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Nvidia bittet Cloud-Partner, chinesische Kunden zu begrenzen, während HBM-Schmuggel die Lücke füllt

Nvidia hat einige Cloud-Kunden aufgefordert, weniger Geschäft mit chinesischen Firmen zu machen, wie The Decoder am 3. November berichtete. Die Vorgabe ist nicht verbindlich und gilt für künftige Verträge, nicht für bestehende Abschlüsse.

WeltAnalyseDr. Miriam SeidelVeröffentlicht: 4. November 20263 Min. LesezeitQuellen 28
Nvidia bittet Cloud-Partner, chinesische Kunden zu begrenzen, während HBM-Schmuggel die Lücke füllt

Die Lücke reicht über Nvidia hinaus. Exportkontrollen beschränken Chip-Lieferungen, erfassen aber in der Regel keinen Fernzugriff über Cloud-Dienste. Chinesische KI-Labore können weiterhin Rechenleistung im Ausland mieten. Cloud-Anbieter müssen nun prüfen, wer hinter einem Vertrag steht. Wie weit die Vorgabe reicht, ist unbekannt.

Nvidia bittet Cloud-Partner, chinesische Kunden zu begrenzen

Der Bericht beruft sich auf The Information und drei mit der Sache vertraute Personen. Die Anweisung erging mündlich über Vertriebsmitarbeiter und regionale Teams, berichtet die Financial Times, wie The Decoder meldete.

Nvidia verlangte von Cloud-Kunden zudem, die Identität der Endnutzer offenzulegen, die auf die Chips zugreifen. Das ist der Teil mit Wirkung. US-Behörden hatten untersucht, ob chinesische KI-Firmen über ausländische Rechenzentren an fortgeschrittene Chips gelangen. Auslöser waren Vorwürfe gegen Moonshot AI, den Entwickler des Chatbots Kimi.

Die Wirtschaft des HBM-Schmuggels

Tom's Hardware berichtete am 3. November über einen Speicher-Schmuggler, der seine Route für exportkontrollierte HBM-Chips beschrieb. Er kombiniert Speicher aus Südkorea mit billigen, leistungsschwachen Prozessoren, die unter US- und südkoreanische Exportkontrollen fallen. Der Speicher selbst stammt von Samsung und SK hynix und ist für die Ausfuhr nach China einzeln verboten. Die Regeln betrachten nur die Leistung des Serverprozessors, nicht die angeschlossenen Komponenten. Der HBM reist deshalb in einer legal wirkenden Platine.

Die Platinen landen in Hongkong und gelangen im Gepäck von Pendlern nach Shenzhen. Techniker erhitzen die Platinen, um das Lot zu erweichen, heben die Speicherchips ab und werfen den Rest weg. Die Ausfallrate ist hoch. Der Preis macht das Risiko lohnend. Ein Chip-Händler in Shenzhen sagte The Information, eine HBM3E-Einheit habe vor einem Jahr mehrere hundert Dollar gekostet und heute etwa 4.000 Dollar. Bei sechs bis acht High-End-Speicherchips pro KI-Chip ergibt das 24.000 bis 32.000 Dollar pro GPU.

Die Durchsetzung wird strenger. Washington hat Festnahmen vorgenommen, unter anderem von Führungskräften von Super Micro und dem Chef eines Tech-Unternehmens aus Kalifornien. Taiwan und Malaysia bauen ihre Arbeit gegen Schmuggel ebenfalls aus, berichtet Tom's Hardware. Seoul ist ihnen laut demselben Bericht noch nicht gefolgt.

Huaweis Speicherengpass

Huaweis Ascend 950DT kostet laut Tom's Hardware etwa 37.000 Dollar. Das liegt nahe am Preis von Nvidias B200, bietet aber nur die halbe Leistung der vorherigen Generation H100. Huawei soll erklärt haben, sein nächstes Flaggschiff 960DT werde mit der H100 gleichziehen.

