Australiens Statistikamt ABS: KI hat offene Stellen im August kaum bewegt
Rund 82 Prozent der Unternehmen in Australien gaben an, KI habe im August 2026 keine Auswirkung auf ihre offenen Stellen gehabt. Vier Prozent sagten, die Technologie habe die Zahl der Vakanzen gesenkt, weniger als ein Prozent, sie habe sie erhöht.

Australiens Arbeitgeber melden bislang wenig Wirkung
Die Zahlen stammen aus neuen Fragen, die das Australian Bureau of Statistics (ABS) in seine vierteljährliche Erhebung zu offenen Stellen aufgenommen hat. Damit reagiert die Behörde auf das öffentliche und politische Interesse an KI.
Sean Crick, beim ABS für die Arbeitsmarktstatistik zuständig, sagte, die Daten zeigten bislang eine begrenzte Wirkung von KI auf offene Stellen. Vier Prozent der Unternehmen berichteten, KI habe die Zahl der Vakanzen im August verringert, weniger als ein Prozent meldete einen Anstieg. Für die kommenden zwölf Monate erwarteten etwa zwei Drittel der Unternehmen keine Veränderung durch KI, acht Prozent rechneten mit einem Rückgang und ein Prozent mit einem Anstieg.
Für Stellensuchende und Aufsichtsbehörden heißt das: Der Umbruch durch KI ist in den Vakanzzahlen noch nicht angekommen. Die Erhebung erfasst, was Unternehmen über ihre eigene Einstellungspraxis sagen, nicht was Arbeitgeber online ausschreiben. Die Fragen des ABS beziehen sich auf August und die folgenden zwölf Monate.
Insgesamt gab es im August 325.000 offene Stellen in Australien, 0,9 Prozent weniger als im Mai 2026. Im privaten Sektor sank die Zahl um zwei Prozent auf 286.300, im öffentlichen Sektor stieg sie um 7,8 Prozent auf 38.700.
Die Branchen fallen unterschiedlich aus
Im Bereich Information, Medien und Telekommunikation meldete der höchste Anteil der Unternehmen einen Rückgang der Vakanzen durch KI, nämlich 16 Prozent. Es folgten Großhandel und verarbeitendes Gewerbe. Die beiden veröffentlichten Darstellungen der Meldung weichen bei den genauen Werten voneinander ab: HCamag nennt für den Großhandel 8,1 Prozent und für das verarbeitende Gewerbe 6,1 Prozent, die von Mirage News übernommene ABS-Meldung spricht von acht und sechs Prozent.
Auch bei der Frage, wo KI Stellen geschaffen hat, gehen die Darstellungen auseinander. Mirage News berichtet, in den Bereichen Elektrizität, Gas, Wasser und Abfallwirtschaft hätten zehn Prozent der Unternehmen einen Anstieg verzeichnet. HCamag nennt für diesen Sektor 16 Prozent.
In der öffentlichen Verwaltung und im Sicherheitsbereich berichteten vier Prozent der Unternehmen von einem Anstieg durch KI, im Gesundheits- und Sozialwesen zwei Prozent. Nach Region verzeichnete das Australian Capital Territory den größten Quartalsrückgang bei offenen Stellen mit minus 21,9 Prozent, gefolgt vom Northern Territory mit minus 8,0 Prozent.
Der IWF misst einen Rückgang der Nachfrage um zehn Prozent
Der jüngste Regional Economic Outlook für Asien und den Pazifik des Internationalen Währungsfonds (IWF) stützt sich auf 40.000.000 Online-Stellenanzeigen aus 19 asiatischen Volkswirtschaften. Danach ist die Arbeitgebernachfrage in Berufen, die stärker von KI betroffen sind, seit dem Start von ChatGPT im November 2022 um fast zehn Prozent gesunken.
