LIV Golf zahlte vor dem Insolvenzantrag 15,6 Millionen Dollar an Führungskräfte
In den elf Wochen vor dem Chapter-11-Antrag am 8. September hat LIV Golf mehr als 15,6 Millionen Dollar an Halteprämien für Führungskräfte ausgezahlt. Das geht aus Gerichtsunterlagen hervor, über die am 1. November berichtet wurde.

Die Prämien gingen zwischen dem 24. Juni und dem 7. August 2026 an sieben Führungskräfte. Das zeigen Unterlagen beim United States Bankruptcy Court for the District of New Jersey. Auf Chief Executive Scott O'Neil entfiel die größte Einzelzahlung: 6.375.000 Dollar.
O'Neils Vergütung reichte weit über diese Prämie hinaus. Die Unterlagen weisen für Februar einen Bonus von 2.700.000 Dollar aus. Damit stieg seine Gesamtvergütung in den rund zwölf Monaten von September 2025 bis August 2026 auf mehr als 13.600.000 Dollar. Der frühere Chief Executive Greg Norman erhielt bei seinem Ausscheiden im September 2025 etwa 9.400.000 Dollar. Davon entfielen 5.800.000 Dollar auf einen Vergleich und 3.600.000 Dollar auf einen Bonus. Chief Financial Officer David Phillips bekam im Juni 2026 eine Halteprämie von 3.300.000 Dollar und für den Berichtszeitraum insgesamt rund 5.100.000 Dollar. Die Unterlagen listen zudem mehr als 12.800.000 Dollar an weiteren Boni und Transfers an Insider in den zwölf Monaten vor dem Antrag.
Entscheidend ist der Zeitpunkt. O'Neils 6.375.000 Dollar flossen am 24. Juni, weniger als drei Monate bevor LIV am 8. September Chapter 11 anmeldete. NGSC Sports berichtete, dass Spieler, Auftragnehmer und Produktionsfirmen im selben Zeitraum mit offenen Forderungen in Millionenhöhe zurückblieben.
Salesforce beantragt Ablehnung des Sponsorings
Salesforce reichte am 29. Oktober beim selben Insolvenzgericht in New Jersey einen Antrag ein. Das Unternehmen verlangt vom Richter, LIV zu einer frühen Entscheidung über den Vertrag zu zwingen, am besten zu dessen Ablehnung. Der Antrag kam über den Anwalt Jeremiah Vandermark.
Die Partnerschaft wurde im Juni 2025 angekündigt und läuft bis 2029. Sie sollte die KI- und CRM-Werkzeuge von Salesforce, darunter Agentforce, über digitale Produkte, Turniere und Übertragungen von LIV präsentieren. Geplant waren ein KI-gestützter Fan Digital Caddie, die Anbindung an die Funktion "Any Shot, Any Time" der Liga und KI-Liveprognosen während der Übertragungen.
Salesforce erklärt, der Kern davon sei nie geliefert worden. Die Eingabe benennt konkret, was ausfiel.
Bei Live-Veranstaltungen habe der Agentforce-Chatbot "Fehler angezeigt, statt das beabsichtigte Fanerlebnis zu bieten", heißt es in dem Antrag. Das Unternehmen macht das Fehlen einer dynamischen Vorab-Abfrage von Aktionen verantwortlich, die für die Geolokalisierungsfunktion des Agenten nötig gewesen wäre. Stattdessen habe LIV auf "manuelle und fest einprogrammierte Behelfslösungen" gesetzt, darunter einen fest einprogrammierten Turnierstandort. Mitte der Saison mussten Fans laut Antrag die eigene Mobil-App von LIV verlassen und einen externen Browser öffnen. Auch die geplante Anbindung von "Any Shot, Any Time" habe LIV fallen lassen.
Die Fehler "mindern den Marketingwert des Sponsorings" und brächten die Produkte des Unternehmens mit mangelhaften oder unvollständigen Fanerlebnissen in Verbindung, argumentiert Salesforce.
Zwei abgesagte Turniere kommen hinzu. Salesforce verweist auf die gestrichenen Veranstaltungen in New Orleans und Michigan. Dadurch seien Beschilderung, Hospitality, Medienpräsenz und Aktivierungsmöglichkeiten entfallen oder beeinträchtigt worden. Nach dem Vertrag schuldete LIV für 2026 einen Aktivierungsfonds von 400.000 Dollar. Laut Antrag waren davon etwa 375.000 Dollar nicht verfügbar, weil LIV nie die Zustimmung des saudischen PIF eingeholt habe.
