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Huawei lässt KI-Chip-Käufer Speicher selbst beschaffen, während HBM-Schmuggelpreise 4.000 Dollar erreichen

Huawei fordert einige Kunden auf, den Speicher für seine KI-Chips selbst zu besorgen. Damit geraten Käufer an Schwarzmarkthändler, wie The Information berichtete und The Decoder am 3. November aufgriff.

KonjunkturErklärtDr. Miriam SeidelVeröffentlicht: 3. November 20265 Min. LesezeitQuellen 10
Huawei lässt KI-Chip-Käufer Speicher selbst beschaffen, während HBM-Schmuggelpreise 4.000 Dollar erreichen

Die Regelung betrifft High-Bandwidth Memory, kurz HBM. Das ist der gestapelte Speicher, der neben einem KI-Beschleuniger sitzt und ihn mit Daten versorgt. Huaweis chinesische Zulieferer können davon nicht genug produzieren. Auch die US-Exportregeln blockieren direkte Käufe bei Samsung und SK Hynix, die zusammen mehr als 80 Prozent des Weltmarkts kontrollieren, so der Bericht von The Decoder vom 3. November.

Also wird der Kunde angewiesen, den Speicher woanders zu finden.

Was „woanders“ heißt, ist eine Schmuggelkette rund um eine Lücke in den US-Exportregeln. Die Schmuggler bündeln HBM mit billigen Serverprozessoren, deren Leistung unter der Exportschwelle liegt. Sie schicken die Pakete über Hongkong nach China und trennen dort in Werkstätten den Speicher von den Prozessoren. The Decoder beschreibt das Verfahren als fragil, mit hoher Fehlerquote, aber profitabel genug, um es am Laufen zu halten. Der Bericht nennt The Information als Quelle für die Kernaussage, dass Huawei die Beschaffung auf die Kunden abwälzt, und ergänzt Preisangaben eines Händlers in Shenzhen.

Was der Speicher kostet

Dieser Händler nennt für geschmuggeltes HBM3E rund 4.000 Dollar pro Einheit, nach einigen hundert Dollar ein Jahr zuvor. Jeder KI-Chip braucht sechs bis acht Einheiten, allein der Speicher kann also 32.000 Dollar pro Chip erreichen. Huawei will den Ascend 960DT Anfang nächsten Jahres auf den Markt bringen. Der Chip soll die doppelte Leistung der aktuellen Chips bringen, heißt es im selben Bericht.

Die Schmuggelrouten sind nicht die einzige Quelle. Ältere Nvidia-GPUs, die für Ersatzteile ausgeschlachtet werden, versorgen den Markt. Dazu kommt überschüssiger Lagerbestand von Chipdesignern, die Projekte eingestellt oder Bestellungen gekürzt haben.

Regierungen zählen die Leckage. Die südkoreanische Zollbehörde hatte bis Mai Handelsverstöße im Wert von 560 Millionen Dollar aufgedeckt, bereits mehr als der bisherige Jahresrekord, berichtete The Decoder. Ein Drittel davon betraf strategische Güter wie Chips, die ohne ordnungsgemäße Genehmigung oder mit falschen Erklärungen ausgeführt wurden.

Die Huawei-Geschichte ist diese Woche das schärfste Beispiel für einen breiteren Engpass. Die Hardware, auf der KI beruht, ist knapp, teuer und wird zunehmend an den Regeln vorbei bewegt statt durch sie hindurch. Dieselbe Knappheit prägt die Verpackungsforschung weiter unten. Sie prägt auch die Debatte um den Arbeitsmarkt, die die Berichterstattung der letzten Tage bestimmt hat.

Zwei Wege, den Fußabdruck zu senken

Am 2. November wies SemiEngineering auf ein Paper von imec und der Vrije Universiteit Brussel hin. Das Paper modelliert die grauen Emissionen beim Skalieren einer Chiplet-basierten GPU. Die Forscher verdoppelten die Zahl der Recheneinheiten und die HBM-Kapazität und verglichen dann 2,5D- und 3D-Verpackung. Die 3D-Skalierung ergab einen Anstieg der grauen Emissionen um 89 Prozent, gegenüber 141 Prozent bei 2,5D. Die Autoren führen das als Argument für 3D-Integration bei kohlenstoffarmer KI an. Das Paper ist ein arXiv-Preprint, arXiv:2610.32830, und hat daher kein Peer-Review durchlaufen.

Speicherknappheit zeigt sich auch in den Daten zu Elektroauto-Batterien. Der weltweite Verbrauch von EV-Batterien erreichte von Januar bis September 994,5 GWh, 19,7 Prozent mehr als im Vorjahr, nach Zahlen von SNE Research, die am Montag veröffentlicht und von CnEVPost gemeldet wurden. CATL hielt 39,1 Prozent und BYD 15,2 Prozent, zusammen 54,3 Prozent. Der September setzte mit 145,1 GWh einen Monatsrekord, doch das Jahreswachstum verlangsamte sich auf 15,8 Prozent, unter der kumulierten Rate, wie CnEVPost am 2. November berichtete.

