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Prime Medicine verabreicht erste Dosis an Wilson-Patienten in Studie zum Prime-Editing im Körper

Prime Medicine hat am 5. Oktober einem Wilson-Patienten PM577a verabreicht, eine Prime-Editing-Therapie, die im Körper wirkt. Das Unternehmen spricht von der ersten klinischen Anwendung von Prime Editing in vivo. Die Therapie läuft in einer globalen Phase-1/2-Studie.

GesundheitNachrichtHanna VogtVeröffentlicht: 6. November 20263 Min. LesezeitQuellen 19
Prime Medicine verabreicht erste Dosis an Wilson-Patienten in Studie zum Prime-Editing im Körper

Erste Dosis verabreicht

PM577a ist eine einmalige intravenöse Infusion. Sie soll die H1069Q-Mutation im ATP7B-Gen in Leberzellen korrigieren. Prime Medicine bezeichnet die Gabe als erste klinische Anwendung einer Prime-Editing-Therapie in vivo.

Die offene Phase-1/2-Studie heißt Prime-0201 und trägt die Nummer NCT07748403. Sie prüft steigende Dosen bei Erwachsenen und Jugendlichen mit Wilson-Krankheit. Die ersten Teilnehmer sind Erwachsene, deren Zustand unter Standardtherapie klinisch stabil ist, teilte Prime Medicine mit. Jeder Teilnehmer muss mindestens ein H1069Q-Allel tragen.

Der Meilenstein belegt nicht, dass die Behandlung wirkt. Als Prime Medicine die Gabe bekannt gab, lagen keine Ergebnisse zur klinischen Sicherheit, zur Kupferkontrolle oder zur Leberfunktion vor. Forscher müssen noch klären, ob genügend Leberzellen die beabsichtigte Änderung erhalten und ob ungewollte genetische Veränderungen oder Immunreaktionen auftreten.

Die Wilson-Krankheit trifft schätzungsweise etwa 1 von 30.000 Menschen. Bei einer Weltbevölkerung von rund 7.000.000.000 Menschen ist das eine überschaubare Gruppe. ATP7B bildet ein Protein, mit dem Leberzellen überschüssiges Kupfer in die Galle leiten und ausscheiden. Patienten nehmen kupferbindende Medikamente, damit das Metall ausgeschieden wird, oder Zinkpräparate, die die Aufnahme im Darm blockieren. Die meisten müssen ihr Leben lang Medikamente einnehmen. Bei schwerem Leberversagen kann eine Lebertransplantation nötig werden, berichtete Chosun Biz.

Wie PM577a wirken soll

PM577a verpackt die Bestandteile des Prime Editings in Lipid-Nanopartikel. Dieselbe Technik zur Verabreichung steckt auch in den mRNA-Impfstoffen gegen COVID-19. Prime Medicine hat die Partikel so konstruiert, dass sie Leberzellen erreichen und das Werkzeug zur Genbearbeitung abliefern. Das Unternehmen will mit einer Dosis eine dauerhafte Wirkung erzielen.

Prime Editing wurde erstmals 2019 beschrieben. Es verbindet ein verändertes CRISPR-assoziiertes Protein mit einem Reverse-Transkriptase-Enzym und einem Guide-Molekül. Das Guide-Molekül erkennt das Ziel und trägt die Anweisung für die Änderung. Herkömmliches CRISPR-Cas9 schneidet beide DNA-Stränge und verlässt sich auf die Reparaturmaschinerie der Zelle, die unerwünschte Basen einfügen oder entfernen kann. Prime Editing soll nur einen Strang schneiden, nicht beide, und Substitutionen, Insertionen oder Deletionen setzen, ohne beide Stränge absichtlich zu brechen.

Bei der Wilson-Krankheit versuchen Forscher, ein fehlerhaftes Gen zu reparieren, damit Leberzellen Kupfer wieder normaler verarbeiten können. Anders als Behandlungen, bei denen Zellen entnommen, im Labor verändert und zurückgegeben werden, bringt PM577a seine Bestandteile direkt in die Leber.

Warum Wilson-Krankheit zählt

Laut Prime Medicine macht H1069Q etwa 30% bis 50% der mit Wilson-Krankheit verbundenen Varianten in den Vereinigten Staaten und Europa aus. Lage und Art der Mutation unterscheiden sich von Patient zu Patient, eine einzige Änderung passt daher nicht für alle. Prime Medicine entwickelt einen Nachfolgekandidaten gegen R778L, eine Mutation, die häufiger in ostasiatischen Bevölkerungen gemeldet wird. Dieser Kandidat steckt noch in der präklinischen Entwicklung.

Wie es weitergeht

Erste Daten aus der Studie werden 2027 erwartet, berichtete Chosun Biz.

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Quellen

19
  1. 01Scientists Test DNA Rewrite Inside a Patient's BodyEN
  2. 02Prime editing enters first in-body trial to fix Wilson disease mutationsEN
  3. 03No Nonsense: David Liu Lauds Progress in Disease-Agnostic Gene Editing at ESGCTEN
  4. 04A new CRISPR breakthrough allows for the correction of genetic alterations directly within the human bodyEN
  5. 05SmartPE Raises Prime Editing Across Dicot Crops - CRISPR Medicine NewsEN
  6. 06In Vivo Gene Editing Market Advances as Intellia Reports 87% Reduction in Disease Attacks in Landmark Phase 3 Trial - openPR.comEN
  7. 07Child dies of measles in Wisconsin’s first such death since 1990EN
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  13. 13CRISPR Gene Therapy for Sickle Cell and Thalassemia Shows Strong Efficacy, but Long-Term Safety Questions RemainEN
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Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Hanna Vogt

Hanna Vogt

Wissenschaft und Gesundheit

Hanna Vogt schreibt für FLASH24 über Wissenschaft und Gesundheit und stützt sich dabei auf Primärstudien, Behördenberichte und Rohdaten statt auf Pressemitteilungen. Bei Zahlen prüft sie Stichprobengrößen, Konfidenzintervalle und ob die zitierte Quelle die Aussage tatsächlich deckt. Für ihre Texte spricht sie mit Studienautorinnen, wartet auf Peer-Review-Fassungen und vergleicht Vorabdrucke mit der finalen Publikation. Dass sie privat Materialphysik verfolgt und mit eigenem Teleskop den Himmel beobachtet, erklärt, warum sie bei Messmethoden und Instrumenten genau nachfragt. Sie publiziert keine Ergebnisse, deren Datengrundlage sie nicht selbst eingesehen hat.

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