Hormus-Krieg spaltet die Frachtmärkte: Tanker verdienen prächtig, Containerindizes laufen auseinander
Sehr große Rohöltanker verdienten am 16. Oktober auf der Route Naher Osten nach China rund 1.370.000 Dollar pro Tag, am 9. Januar waren es noch etwa 56.000 Dollar. Die Zahlen stammen aus einem Bericht der UNCTAD vom 29. Oktober, über den Safety4Sea berichtete.

Die Fracht bestimmt, was ein Barrel Raffinerie kostet, was Importeure für ihre Container zahlen und was BYD für die Landung seiner Autos im Ausland aufwendet. Die Preise für Schiffsbrennstoff lagen am 20. Oktober um 72% über dem Durchschnitt der sechs Monate vor dem Konflikt. Das treibt die Preise für Kraftstoff, Lebensmittel und Waren.
Tanker und Kraftstoff
Der Baltic Exchange Dirty Tanker Index erreichte am 19. Oktober 371 Punkte, bei einem Ausgangswert von 100 am 27. Februar. Der Clean Tanker Index kam auf 280.
Die Route Westafrika nach China stieg von etwa 55.000 auf 720.000 Dollar, die Route US-Golf nach China von 60.000 auf 559.000 Dollar. Die UNCTAD bezeichnet die Werte als Schätzungen für einzelne Routen, nicht als Durchschnitt der gesamten Flotte. Diesel verteuerte sich um 81%, Kerosin um 80% und Benzin um 64%. Vier regionale Rohölsorten kosteten am 19. Oktober im Schnitt etwa 108 Dollar pro Barrel, zu Beginn waren es rund 66 Dollar.
Container laufen auseinander
Bei den Containern ist das Bild unübersichtlicher. Der World Container Index von Drewry fiel am 29. Oktober um 3% auf 4.429 Dollar je 40-Fuß-Container und drehte damit zwei wöchentliche Anstiege wieder um.
Shanghai nach Los Angeles sank um 6% auf 7.514 Dollar, Shanghai nach New York um 5% auf 9.631 Dollar. Asien-Europa hielt sich: Shanghai nach Rotterdam stieg um 1% auf 3.686 Dollar, Shanghai nach Genua blieb bei 4.151 Dollar. Drewry zählte für die folgende Woche sechs gestrichene Transpazifik-Abfahrten, in dieser Woche waren es fünf. Der Verband National Retail Federation prognostiziert für November einen Rückgang der US-Seefrachtimporte um 11% gegenüber dem Vormonat.
Der NYSHEX Freight Index legte am 30. Oktober auf allen fünf beobachteten Routen zu. Asien nach Nordeuropa gewann 5,40% auf 3.203,78, der Ostwärts-Transatlantik sprang um 18,77% auf 1.124,31. Der Shanghai Containerized Freight Index stieg leicht um 0,16% auf 3.687,35.
Raffinerien zahlen
Für Raffinerien entscheidet die Fracht, welches Barrel sich rechnet. Indische Raffinerien zahlen im physischen Markt etwa 20 Dollar pro Barrel über dem Brent-Futures-Preis von 115 Dollar, wie Branchenmanager der Economic Times sagten. Je nach Herkunft kommen 10 bis 20 Dollar pro Barrel für die Fracht obendrauf.
Die IEA erklärte, die stark gestiegenen Kosten für geliefertes Rohöl hätten die Margen asiatischer Raffinerien auf Rohöl aus dem Nahen Osten im September ins Minus gedrückt. Der Kpler-Analyst Matt Wright schrieb, dem Markt fehlten Schiffe, die im Golf von Nahost bereit und in der Lage sind, effizient zu fahren. Die Lagerhaltung verschärft das noch. Azernews berichtete, eine Supertanker-Reise von den USA nach China habe 80.000.000 Dollar erreicht, das sind rund 40 Dollar pro Barrel Transportkosten bei einer Ladung von zwei Millionen Barrel. Etwa 50 Supertanker dienen im Persischen Golf als schwimmende Lager, und Saudi-Arabien senkte seine Asien-Preise um 5 bis 7 Dollar pro Barrel.
BYD kauft Schiffe
Autobauer rechnen mit derselben Rechnung. BYD will seine Flotte von Autotransportern bis 2029 von acht auf 18 Schiffe ausbauen, wie Rest of World berichtete. Jedes neue Schiff, gebaut von China Merchants Industry, soll etwa 9.200 Autos fassen. Ein gemieteter Autotransporter für rund 6.500 Autos kostet laut Clarksons Research 95.000 Dollar pro Tag, im Februar waren es 50.000 Dollar.
Eigene Schiffe könnten BYDs Versandkosten pro Auto im Ausland gegenüber der Charterung um bis zu 40% senken, heißt es in einer Branchenschätzung. BYD verkaufte im September 180.700 Autos außerhalb Chinas, mehr als doppelt so viele wie ein Jahr zuvor und fast 40% seiner Monatsproduktion. Für das kommende Jahr peilt das Unternehmen mehr als 2.500.000 Auslandsverkäufe an. In diesem Jahr sind es 2.000.000. Autotransporter auf Asien-Europa-Routen fahren um das Kap der Guten Hoffnung, das verlängert die Strecke um etwa 25% und jede Reise um bis zu 14 Tage. Der Spotpreis von China in den Nahen Osten stieg von 65 Dollar im Februar auf 220 Dollar pro Kubikmeter.
Gericht
Der Streit ist vor Gericht gelandet. Mercuria will gerichtlich feststellen lassen, dass die Baltic Exchange ihre Pflichten verletzt hat. Die Börse hätte die TD3C-Bewertung für Ras Tanura nach China aussetzen müssen, sobald der Konflikt die Hormus-Lieferungen einschränkte, argumentiert das Unternehmen laut Global Trade Magazine. Die Anwälte von Mercuria zitierten einen Makler, der die TD3C-Bewertung vom 2. April als "völligen Unsinn" bezeichnete. Die Baltic Exchange erklärte, die Klage sei unbegründet, und sie habe ihre Pflichten erfüllt.
Quellen
14- 01UNCTAD: Tanker freight rates and bunker costs surge amid Hormuz disruptionsEN
- 02Container freight rates diverge as NYFI rises and Drewry WCI fallsEN
- 03BYD expands EV shipping fleet as wars upend freight costs and key trade routesEN
- 04High freight rates narrow Indian refiners' crude oil choices, squeeze marginsEN
- 05Iran war shipping disruptionEN
- 06Oil trade's shipping bottleneck threatens a fresh wave of inflationEN
- 07Binance breach puts custody at center of crypto infrastructure tradeEN
- 08The ETS Investment Engine: Scaling Europe’s Strategic E-fuel Market for Shipping & AviationEN
- 09Goldman Sachs pulls AI coding tools from traders and bankersEN
- 10Hackers Steal About $2.7 Million From Polymarket Traders via Hijacked DebugBear ScriptEN
- 11FBI Links North Korea's TraderTraitor to Record $6.43 Billion Binance Crypto HeistEN
- 12Launch HN: Momentic (YC W24) – Agents that catch bugs by using your appEN
- 13Oil majors count the cost of runaway tanker rates - Splash247EN
- 14Reviewer-gates: Trading speed for correctness with ClaudeEN
Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.
Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.
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