Die Bilanz hinter dem Chapter 11
Dem Insolvenzverfahren vorausgegangen war die Entscheidung des PIF, LIV im April 2026 nicht weiter zu finanzieren. Der Fonds hatte die Liga seit ihrem Start 2022 unterstützt. Der Rückzug erzwang die Absage der Team Championship im August 2026 und Kündigungen zum 1. September 2026.
Erste Gerichtsunterlagen bezifferten das Vermögen von LIV auf 100.000.000 bis 500.000.000 Dollar bei Verbindlichkeiten von 500.000.000 bis 1.000.000.000 Dollar.
Gemessen an dieser Lücke sind die Halteprämien klein. Es ist zugleich Bargeld, das die Gläubiger nicht erreicht hat.
BC Partners hat angeboten, als Hauptinvestor in ein restrukturiertes "LIV 2.0" einzusteigen. Das Geld ist an Bedingungen geknüpft: Das Paket der Firma hängt davon ab, dass LIV langfristige Spielzusagen der Zugpferde sichert. O'Neil hat das Format skizziert, das es tragen soll: größere Felder von 57 auf 75 Spieler, reguläre Cuts nach 36 Löchern und eine offene Qualifikation am Montag.
Abgänge von Spielern und DeChambeaus Fall
Der Kader ist seit dem Antrag kleiner geworden. Die Anwälte von Jon Rahm bestätigten bei einer Anhörung im September, dass Rahm die restrukturierte Tour nicht spielen wird. Tyrrell Hatton, Tom McKibbin, Louis Oosthuizen und Ian Poulter haben ihren Abschied angekündigt. GolfMagic berichtete, dass auch Sergio Garcia, Graeme McDowell, Lucas Herbert und Charles Howell III ihren Weggang bestätigt haben; der neunmalige LIV-Sieger Joaquin Niemann werde vermutlich folgen.
Bryson DeChambeau bleibt und wirbt für das Format.
Im Podcast "Figuring Out" von Raj Shamani sagte er, das Teamkonzept funktioniere weiterhin: "I really care, and I still do care deeply about the team golf stuff".
Als Beleg führte er sein eigenes Team an. Crushers GC habe im vergangenen Jahr fast 29.000.000 Dollar Umsatz bei etwa 21.000.000 Dollar Kosten erzielt, was rund 8.000.000 Dollar EBITDA ergebe. Als die Liga insolvent ging, seien die Spielerzahlungen an die Teams weitergereicht worden, weil "the top co just wasn't really managed that effectively".
Sein Konzept für den Neustart setzt auf Führung und Finanzdisziplin statt auf Vorabzahlungen. Das neue Modell werde "richtig aufgesetzt", sagte er, und solle "100 percent additive to any golf tour" sein.
Wie es weitergeht
LIV 2.0 soll Anfang 2027 mit Unterstützung von BC Partners Credit starten. DeChambeaus Interview erschien 24 Stunden nach der Frist, bis zu der sich die Spieler zum nächsten Kapitel bekennen mussten.
Das Gericht muss noch über den Antrag von Salesforce entscheiden. Die Finanzierung durch BC Partners hängt weiterhin von den Zusagen der Spieler ab.
Beide Entscheidungen sind offen.
Quellen
10- 01LIV Golf Bankruptcy: Millions for Executives, Unpaid Bills for Everyone ElseEN
- 02LIV Golf Paid Out $15.6 Million in Executive Retention Bonuses Ahead of Chapter 11 Bankruptcy FilingEN
- 03$200 Billion Tech Giant Targets LIV Golf As Bankruptcy and Player Exodus Rock LeagueEN
- 04DeChambeau Backs LIV Bankruptcy Plan As Stars ExitEN
- 05Bryson DeChambeau breaks silence on LIV Golf bankruptcy with major 2.0 updateEN
- 06Canva layoffs: design giant to cut or relocate more than 1,200 jobs in major restructureEN
- 07IEEE Computer Society Chapter Offers Webinars With Industry ExpertsEN
- 08 Tachyum, developer of heavily-delayed universal Prodigy processor, voluntarily files for bankruptcy EN
- 09Volkswagen hits pause on the Golf EV as it faces an ‘urgent need for action’EN
- 10Brightspeed swaps CEOs as it reportedly nears bankruptcyEN
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Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.
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