtete. Ember prüfte an jedem Standort 125 Kombinationen aus Wind-, Solar- und Batteriekapazität, insgesamt 1.875 Simulationen. Jede lief Stunde für Stunde über eine Projektlaufzeit von 30 Jahren gegen ein Lastprofil mit einer Spitzenlast von 100 MW.
Die besten Konfigurationen an jedem Standort deckten zwischen 70% und 90% des Strombedarfs zu weniger als 60 US-Dollar pro MWh.
Ember vergleicht das mit neuer Kohle, die je nach Region und Technologie bei 70 bis 170 US-Dollar pro MWh liegt. Diese Spanne ist wichtig. Kohle lieferte 2025 noch 62% der Stromerzeugung Kasachstans, und der Kraftwerkspark ist alt. Laut Ember sind die Blöcke im Schnitt mehr als 50 Jahre alt. Zwischen Januar und Juli dieses Jahres wurden 891 Störfälle unterschiedlicher Schwere registriert. Die Nachfrage stieg in den letzten fünf Jahren um 16%. Der Bericht argumentiert, das Land brauche Kapazität nahe an den Verbrauchszentren, um das Übertragungsnetz zu entlasten.
Embers Kostenangabe ist ein Lebenszykluswert pro tatsächlich gelieferter MWh und schließt die Kosten für abgeregelte Erzeugung ein, so der Bericht. Dieses Detail ist entscheidend. Die von Ember bevorzugten Konfigurationen bauen die Erzeugung bewusst über und nehmen eine gewisse Abregelung in Kauf. Das Argument: Eine kleine Batterie reicht dann weit.
Warum der Wind den Winter trägt
Kostantsa Rangelova, leitende Batterieanalystin bei Ember, sagte pv magazine, Solar allein sei in Kasachstan billig und schnell gebaut, aber stark auf den Sommer ausgerichtet. Bewölkte Wintertage drosseln die Solarleistung genau dann, wenn die Nachfrage ihren Höhepunkt erreicht. Wind, so sagte sie, sei in denselben Wintermonaten am stärksten. Beide hinter einem Netzanschluss zu koppeln, hebt den Kapazitätsfaktor ohne große Batterie.
"Solar-Batterie-Projekte brauchen keinen Wind, um rentabel zu sein, aber für sich genommen sind sie eine stark sommerlastige Stromquelle", sagte Rangelova zu pv magazine.
Die Studie ist eine Simulation, kein Bauprogramm. Ember modellierte Standorte, die nach Nähe zu einem großen Verbrauchszentrum und zu einer bestehenden Stromleitung ausgewählt wurden. Das schönt die Wirtschaftlichkeit gegenüber Standorten auf der grünen Wiese, weit entfernt vom Netz. Der Bericht selbst argumentiert mit Geschwindigkeit und Verfügbarkeit, nicht mit den geringsten Erzeugungskosten an sich.
Nach der hier vorgelegten Evidenz liegt die Begrenzung in Kasachstan bei der Umsetzung, nicht bei den Ressourcen.
Sonst in den Nachrichten der Woche: ein Vergleich, ein Absatzrückgang und eine Neuausrichtung
Die übrigen Technologienachrichten der Woche sind gemischt. Snap legte einen Rechtsstreit bei, den zwei Jugendliche angestrengt hatten. Sie werfen der Plattform vor, süchtig machend gestaltet zu sein und zu ihren Depressionen, Ängsten und Essstörungen beigetragen zu haben, wie TechCrunch am 2. November unter Berufung auf Reuters berichtete. Die Kläger hatten sich bereits mit Meta, TikTok und YouTube geeinigt. Der Prozess wäre Snaps erster in einer breiteren Welle von Jugend-Schutzklagen gewesen, und CEO Evan Spiegel sollte aussagen. Ein Snap-Sprecher sagte TechCrunch, die Parteien hätten die Sache gütlich beigelegt, und verwies auf bereits ausgelieferte Schutzfunktionen und Sicherheits-Tutorials.
