OpenAIs freiwilliger Netzplan und die Grenzen des Lastverschiebens
OpenAI hat das Grid Protectors Program gestartet. Der Plan ist unverbindlich und soll die Stromnachfrage künftiger Rechenzentrumsstandorte drosseln, wenn das US-Stromnetz unter Druck steht. Das Unternehmen rechnet damit, dass die US-Kapazität für Rechenzentren bis 2030 mehr als 100GW erreichen wird.

OpenAIs unverbindliches Netzversprechen
OpenAI hat das Grid Protectors Program gestartet, berichtete DataCenterDynamics. Der Plan ist freiwillig und gilt für künftige Rechenzentrumsstandorte.
OpenAI begründet das Vorhaben mit einer Prognose: Die US-Kapazität für Rechenzentren wird bis 2030 mehr als 100GW überschreiten. Dieses Wachstum schaffe die Gelegenheit, Standorte zu bauen, die ihren Stromverbrauch anpassen können, wenn die Gemeinden den Strom am dringendsten brauchen.
"With US data center capacity projected to exceed 100GW by 2030, we have a once-in-a-generation opportunity to strengthen the electric grid by building campuses that can adjust their power use when communities need it most."
OpenAI bezeichnet das Vorhaben als "Ambition" und nicht als feste Zusage. Die Regelungen sollen je nach Standort unterschiedlich ausfallen, teilte das Unternehmen mit. Weitere Zusagen will es bekannt geben, sobald sie feststehen.
Das Programm könnte Netzbetreiber dabei unterstützen, Strom aus Anlagen oder Speichern vor Ort bereitzustellen. Auch Batterien und Leistungssteuerungen könnten Lastschwankungen ausgleichen. OpenAI kündigte an, bis zu 1GW flexible Demand-Response bereitzustellen, und will mit Versorgern, Regulierern und politischen Entscheidern zusammenarbeiten.
OpenAI verwies auf einen Vertrag mit Georgia Power. Darin verpflichtete sich OpenAI, die vollen Kosten der Infrastruktur zu tragen, die für den Anschluss eines Rechenzentrums nötig ist. Kim Greene, Chairman, President und CEO von Georgia Power, sagte damals, "data centers are paying more so families and small businesses can pay less". Im Januar versprach OpenAI, für den Strom seiner Stargate-Rechenzentren "pay its own way" zu sorgen.
Warum Lastverschiebung wenig bringt
Die Analyse von Ember vom Oktober 2026 umfasste neun Märkte in den USA, Europa und Südostasien. Sie trennt zwei Wege zur Entlastung des Netzes. Der eine besteht darin, Rechenarbeit in eine andere Zeit oder an einen anderen Ort zu verlegen. Der andere darin, Netzstrom durch Erzeugung oder Speicher vor Ort zu ersetzen.
Irland zeigt das Ausmaß des Problems. Dort entfallen bereits etwa 19% der Spitzenlast auf Rechenzentren. Im Januar 2025 zogen sie schätzungsweise 1,1GW, als die Systemlast mit 6GW ihren Höchststand erreichte. Ember rechnet damit, dass dieser Anteil bis 2030 auf 24% steigen könnte. Die Nachfrage der Rechenzentren läge dann bei 1,6GW gegenüber einer Systemspitze von 6,5GW. Der zeitliche Abstand verschärft die Lage. Ein großes Rechenzentrum kann 200MW bis 500MW benötigen und 18 bis 24 Monate Bauzeit brauchen. Der Ausbau der Netze dauert vier bis 10 Jahre.
Lastverschiebung kann einen großen Teil dieser Lücke nicht schließen. Ember schätzt, dass Cloud-Dienste, Unternehmensanwendungen und KI-Inferenz bis 2030 etwa 87% der weltweiten Rechenzentrumskapazität ausmachen werden.
