Spanisches Tourismusbüro veröffentlicht Leitfaden zur Barrierefreiheit von Hotels auf der WTM London
Das Spanische Tourismusbüro hat am 4. November auf der WTM London den Leitfaden „Supporting Choice: Good Practice Guidelines for Accessibility Information for Hotels“ vorgestellt. Er verlangt von Hotels, Barrierefreiheit mit Maßen und Fotos zu beschreiben statt mit dem Wort „barrierefrei“. Verbindlich ist er nicht.

Nichts in dem Dokument ist verbindlich. Hotels können kein Zertifikat erwerben, kein Label führen und keine Frist einhalten.
Für einen Reisenden mit Behinderung oder für die Person, die für ihn bucht, ändert sich praktisch eines: An die Stelle eines Wortes tritt ein Datenblatt. Der Leitfaden verlangt stattdessen Maße, aktuelle Fotos und ehrliche Beschreibungen des Zimmers, des Badezimmers und des Wegs zum Pool. So kann ein Gast vor der Zahlung entscheiden. Druck entsteht für die Hotels nur über die Werbung. Miguel Sanz, Generaldirektor von Turespaña, sagte, Anbieter, die Barrierefreiheit priorisieren, hätten bessere Chancen auf eine Zusammenarbeit mit dem Marketing der Organisation.
Was Hotels jetzt veröffentlichen sollen
Der Leitfaden legt fest, was Hotels und Betreiber veröffentlichen sollen. Er sortiert Häuser nicht in „barrierefrei“ und „nicht barrierefrei“.
Er umfasst den gesamten Aufenthalt. Dazu gehören die Ankunft, die Schlafzimmer, die Badezimmer, die digitale Buchung, die Notfallplanung und das Bewusstsein der Mitarbeiter. Erstmals behandelt der Leitfaden auch Neurodiversität. José Manuel de Juan González ist UK-Direktor des Spanischen Tourismusbüros. Bei der Vorstellung sagte er, der Bericht gebe Hotels in Spanien und weltweit die Mittel an die Hand, zu vermitteln, wie barrierefrei sie sind.
Warum ein Wort das Problem ist
Die Diagnose ist deutlich. Reisende mit Behinderung sehen laut dem Bericht zu oft nur das eine Wort „barrierefrei“ und müssen dann beim Hotel anrufen oder eine E-Mail schreiben, um zu erfahren, was es bedeutet.
Diese Lücke kostet. 42% der Menschen mit Bedarf an Barrierefreiheit gaben an, im Zeitraum 2024/25 von Auslandsreisen abgesehen zu haben, teilt das Tourismusbüro mit. Das Vereinigte Königreich ist mit 18% der Besucher mit Bedarf an Barrierefreiheit der größte Quellmarkt für barrierefreie internationale Reisende nach Spanien. Harry Wales, Mitglied des Beirats und Gründer von Travelosophers, beschrieb, wie es schiefgeht. Eine Familie kommt an. Das als barrierefrei beschriebene Hotel bringt sie ins Zimmer, aber nicht zum Pool, ins Restaurant oder an den Strand, sagte er. Manchmal können sie das Badezimmer überhaupt nicht nutzen.
„Das ist kein Urlaub, das ist eine Woche verlorene Selbstständigkeit und Würde“, sagte er. Der Bericht zeige den Hotels, was sie stattdessen veröffentlichen sollen. Sie sollten es messen, fotografieren und ehrlich beschreiben, sagte er.
Das Geschäftsargument dahinter
Die Argumentation ist ebenso kommerziell wie sozial. Schätzungen beziffern die Kaufkraft von Menschen mit Behinderung und ihren Haushalten im Vereinigten Königreich, bekannt als Purple Pound, auf 446.000.000.000 £ pro Jahr. Fast jeder vierte Mensch im Vereinigten Königreich hat eine Behinderung, heißt es in der Begründung des Berichts für die Veränderung. Sanz formulierte das Argument in Marktkategorien. „Die Kernmerkmale für den Verkauf eines Reiseziels waren früher Sicherheit, gutes Wetter, der Preis, vielleicht das Essen“, sagte er. „Barrierefreiheit gehört jetzt zu diesen Merkmalen und ist für Reisende ebenso wichtig wie Sicherheit.“
Beim Anreiz war er ebenso direkt. „Wenn ein Anbieter diese Marketingreichweite will, hat er bessere Chancen auf eine Zusammenarbeit mit uns, wenn er Barrierefreiheit priorisiert“, sagte Sanz.
Wer den Leitfaden geschrieben hat
Der Leitfaden stammt aus dem Beirat von Spain for All. Er tagt seit 2024 in regelmäßigen Arbeitssitzungen. Zu seinen Mitgliedern gehören ABTA, TUI, Enable Holidays, Limitless Travel, Wheelie Good Travel, World Accessible Holidays, TUR4all, Impulsa Igualdad, Travelosophers, Snowball, JourneyEase und Blind Girl Adventures.
Paula Hansen, Geschäftsführerin von World Accessible Holidays und Mitglied des Beirats, sagte: „‚Barrierefrei‘ ist keine Beschreibung; 80 Zentimeter breit ist eine.“
Wie es weitergeht
Der Bericht wurde auf einer Pressekonferenz auf der WTM London vorgestellt. Die Messe läuft vom 3. bis 5. November 2026 im ExCeL London. Turespaña hat die Kampagne bereits Führungskräften von Jet2holidays und On the Beach präsentiert. Sanz nannte die Reaktion „sehr positiv“. Ob sich etwas ändert, hängt davon ab, ob Hotels zu der Überzeugung kommen, dass klarere Informationen Zimmer verkaufen.
Sanz fasste das Ziel weiter. „Unser Anspruch im Spanischen Tourismusbüro ist, auf eine inklusivere Reisebranche hinzuarbeiten, in der niemand zurückgelassen wird.“
Quellen
14- 01Spanish Tourist Office launches hotel accessibility guidelines at WTMEN
- 02Spain introduces hotel accessibility guidelinesEN
- 03Accessible hotels in Spain to get marketing boost from TurespanaEN
- 04WTM '26: Accessible tourism emerges as growth opportunity for travel sectorEN
- 05Spain introduces hotel accessibility guidelinesEN
- 06Costa del Sol takes €1 million charm offensive to London in push to attract more Brits - Olive Press News SpainEN
- 07Valencia slashes size of tourist bike tours to 10 people following resident complaints they clog up streets - Olive Press News SpainEN
- 08ACTA and Spain Join Forces to Advance Accessible Tourism in Canada - Travel Market ReportEN
- 09Brits lead Spain’s record tourism boom as visitors spend €114 billion in nine monthsEN
- 10ACTA, Spain Partner on Accessible Tourism Training for AdvisorsEN
- 11Spain tourism sector to exceed EUR 269bEN
- 12Xinjiang presents in Madrid its cultural and tourist wealth and promotes cooperation with Spain - DemócrataEN
- 13Karol G Expands Stadium Tour With Additional U.S. and Spain Shows - TicketNewsEN
- 14Spain's Valencia to limit bike and e-scooter tour groups to 10 people - The Local SpainEN
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