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Google zahlt rund 100 Verlagen für AI Overviews, manche bekommen unter 1.000 Dollar

Google zahlt rund einhundert Verlagen, Blogs und Websites für Inhalte, die in seinen AI Overviews erscheinen. Die Summen reichen laut einem Bericht von The Information, den heise online am 1. Oktober zusammenfasste, von weniger als 1.000 Dollar bis zu mehr als 1.000.000 Dollar pro Anbieter.

Medien & InternetNachrichtLena BrandtVeröffentlicht: 1. Oktober 20265 Min. LesezeitQuellen 15
Google zahlt rund 100 Verlagen für AI Overviews, manche bekommen unter 1.000 Dollar

Der Pilotversuch hat keine veröffentlichte Preisliste, keine veröffentlichten Teilnahmebedingungen und kein veröffentlichtes Gesamtbudget. Was er laut The Information hat, ist eine Spanne, die so weit ist, dass sie weniger wie ein Tarifwerk als wie eine Sammlung einzelner Verträge wirkt. Ein Verlag sagte der Redaktion, er habe bislang etwa 50.000 bis 60.000 Dollar erhalten. Für sein Gesamtgeschäft sei das unerheblich, sagte er. Ein früherer Teilnehmer gab an, mehr als 1.000.000 Dollar erhalten zu haben, was er als deutlich größeren Anteil seines Umsatzes bezeichnete.

Kleinere Seiten kamen schlechter weg. Über mehrere Monate erhielten einige weniger als 1.000 Dollar. Bei mehreren kleinen und mittleren Verlagen entsprachen die Zahlungen weniger als 0,1 Prozent ihrer Werbeeinnahmen, so die Recherche von The Information. Heise online veröffentlichte seine Zusammenfassung dieses Berichts am 1. Oktober.

Manche Verlage halten sich zurück

Das untere Ende der Spanne hat laut Bericht einige größere Medienhäuser ganz aus dem Programm herausgehalten. Indem sie sich heraushalten, hoffen sie, Google und andere KI-Anbieter zu höheren Zahlungen zu drängen, berichtet heise.

Andere Verlage behandeln den Pilotversuch als Erkundung: Sie wollen erfahren, welche ihrer Seiten Googles KI am höchsten bewertet, und ihre redaktionelle Strategie an diesem Signal ausrichten. Google gibt diese Daten derzeit nicht heraus, schreibt heise. Teilnehmer, die ihre Einnahmen über die Google Search Console verfolgen können, wissen oft nicht, wie die einzelnen Beträge berechnet werden, so Digiday. Den Unterschied zwischen dem, was ein großer Verlag und ein kleiner erhält, erklärt keine öffentlich bekannte Formel.

Den Unterschied zwischen dem, was ein großer Verlag und ein kleiner erhält, erklärt keine öffentlich bekannte Formel.

Der Kontext ist wichtig. Bisher galt bei Google: Verlage müssen für Sichtbarkeit in der Suche nicht bezahlt werden, weil die Suchmaschine Traffic auf ihre Seiten zurückschickt. Seit die AI Overviews, also die von KI erzeugten Zusammenfassungen direkt auf der Ergebnisseite, in großem Umfang erscheinen, ist dieser Traffic sichtbar geschrumpft. Der Pilotversuch läuft deshalb parallel zu wachsendem regulatorischem Druck: Google sieht sich derzeit mehreren Klagen in dieser Sache gegenüber, merkt heise an.

Zugleich drängt Google Verlage offenbar bei KI-Lizenzen. Laut heise muss jeder, der am neuen KI-Pilotprogramm für Google News teilnehmen will, dem Unternehmen umfangreiche Rechte zur Nutzung seiner Inhalte einräumen. In manchen Fällen ist das die Bedingung dafür, dass bestehende Zahlungen weiterlaufen.

Auch die Gerichte haben entschieden

Am 1. Oktober, demselben Tag wie die deutsche Zusammenfassung, wies ein US-Bundesrichter Kartellklagen von Chegg und Penske Media gegen Googles AI Overviews ab, meldet Reuters. Das Search Engine Journal berichtete, der Richter habe den Schaden für Verlage anerkannt, die Klagen aber dennoch abgewiesen. Die Press Gazette begründete die Entscheidung mit dem Fehlen einer förmlichen Vereinbarung zwischen den Parteien. Das Search Engine Roundtable formulierte es so: Die Klage wurde abgewiesen, weil es keine förmliche Vereinbarung mit den Verlagen gab.