Der Speicher ist die Grenze. Huawei kann HBM nicht bei Samsung und SK hynix kaufen. Chinesische Speicherhersteller haben zudem nicht genug Kapazität für den gesamten Chipbedarf des Konzerns. Das Unternehmen hat Kunden aufgefordert, den HBM für ihre Server selbst zu beschaffen, was mehr Käufer zu den Schmugglern treibt. CXMT hat die Risikoproduktion von HBM3E begonnen und will sie bis Ende dieses Jahres in Serie fertigen. Die Ausbeute soll niedrig sein.

Ein schwaches Glied im Chipdesign kaufen

Das Pekinger Unternehmen Empyrean teilte am Sonntag in einer Meldung an die Börse Shenzhen mit, es werde 50,38 Prozent an Easy-Logic Technology übernehmen. Der Preis liegt bei 218.800.000 Yuan, umgerechnet 33.000.000 US-Dollar. Easy-Logic wurde 2021 gegründet und entwickelt Werkzeuge zur Logikoptimierung, mit denen Chipdesigner Iterationszeit und Ressourcenbedarf senken.

Empyrean erklärte, die Algorithmen des Start-ups hätten internationale EDA-Wettbewerbe gewonnen, und seine Produkte würden von fast 100 Digital-Chip-Designfirmen weltweit genutzt. Die SCMP berichtete, der Kauf zeige die chinesischen Bemühungen, die Abhängigkeit von westlicher Chipdesign-Software zu verringern und Huaweis Tau Scaling Law zu stützen.

Realitätscheck am Markt

Reuters erklärte unter Verweis auf CleanTechnica vom 1. November, die KI-Blase Chinas sei "bereits geplatzt". Innerhalb von vier Monaten fiel der STAR50-Index der KI- und Halbleiterunternehmen um 40 Prozent und löschte 480.000.000.000 Dollar Marktwert aus. CXMT verlor im vergangenen Monat mehr als ein Viertel seines Werts. Das Robotikunternehmen Unitree hat seit seinem Börsengang im August die Hälfte verloren.

Dong Baozhen, Fondsmanager in Peking, sagte zu Reuters: "Der Aktienmarkt entwickelte sich später zu einem spekulativen, verrückten Bullenmarkt, und jetzt sehen wir die Blase platzen".

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Quellen

28
  1. 01Nvidia pushes cloud customers to cut back on China businessEN
  2. 02AI chip smugglers exploit trade control loophole to bring banned HBM from South Korea into ChinaEN
  3. 03China's EDA champion buys start-up to address weak link, support Huawei's Tau Scaling LawEN
  4. 04AI Balloon in China Deflates by Half a Trillion DollarsEN
  5. 05Chinese scientists develop self-powered PV-TEG system for hotspot detection, thermal managementEN
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  28. 28India’s China+1 Dilemma: It May Need China to Depend Less on ChinaEN

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Dr. Miriam Seidel

Dr. Miriam Seidel

Wirtschaft, Business und Welt

Dr. Miriam Seidel schreibt für FLASH24 über Wirtschaft, Weltpolitik und Konjunktur und stützt sich dabei auf Geschäftsberichte, Notenbankdaten und Handelsregisterauszüge, statt auf Pressemitteilungen zu warten. Sie prüft Bilanzen Zeile für Zeile, gleicht Kennzahlen mit Vorquartalen ab und rechnet Wachstumsraten selbst nach. Für ihre Analysen spricht sie mit Analysten, verfolgt die Quartalszahlen der Tech-Konzerne und wartet auf die Konjunkturumfragen des Ifo-Instituts. Dass sie privat Bilanzen von Tech-Konzernen liest und Lastenräder testet, passt zu ihrer Deck: Kapitalströme und Stadtverkehr prüft sie mit derselben Genauigkeit. Sie veröffentlicht keine Zahlen, deren Quelle sie nicht selbst eingesehen hat.

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