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Google koppelt Search in Schulen an seine KI-Werkzeuge und erntet Monopolvorwürfe

Am 3. November teilte Google mit, dass Gemini, Gemini Notebook, Gemini in Classroom und Google Search für Schülerkonten der Jahrgangsstufen K-12 standardmäßig vollständig ausgeschaltet bleiben, bis Schulverwaltungen sie ausdrücklich aktivieren. Schulen, die KI blockieren, verlieren damit auch Search, bestätigte das Unternehmen.

Medien & InternetAnalyseLena BrandtVeröffentlicht: 4. November 20263 Min. LesezeitQuellen 26
Google koppelt Search in Schulen an seine KI-Werkzeuge und erntet Monopolvorwürfe

Was Google am 3. November ankündigte

Google schaltet seine KI-Produkte für den Unterricht bei Schülerkonten der Jahrgangsstufen K-12 standardmäßig ab. Erst wenn eine Schulverwaltung sie anfordert, werden sie wieder eingeschaltet.

Die Änderung betrifft Gemini, Gemini Notebook, Gemini in Classroom und Google Search, heißt es in einem am Dienstag veröffentlichten Blogbeitrag des Unternehmens. Chris Phillips, Vice President und General Manager für Bildung bei Google, schrieb, die Entscheidung sei nach Gesprächen mit Schulen, Lehrkräften, führenden Forschern und politischen Entscheidungsträgern gefallen. Gegenüber Engadget erklärte Google, Administratoren könnten die Produkte einzeln freischalten. Es gehe nicht um alles oder nichts. Die überarbeiteten Einstellungen sollen in den kommenden Monaten bei den Schulen ankommen.

Für einen Schulbezirk entscheidet die Wahl nun über zwei Dinge. Erstens darüber, ob ein Kind Gemini öffnen darf. Zweitens darüber, ob das Kind eine Websuche starten kann. Schulen, die Search wollen, müssen die KI-Ebene darüber akzeptieren.

Der Haken: keine Search ohne KI

Phillips sagte der New York Times, Search und KI seien tief miteinander verzahnt. Schüler an einer Schule, die KI blockiere, hätten keinen Zugang zur Suche und sähen eine Nachricht ihrer Schule, die ihnen mitteile, dass die Suche nicht verfügbar sei, so Phillips. Diese Antwort macht aus einer Produkteinstellung einen Hebel der Schulpolitik. Googles Bildungsangebot, von Gmail und Google Docs bis Classroom und Chromebooks, gehört zu den am weitesten verbreiteten Programmen und Geräten an US-Schulen. Ein Schulbezirk, der die KI-Bedingungen ablehnt, tauscht nicht einfach eine Suchmaschine gegen eine andere.

Ein Bürgermeister und eine frühere FTC-Vorsitzende sprechen von Zwang

New Yorks Bürgermeister Zohran Mamdani verhängte ein Moratorium für ein Jahr. Es gilt für generative KI-Werkzeuge an den Schulen der Stadt bis einschließlich der achten Klasse.

Google versuche, seine Monopolmacht zu nutzen, um KI in unsere öffentlichen Schulen zu drängen, schrieb Mamdani auf X. Lina Khan, frühere Vorsitzende der US-Handelskommission FTC, schrieb auf X, Google nutze sein Suchmonopol, um Schulen zur Übernahme von KI zu zwingen. Lila Byock, Gründerin von Schools Beyond Screens, nannte die Ankündigung ein feindseliges Ultimatum und forderte ein Eingreifen der Aufsichtsbehörden. Die Kritik bleibt nicht lokal. Im vergangenen Monat schickten die Senatoren Richard Blumenthal und Josh Hawley einen Brief an Google-CEO Sundar Pichai. Darin äußerten sie Bedenken wegen der Förderung von KI-Werkzeugen an Schulen durch das Unternehmen.

Google stellt die Einstellungen anders dar. Das Unternehmen verspricht Schulleitungen die Kontrolle und das Vertrauen, KI-Produkte im Unterricht so einzusetzen, wie sie es für richtig halten.

Guided Learning ist das Zuckerstück

Google startete am 3. November außerdem Guided Learning weltweit in Google Classroom. Das Werkzeug kam zusammen mit der Einschränkung.

Das Tool führt einen Schüler Schritt für Schritt durch eine Aufgabe. Es liefert nicht die Antwort. Google will es diesen Monat an ausgewählten US-Schulen in Search testen, bevor es breiter ausgerollt wird. Googles eigenes Beispiel ist ein Schüler, der eine komplexe Physikaufgabe einfügt oder um Hilfe bei einem Buchbericht bittet. Search zeigt dann Hinweise an, die ihn dazu bringen, sich mit den Konzepten auseinanderzusetzen, statt zur Antwort zu springen.

Die neuen Einstellungen nehmen zudem eine Entscheidung vom August zurück. Damals wurden bestimmte KI-Funktionen in Classroom standardmäßig aktiviert, was bei Lehrkräften auf Widerstand stieß.

Wie es weitergeht

Los Angeles beschränkte im September den Zugang von Schülern zu generativer KI. Die Beschränkung galt für Schulgeräte. In der vergangenen Woche unterzeichnete New Yorks Gouverneurin Kathy Hochul ein Gesetz, das KI-Unternehmen verbietet, Minderjährigen bestimmte Chatbot-Funktionen anzubieten.

Ein Schulbezirk kann Googles Bedingungen ablehnen. Dann muss er womöglich andere Suchmaschinen suchen, möglicherweise auch andere Geräte und digitale Lernplattformen.

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Quellen

26
  1. 01Google says there's no way to use Search without using artificial intelligenceEN
  2. 02Google says students in schools that ban AI won't have access to SearchEN
  3. 03Google will let schools disable its AI tools, but not without sacrificing SearchEN
  4. 04Google Is Holding Its Search Engine Hostage From Schools That Don't Want AIEN
  5. 05Meta ad revenue growth more than doubles Google Search as AI reshapes online advertising market | Hindustan Times - Hindustan TimesEN
  6. 06Reddit is testing in-app search ads as traffic from Google declinesEN
  7. 07Reddit tests ads in search results as traffic declines and growth concerns mountEN
  8. 08Huawei tells customers to find their own AI chip memory, effectively outsourcing procurement to the black marketEN
  9. 09The ETS Investment Engine: Scaling Europe’s Strategic E-fuel Market for Shipping & AviationEN
  10. 10When You Should—and Shouldn’t—Use AI to Search the WebEN
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Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Lena Brandt

Lena Brandt

KI, Modelle und Technik

Lena Brandt schreibt für FLASH24 über Technik, KI und Modelle sowie Medien und Internet und stützt sich dabei auf Herstellerangaben, Studien und öffentlich zugängliche Datensätze, statt Pressemitteilungen ungeprüft zu übernehmen. Bei Modellvergleichen kontrolliert sie Benchmark-Werte, Trainingsdaten und Versionsnummern und rechnet Angaben zu Rechenleistung und Kosten selbst nach. Sie spricht mit Entwicklern und Forschern, wartet auf angekündigte Updates und vergleicht Releases, bevor sie eine Einschätzung abgibt. Privat beschäftigt sie sich mit 3D-Druck, alten Rechnern und der Frage, wie Modelle aus Internetmüll lernen – Themen, die regelmäßig in ihre Texte einfließen. Sie publiziert keine Zahlen, deren Quelle sie nicht selbst überprüfen konnte.

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