Italiens Masernmeldungen steigen in den ersten fünf Monaten 2026 um 78,1 Prozent
Italiens nationales Meldesystem hat in den ersten fünf Monaten des Jahres 2026 609 Masernmeldungen registriert, in den gleichen Monaten des Jahres 2025 waren es 342. Das sind 78,1 Prozent mehr, berichtete Il Mattino am 23. September 2026. Bestätigt sind 472 Fälle, zuvor 322.

Italiens nationales Meldesystem hat in den ersten fünf Monaten des Jahres 2026 609 Masernmeldungen registriert, in den gleichen Monaten des Jahres 2025 waren es 342. Das ist ein Anstieg um 78,1 Prozent [4]. Il Mattino berichtete am 23. September 2026 über die Zahlen [4].
Bestätigt sind 472 Fälle, ein Jahr zuvor waren es 322 [4].
Der Sprung ist keine Pechsträhne. Jede italienische Region liegt unter der Quote von 95 Prozent bei der zweiten Dosis, die nötig wäre, um die Übertragung zu stoppen, so die Weltgesundheitsorganisation. Das Virus findet die Menschen, die der Impfplan verfehlt hat [4][2]. Es sind überwiegend Erwachsene. Zuerst zahlen Säuglinge, die für eine Impfung zu jung sind, und Menschen mit geschwächtem Immunsystem, die keine Lebendimpfung erhalten dürfen [2][4]. Schulen und Krankenhäuser tragen den Rest der Rechnung [5]. Ob der Rückgang in Europa aus dem Jahr 2025 die endgültige Bilanz übersteht, kann noch niemand sagen. Ebenso wenig, wie weit die italienische Kurve vor dem Höhepunkt zwischen Februar und April noch steigt [1][4].
Italiens Fallzahlen drehen nach oben
Das Durchschnittsalter der Infizierten liegt bei 30 Jahren [4]. Auf die Gruppe der 15- bis 39-Jährigen entfallen 345 Meldungen, auf Erwachsene von 40 bis 64 Jahren 124, auf Kinder bis vier Jahre 98 [4].
Die Inzidenz ist bei den jüngsten Kindern weiterhin am höchsten. Bei den unter Vierjährigen sind es 49,4 Fälle pro Million, in der Gruppe der 15- bis 39-Jährigen 22,3 pro Million [4]. Säuglinge sind darauf angewiesen, dass die Menschen um sie herum immun sind [4].
Die Geografie ist ungleich. Kalabrien kam von 17 Meldungen in den ersten fünf Monaten 2025 auf 265 im gleichen Zeitraum 2026 [4]. Kampanien stieg von 18 auf 100, die Toskana von 6 auf 49, Latium von 47 auf 54 [4]. Genetische Untersuchungen deuten auf getrennte Ketten hin: Hinter den Ausbrüchen in Kampanien und der Toskana steht der Genotyp B3, hinter dem in Kalabrien D8 [4]. Stämme, die schon 2025 zirkulierten, tauchten erneut auf. Das legt nahe, dass die endemische Übertragung nie aufgehört hat [4].
Unter jungen Erwachsenen mit bekanntem Impfstatus hatten 94,7 Prozent keine Impfung erhalten [4].
Italiens Gesundheitsministerium hat ein Rundschreiben zum erneuten Anstieg der Virusverbreitung veröffentlicht. Es verweist auf eine erhöhte Übertragung in Europa und im Mittelmeerraum sowie im eigenen Land [4].
Die Lücke ist die zweite Dosis
Der nationale Durchschnitt für die zweite Dosis liegt in Italien bei 84,45 Prozent, keine Region erreicht 95 Prozent [4].
Kampanien zeigt, wie das Problem aussieht: 93,74 Prozent bei der ersten Dosis, 71,89 Prozent bei der zweiten. Zwischen Beginn und Abschluss der Impfserie liegen fast 22 Punkte [4]. Sizilien steht bei 67,88 Prozent, Kalabrien bei 76,80 Prozent, Latium bei 77,81 Prozent [4]. Umbrien mit 94,30 Prozent und die Lombardei mit 93,92 Prozent führen das Land an und bleiben doch unter der Schwelle [4].
Das Ziel liegt bei etwa 95 Prozent, der Schwelle für Herdenimmunität, die die Weltgesundheitsorganisation zugrunde legt [2][6]. In Europa erhalten rund 94 Prozent der Kinder eine erste Dosis und etwa 88 Prozent zwei [6]. Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen liegen weiter zurück [6].
Damit bleiben die Generationen, die in Jahren lückenhafter Abdeckung aufgewachsen sind, die größte Gruppe empfänglicher Menschen [4]. Die Regionen mit den tiefsten Lücken melden jetzt die meisten Fälle. Kampanien, Kalabrien und Latium liegen alle unter dem nationalen Durchschnitt für die zweite Dosis [4].
Europas Rückgang 2025 ist keine Entwarnung
53 Länder der WHO-Region Europa meldeten für 2025 33.998 Masernfälle, fast 75 Prozent weniger als die 127.412 im Jahr 2024. Die Zahl stammt aus vorläufigen WHO-Daten, die im Februar 2026 veröffentlicht wurden [1].