Diese Arbeitslasten brauchen geringe Latenz. Sie zu pausieren oder zu verlagern ist schwierig. Nach den Annahmen von Ember könnten theoretisch etwa 6,5% der weltweiten Rechenzentrumskapazität verschoben werden. Nach einer Auslastungsquote von 48% sinkt die Kapazität, die bei Netzengpässen reagieren kann, auf rund 3%. In Irland könnte Lastverschiebung die Spitzenlast bis 2030 um etwa 100MW senken, das sind 1,5% der prognostizierten Spitze. In den übrigen untersuchten Märkten liegen die geschätzten Rückgänge zwischen 0,1% und 0,6%.
Die Investitionsantwort: Anlagen und Leitungen
Ember stellte fest, dass Erzeugung und Speicher hinter dem Zähler fast fünfmal so viel Netzentlastung bringen könnten wie Lastverschiebung.
Zwei große Rechenzentren in Texas kommen zusammen auf eine prognostizierte Last von 5,6GW. Bei ihnen könnte Lastverschiebung die Netznachfrage in Belastungsphasen um etwa 0,55GW senken. Erzeugung vor Ort könnte sie um bis zu 2,7GW senken.
Diese Nachfrage verändert die Bewertungen der Ausrüster. GE Vernova vereinbarte die Übernahme von Trench Group für 9 Milliarden US-Dollar und erweitert damit die Kapazität im Segment Electrification. Der Deal bringt die Fertigung von Hochspannungsnetztechnik ins eigene Haus und schafft eine operative Basis in Europa und Asien. GE Vernova will die Transaktion Ende 2027 abschließen und den Kauf mit Bargeld und Schulden finanzieren.
E.ON betreibt ein ähnliches Programm in Ungarn. Das Unternehmen plant Netzinvestitionen von fast 230 Milliarden HUF und will bis 2030 mehr als 2.300MW Anschlusskapazität schaffen.
EU-Mittel decken nach Angaben von E.ON nur etwa ein Viertel dieser geplanten Netzinvestitionen. Auf jeden Forint aus der EU legt das Unternehmen drei eigene drauf. Zusätzlich gibt E.ON 13,5 Milliarden HUF für 237.000 weitere intelligente Stromzähler bis Ende 2028 aus. Damit kommt das Unternehmen auf insgesamt fast 600.000. Guntram Würzberg von E.ON sagte dem Budapest Business Journal, die Herausforderung sei jetzt, "when, where and at what cost we can use it".
Was noch nicht beziffert ist
OpenAI hat keine verbindlichen Ziele veröffentlicht. Das Unternehmen will weitere Zusagen bekannt geben, sobald sie feststehen.
Die Zahlen von Ember beruhen auf Annahmen. Dazu gehören 35% Flexibilität für KI-Trainingslasten und 5% für Inferenz, für klassische Rechenzentren keine. Verschiebt man diese Werte, schrumpft oder wächst die Entlastung.
Auf der Ausrüsterseite sind die Zeiträume lang. GE Vernova rechnet nicht vor Ende 2027 mit dem Abschluss des Trench-Kaufs. E.ON erklärt, seine Finanzierung hänge von fairen und verlässlichen regulatorischen Regeln und Tarifen ab.
Die Politik ist bereits Teil der Sache. Der Energieverbrauch von Rechenzentren und seine Wirkung auf die lokalen Strompreise stoßen in den USA auf Widerstand. Das Thema spielte im laufenden Wahlkampf zu den Zwischenwahlen eine Rolle, als Ember die Analyse veröffentlichte.
Quellen
28- 01OpenAI launches 'Grid Protectors Program' to reduce data center electricity demand when the US grid is under strainEN
- 02Behind-the-meter generation could deliver five times more grid relief than data center load shiftingEN
- 03Energy Transition Puts Grid Investment, Regulatory Reform in FocusEN
- 04GE Vernova (GEV) Agrees $9 Billion Grid Equipment Deal To Expand ElectrificationEN
- 05On the pitch and on the grid, Ukraine is not waiting for the war to end and is asking the world to invest in itEN
- 06China Truck Sales Now Majority Electric. What’s Next?EN
- 07Zero Motorcycles unveils $8K electric motorcycle, street-legal dirt bike, and much moreEN
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Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.
Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.
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