In China lieferte Nio im Oktober 34.246 Fahrzeuge aus, 15,23% weniger als im Vorjahr, wie CnEVPost am 1. November berichtete. Es war der erste Jahresrückgang seit mehr als 30 Monaten. Die Marke Onvo fiel um 51,66% auf 8.383 Einheiten, der dritte Jahresrückgang in Folge. Die Hauptmarke Nio stieg um 5,73% auf 18.125, Firefly erreichte mit 7.738 einen Rekord. Die kumulierten Auslieferungen der ersten 10 Monate erreichten 334.547, ein Plus von 38,46%, und übertrafen bereits das gesamte Jahr 2025.
Der Batteriehersteller CATL drängt in Wechselakku-Systeme und Energiespeicher, während Preiskämpfe und Steueränderungen auf die Erträge drücken, wie die South China Morning Post am 31. Oktober berichtete. Lucas Zhang Liutong vom Beratungsunternehmen WaterRock Energy Economics sagte der Zeitung, der Wettbewerb in beiden Bereichen sei bereits recht intensiv, Nio sei im Wechselakku-Geschäft etabliert, BYD bei Speichern.
Percepto startete Axion, eine hardwareunabhängige Inspektionsplattform, die Daten von Drohnen und Sensoren Dritter aufnimmt, wie The Robot Report am 30. Oktober berichtete. Der neue CEO Julien Bellanger, der Dor Abuhasira ablöste, beschrieb sie als Wechsel zu softwarezentriertem Betrieb mit eigenen Angaben zufolge mehr als 160 KI-Modellen. Das Unternehmen will die Fertigung in den USA ansiedeln.
In der Bilanzvorlage zu Q3 am 28. Oktober hielt Ford am Fathom-Pickup fest, der im vierten Quartal 2027 kommen soll, wie Electrek am 29. Oktober berichtete. Vorbestellungen beginnen Anfang 2027 ab 28.350 US-Dollar plus 1.595 US-Dollar Liefergebühr. Ein Ford-Sprecher sagte Electrek, ein Bericht, der Escape kehre als Elektrofahrzeug auf derselben Plattform zurück, sei reine Spekulation.
SoftBank und fünf japanische Partner, AGC, Toppan, Aisin, Asahi Kasei und DIC, werden eine Plattform zur Materialentwicklung für Quanten- und KI-Anwendungen bauen, finanziert im Rahmen eines NEDO-Programms, wie Light Reading am 28. Oktober berichtete. Das Projekt läuft vom Geschäftsjahr 2026 bis zum Geschäftsjahr 2028.
CleanTechnica brachte am 29. Oktober das Argument von Transport and Environment, dass Geschwindigkeit und nicht Einkommen oder Kosten das Mobilitätswachstum treibt. Es verwies darauf, dass die Pkw-Mobilität pro Kopf in den Niederlanden zwischen 2005 und 2019 um 3% sank. SportsPro veröffentlichte am 28. Oktober eine Anzeige zu Mitgliederverwaltungssoftware für nationale Sportverbände und bezifferte die Sportindustrie im Vorjahr auf 2.300.000.000.000 US-Dollar.
Nichts davon hängt am kasachischen Netz. Doch die Ember-Zahlen sind die einzigen in dieser Sammlung, die mit einer angegebenen Methode und angegebenen Kosten kommen, und auf dieser Grundlage lohnt der Widerspruch.
Quellen
9- 01Hybrid wind-solar-battery plants can power Kazakhstan's demand growthEN
- 02Snap settles lawsuit accusing platform of fueling teen depression and eating disordersEN
- 03Nio October deliveries fall 15.23%, ending 31-month streak of year-on-year growthEN
- 04Can battery swapping and energy storage power CATL's next phase of growth?EN
- 05Percepto launches Axion AI platform to unify inspection data analysisEN
- 06The Ford Escape may return as an EV based on the UEV platform [Update]EN
- 07SoftBank teams up with five Japanese firms to build quantum-based platformEN
- 08Misconceptions about Mobility GrowthEN
- 09How digital membership platforms help sports NGBs leave the spreadsheets behindEN
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