Spanien, Österreich, das Vereinigte Königreich und Armenien haben kürzlich ihren Status als masernfrei verloren [1]. Die Zahl der Länder mit kontinuierlicher Virusverbreitung oder mit zurückkehrender endemischer Übertragung stieg von 12 auf 19 [1]. Spanien meldete 2025 fast 400 bestätigte Fälle, 2024 waren es 227 [1]. Spaniens Abdeckung bei der zweiten Dosis liegt unter 94 Prozent [1].
Die Zahlen für 2025 sind vorläufig. 2024 registrierte das Meldesystem 127.412 Fälle, die endgültige Zahl lag bei 151.040 [1].
Was ein Ausbruch kostet
Weltweit verpassten 2024 20,6 Millionen Kinder eine erste Dosis, und in 59 Ländern gab es in diesem Jahr große oder disruptive Ausbrüche [5].
In einem Schulbezirk in Texas lagen die erfassten Fehlzeiten etwa zehnmal höher, als bestätigte Fälle allein erklären würden. Verdachtsfälle, Quarantäne und Vorsichtsmaßnahmen hielten gesunde Kinder zu Hause [5]. Ein Ausbruch in Birmingham führte an einer einzigen Kinderklinik zu Dutzenden Krankenhausaufnahmen, Hunderten verlorenen Bettentagen und Tausenden Benachrichtigungen zur Kontaktverfolgung [5]. Die Fehlzeiten reichten weiter als die Infektionen [5].
Masern sind leicht übertragbar. Eine infizierte Person kann bis zu 18 weitere anstecken, und das Virus kann sich in einem geschlossenen Raum bis zu zwei Stunden halten [5]. Ansteckend ist man schon vor dem Ausschlag [5]. Die frühen Symptome ähneln jeder anderen Atemwegsinfektion, was die Diagnose verzögert [5].
Für Erwachsene mit geschwächtem Immunsystem ist die Rechnung schwieriger. Die Masernimpfung ist eine Lebendimpfung, Ärzte raten Patienten mit konventionellen, gezielten oder biologischen Antirheumatika davon ab [2]. Die Leitlinien sehen vor, Methotrexat, Leflunomid und systemische Glukokortikoide vier Wochen vor der Immunisierung abzusetzen und vier Wochen danach [2]. Um die Übertragung in der Bevölkerung zu stoppen, braucht es eine Abdeckung nahe 95 Prozent. Darunter sind diese Patienten einer höheren Exposition ausgesetzt [2].
Die nächste Prüfung kommt im Frühjahr
Masern verlaufen stark saisonal, mit mehr Fällen im Februar, März und April, und schon zu Beginn des Jahres 2026 traten Fälle auf [1].
Weltweit sind für 2026 etwa 11 Millionen Masernfälle zu erwarten [6]. Europas Zahlen für 2025 bleiben vorläufig, und die Korrektur von 2024 deutet darauf hin, dass sich die endgültige Summe erneut verschieben könnte [1].
Was den Verlauf ändern würde, ist die Impfabdeckung, und die italienischen Daten zeigen, wo sie bricht: zwischen der ersten und der zweiten Dosis [4].
Quellen
27- 01Measles Resurgence Among Italian Young AdultsEN
- 02Preliminary data show that measles cases in Europe declined in 2025, although they increased in countries such as SpainEN
- 03New research reveals huge impact of measles outbreaks on schools and hospitalsEN
- 0411 million measles cases expected worldwide in 2026EN
- 05Measles Outbreaks Threaten Vulnerable Rheumatic PatientsEN
- 06Resurgence of measles spreads deep concern among ophthalmologistsEN
- 07Little Ice Age cooling in Europe may have raised the risk of ricketsEN
- 08French blood banks hacked in latest cyber-attack on EuropeEN
- 09CATL, Octopus Energy and Ampace partner to explore European home energy storageEN
- 10 Dimorphos in sight: Europe's Hera probe gets its 1st look at battered space rock (photo) EN
- 11Tesla cuts FSD’s speed margin from 50% to 10% over the limit in EuropeEN
- 12Supermarket fridges hit with cyberattacks across Europe — here's what's happeningEN
- 13Mercedes-Benz Is Giving Up On Its EV Charging Network In EuropeEN
- 14Portuguese AI startup Granter bags €1.6M to expand across EuropeEN
- 15The ETS Investment Engine: Scaling Europe’s Strategic E-fuel Market for Shipping & AviationEN
- 16Mistral CEO: Europe faces ‘complete trap’ without frontier AIEN
- 17How Europe’s battery passport could have a big impact on US e-bikesEN
- 1830,000-year-old DNA reveals Ice Age Europeans were far more connected than we thoughtEN
- 19Synopsys to Offer EDA Software Through European Chips Design PlatformEN
- 20Novo won't launch CagriSema in Europe for 'a couple of years,' CFO saysEN
- 21Record Demand Catches (Some) OEMs with Their Pants Down — Europe September 2026EN
- 22Forget AI, Europe has a plan to win the next tech revolutionEN
- 23Hyundai IONIQ 3 Named European Car of the Year 2027 FinalistEN
- 24New Wave of Refrigeration Cyberattacks Hits Supermarkets Across Europe, Forcing Stores to Pull FoodEN
- 25Europe vs. Elon: 5 ways the EU is trying to squeeze out Musk’s StarlinkEN
- 26Flexell Space Establishes French Subsidiary to Strengthen European PresenceEN
- 27Europe can still shape the rules of AIEN
Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.
Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.
Kommentare
0- Noch keine Kommentare — seien Sie der Erste.