Diese Zahlen betreffen Autos, nicht Rechenzentren. Aber sie beschreiben dieselbe Industriebasis, mit der KI-Hardware um Komponenten und Kapital konkurriert.

Das Büro, das kein Büro ist

Die Arbeitsseite der KI-Frage sieht je nach Messung anders aus. Am 2. November berichtete CNBC über eine Umfrage der New Yorker Fed unter 1.835 Hochschulabsolventen, durchgeführt im September. Demnach hatten 48,8 Prozent an ihrem letzten Bürotag keine persönlichen Meetings. Das Paper von Natalia Emanuel, Forschungsökonomin der NY Fed, und Emma Harrington, Wirtschaftsprofessorin an der University of Virginia, kommt zu dem Schluss, dass „ein erschreckend großer Teil der Belegschaft diese Form von Remote-Arbeit im Büro erlebt“.

„Erstaunlicherweise gaben 37 % der Befragten an, mindestens ein Meeting gehabt zu haben, das virtuell stattfand, obwohl alle Teilnehmer an diesem Tag im selben Büro waren“, schreiben die Forscherinnen laut CNBC.

Etwa jeder vierte Beschäftigte arbeitet inzwischen vollständig remote, nach Daten des U.S. Bureau of Labor Statistics, die die NY Fed zitiert. Die Forscherinnen halten diese Zahl für eine vermutlich zu niedrige Schätzung, wie fern sich Menschen von ihren Kollegen fühlen. Dieser Befund steht unangenehm neben den Argumenten für die Rückkehr ins Büro, die Unternehmen mit Zusammenarbeit begründet haben. Er erinnert auch daran, dass die Werkzeuge, denen Produktivitätsgewinne zugeschrieben werden, neu ordnen, wer mit wem spricht.

Speziell bei der Frage nach KI und Arbeitsplätzen entscheidet die Evidenz den Streit nicht. Die jüngsten Schlagzeilen, die zum Kontext gesammelt wurden, weisen in mehrere Richtungen zugleich. Goldman-Sachs-Research sagt, verdrängte Arbeitskräfte brauchen länger, um neue Stellen zu finden. Eine Studie von Statistics Canada findet wenig Belege dafür, dass KI einen Rückgang bei der Einstellung junger Menschen erklärt. China hat einen 18-Punkte-Plan zur Beobachtung des Risikos von Arbeitsplatzverdrängung. Nichts davon gehört zum hier verwendeten Quellenbestand, also sind sie Hinweise, keine Befunde.

Was das datierte Material stützt, ist enger. Die Umfrage der New Yorker Fed misst Isolation, nicht Automatisierung. Die Daten von SNE Research messen installierte Batteriekapazität. Das imec-Paper misst graue Emissionen. Jede ist ein einzelner Messwert. Der Versuchung zu widerstehen, sie zu einem Gesamturteil über KI und Arbeit zu stapeln, gilt es genau zu widerstehen.

Unterdessen bewegt sich der Speicherhandel weiter. Huaweis Kunden haben ein Beschaffungsproblem, das kein Lieferant für sie lösen kann. Den Preis für die Lösung setzen Händler in Shenzhen und Zollbeamte in Seoul.

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Quellen

10
  1. 01Huawei tells customers to find their own AI chip memory, effectively outsourcing procurement to the black marketEN
  2. 02Feeling isolated? Half of in-office workers describe their desk jobs as 'remote,' NY Fed survey findsEN
  3. 033D Integration Reduces Embodied-Emissions Impact Of GPU Scaling (imec, VUB)EN
  4. 04Global EV battery market share in January-September 2026: CATL 39.1%, BYD 15.2%EN
  5. 05The ETS Investment Engine: Scaling Europe's Strategic E-fuel Market for Shipping & AviationEN
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Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Dr. Miriam Seidel

Dr. Miriam Seidel

Wirtschaft, Business und Welt

Dr. Miriam Seidel schreibt für FLASH24 über Wirtschaft, Weltpolitik und Konjunktur und stützt sich dabei auf Geschäftsberichte, Notenbankdaten und Handelsregisterauszüge, statt auf Pressemitteilungen zu warten. Sie prüft Bilanzen Zeile für Zeile, gleicht Kennzahlen mit Vorquartalen ab und rechnet Wachstumsraten selbst nach. Für ihre Analysen spricht sie mit Analysten, verfolgt die Quartalszahlen der Tech-Konzerne und wartet auf die Konjunkturumfragen des Ifo-Instituts. Dass sie privat Bilanzen von Tech-Konzernen liest und Lastenräder testet, passt zu ihrer Deck: Kapitalströme und Stadtverkehr prüft sie mit derselben Genauigkeit. Sie veröffentlicht keine Zahlen, deren Quelle sie nicht selbst eingesehen hat.

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