Der Rückgang hat sich stabilisiert, obwohl die Fähigkeiten der KI schnell zunehmen. Der Bericht hält jedoch fest, dass die Folgen der geringeren Einstellungen wahrscheinlich erst nach und nach sichtbar werden. Die Daten aus den USA weisen in unterschiedliche Richtungen. Die Federal Reserve von St. Louis fand für die Jahre 2022 bis 2025 eine Korrelation von 0,47 zwischen KI-Exposition und steigender Arbeitslosigkeit über die Berufe hinweg; Computer- und Mathematikberufe kommen auf rund 80 Prozent KI-Exposition. Das Budget Lab der Universität Yale stellte bis Ende 2025 einen leichten Beschäftigungsanstieg in stark exponierten Berufen fest. In demselben Bericht zitierte Umfragen ergaben, dass 37 Prozent der Unternehmen planen, bis Ende 2026 Beschäftigte durch KI zu ersetzen.
Der IWF warnt davor, die Stabilisierung als Beleg dafür zu lesen, dass die Risiken der Verdrängung gesunken sind.
IIT Madras: Die Einheit der Veränderung ist die Aufgabe
Ein White Paper des Centre for Responsible AI am IIT Madras argumentiert, die binäre Frage sei die falsche.
"KI ersetzt selten einen ganzen Arbeitsplatz; häufiger automatisiert sie ein Bündel von Aufgaben innerhalb eines Arbeitsplatzes, und die Größe dieses Bündels hängt von der Struktur der Aufgaben, der Branche, dem regulatorischen Umfeld und, für Indien besonders, von der Ökonomie des Zugangs zu KI ab."
Das Papier schlägt einen vierstufigen Rahmen vor: Aufgabe, Arbeitsplatz, Beruf und Arbeitsmarktergebnis. Es teilt die Folgen für indische Arbeitsplätze in zwei Regime. Im ersten hat KI den größten Teil des Qualifikationsbündels automatisiert, und der Mensch dient weitgehend der Kontrolle. Im zweiten bleibt der Mensch der Hauptakteur, und KI wirkt als Produktivitätswerkzeug.
Es stützt sich auf indische Belege aus Business Process Outsourcing, verarbeitendem Gewerbe, Kleinst-, Klein- und Mittelunternehmen, Abwasserentsorgung, Finanzdienstleistungen, Recht und Softwareentwicklung. Fünf wiederkehrende Gründe für Automatisierung treten hervor: Kostensenkung, das Erreichen von Spitzenniveau, die Erfüllung regulatorischer Anforderungen, die Verbesserung der Sicherheit und die Behebung von Servicequalität nach einem gescheiterten Automatisierungsversuch.
Die Empfehlung hat drei Teile: die Verbreitung von KI weiter fördern, in indienspezifische Arbeitsmarktforschung investieren und die Einführung mit strukturierten Wegen für den Übergang der Beschäftigten verbinden. Die Autoren warnen zudem, dass sich die Einheit der Veränderung von der Aufgabe auf den Arbeitsablauf verschieben könnte, wenn KI von einzelnen Aufgaben zur Ausführung ganzer Workflows übergeht.
Quellen
21- 01AI 'did not impact' job vacancies in August - ABSEN
- 02AI Has Low Impact On Job Vacancies In August: AustraliaEN
- 03AI Disruption Hits Labour Market as Job Demand Falls 10%EN
- 04IIT Madras white paper explores AI's role in reshaping jobs and India's labour marketEN
- 05IIT-M white paper on AI, jobs calls for India-specific labour market researchEN
- 06Nach Vorstellungsgespräch geghostet? Website sammelt anonyme Meldungen frustrierter JobsuchenderEN
- 07Huawei tells customers to find their own AI chip memory, effectively outsourcing procurement to the black marketEN
- 08The ETS Investment Engine: Scaling Europe’s Strategic E-fuel Market for Shipping & AviationEN
- 093D Integration Reduces Embodied-Emissions Impact Of GPU Scaling (imec, VUB)EN
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Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.
Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.
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