Genau dieser Unterschied trifft den Kern des Pilotversuchs. Hat Google keine förmliche Vereinbarung mit Verlagen, kann das Unternehmen die Zahlungen einseitig festlegen, je nach Anbieter unterschiedlich hoch ansetzen und die Methode nicht erklären. Die Zahlen von The Information, die am 29. September auftauchten und am folgenden Tag breit aufgegriffen wurden, kommen einer öffentlichen Abrechnung bislang am nächsten. Ars Technica berichtete am 30. September, der frühe Versuch, Websites für KI-Antworten zu bezahlen, stecke in Schwierigkeiten. The Verge befasste sich am 30. September mit demselben Test.

Die Verlage warten nicht, bis das Experiment ausgereift ist. Digiday berichtete am 1. Oktober, Verlage machten aus generativer Suchmaschinenoptimierung, GEO, mehr als ein Experiment: Sie stellten dafür Personal ein und verkauften sie als Dienstleistung. Das ist ein Absicherungsgeschäft: Sinkt der Verweis-Traffic weiter, wird die Nennung in einer KI-Antwort selbst zu einem Kanal mit eigenen Kennzahlen und eigenem Verkaufsargument.

Die Traffic-Zahlen hinter dieser Absicherung sind unerfreulich. ADWEEK berichtete am 28. September, Daten von Chartbeat zeigten einen Rückgang der Google-Verweise um 36 Prozent im Jahresvergleich, während Verlage ihr Publikum stattdessen auf eigene Kanäle lenken. Das Search Engine Roundtable vermerkte am 25. September, Googles Spam-Update vom September 2026 sei angelaufen, zusammen mit Änderungen beim Discover-Traffic und neuen Berichten zur multimodalen Suche. Am 1. Oktober berichtete TechJuice, AI Overviews ersetzten Marken in Suchergebnissen noch häufiger als zuvor.

Was die Zahlungen tatsächlich kaufen

Für die Verlage im Pilotversuch ist die praktische Frage nicht die Schlagzeile, sondern der Vertrag. Heise beschreibt ein Programm, in dem Teilnehmer möglicherweise nicht wissen, wie ihre einzelnen Beträge berechnet werden. Sie können auch nicht einsehen, welchen Wert Google bestimmten Inhalten zuschreibt. Im Fall von Google News müssen sie zudem umfassende Inhaltsrechte als Preis für weiterlaufende Zahlungen hinnehmen. Das ist eine schwache Verhandlungsposition, und die berichtete Weigerung einiger großer Verlage, teilzunehmen, wirkt wie der Versuch, sie gemeinsam statt einzeln zu verbessern.

Google hat weder die Zahl der Teilnehmer noch die Gesamtausgaben oder die Bedingungen veröffentlicht. The Information beziffert die Teilnehmerzahl auf rund einhundert. Alles andere, auch der Abstand zwischen dem Verlag mit 1.000.000 Dollar und denen unter 1.000 Dollar, stammt aus Einzelaussagen gegenüber dieser Redaktion oder aus Berichten von heise online, Investing.com, PPC Land und anderen vom 30. September und 1. Oktober.

Parallel läuft eine zweite Spur. Mashable SEA berichtete am 30. September, Condé Nast, Hearst und rund 300 weitere Verlage drängten den Kongress, Bot-Scraping zu verbieten. Das ist ein Gesetzesweg zu demselben Ziel, das der Pilotversuch angehen soll: Entschädigung für Inhalte, die KI-Antworten speisen. Er ist auch der langsamere Weg.

Vorerst bleibt der Pilotversuch ein Test mit unbekanntem Nenner. Die Zahlen von The Information beschreiben eine Verteilung, keinen Tarif. Manche Anbieter erreichen siebenstellige Beträge, andere über Monate weniger als tausend Dollar. Google hat nicht gesagt, wer zu welcher Gruppe gehört oder warum. Der Richter, der die Ansprüche von Chegg und Penske am 1. Oktober abwies, tat dies, ohne das zu verlangen.

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Quellen

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Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Lena Brandt

Lena Brandt

KI, Modelle und Technik

Lena Brandt schreibt für FLASH24 über Technik, KI und Modelle sowie Medien und Internet und stützt sich dabei auf Herstellerangaben, Studien und öffentlich zugängliche Datensätze, statt Pressemitteilungen ungeprüft zu übernehmen. Bei Modellvergleichen kontrolliert sie Benchmark-Werte, Trainingsdaten und Versionsnummern und rechnet Angaben zu Rechenleistung und Kosten selbst nach. Sie spricht mit Entwicklern und Forschern, wartet auf angekündigte Updates und vergleicht Releases, bevor sie eine Einschätzung abgibt. Privat beschäftigt sie sich mit 3D-Druck, alten Rechnern und der Frage, wie Modelle aus Internetmüll lernen – Themen, die regelmäßig in ihre Texte einfließen. Sie publiziert keine Zahlen, deren Quelle sie nicht selbst überprüfen konnte.

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