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Starbucks stellt für das Geschäftsjahr 2027 einen Gewinn über den Erwartungen in Aussicht

Starbucks hat am 29. Oktober für das Geschäftsjahr 2027 einen bereinigten Gewinn von 3,15 bis 3,25 Dollar je Aktie in Aussicht gestellt und liegt damit über dem Konsens von 3,14 Dollar. Im vierten Quartal stiegen die weltweiten Umsätze in vergleichbaren Filialen um 7,2 Prozent, während der Umsatz von 9,1 Milliarden Dollar die erwarteten 9,2 Milliarden Dollar verfehlte.

WirtschaftAnalyseDr. Miriam SeidelVeröffentlicht: 5. November 20264 Min. LesezeitQuellen 15
Starbucks stellt für das Geschäftsjahr 2027 einen Gewinn über den Erwartungen in Aussicht

Die weltweiten Umsätze in vergleichbaren Filialen stiegen im Quartal zum 27. September um 7,2 Prozent, wie Starbucks mitteilte. Es war das fünfte Quartal in Folge mit Wachstum. Die Analysten hatten 5,4 Prozent erwartet, berichtete Reuters.

Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 0,80 Dollar und damit über den 0,72 Dollar, die Reuters als Schätzung nannte, sowie über den 0,71 Dollar, die Yahoo Finance anführte. Der Umsatz betrug 9,1 Milliarden Dollar und blieb unter den 9,2 Milliarden Dollar, die die Wall Street erwartet hatte. Die Lücke begründete das Unternehmen damit, dass es sein China-Einzelhandelsgeschäft in ein lizenziertes Joint Venture mit Boyu Capital überführt hat. Im Gesamtjahr stieg der Umsatz um 2 Prozent auf 37,9 Milliarden Dollar und verfehlte damit knapp die erwarteten 38 Milliarden Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie kletterte um 28 Prozent auf 2,72 Dollar, die Schätzung lag bei 2,62 Dollar.

Die Aktie fiel im nachbörslichen Handel um rund 2 Prozent, berichtete Reuters, und gab am Freitag vor Handelsbeginn leicht nach.

Die weltweiten Vergleichszahlen von 7,2 Prozent stehen 7,9 Prozent im dritten Quartal und 6,2 Prozent im Gesamtjahr gegenüber. Das Unternehmen hatte rund 6 Prozent angekündigt.

Das Wachstum kam überwiegend vom durchschnittlichen Bon. In den USA stiegen die Umsätze in vergleichbaren Filialen um 7,7 Prozent. Davon entfielen rund 5 Prozent auf höhere Bonwerte und etwa 2 Prozent auf mehr Transaktionen, wobei Merchandise und Herbstgetränke vorne lagen, berichtete Yahoo Finance. In Nordamerika stiegen die Vergleichszahlen um 7,9 Prozent, berichtete QSR magazine.

Niccol erklärt die Sanierung für beendet

Niccol nutzte die Telefonkonferenz, um das Wort Sanierung zu verabschieden. Back to Starbucks "begann als Sanierungsplan, und heute ist Back to Starbucks unser Wachstumsplan", sagte er den Investoren.

Niccol kam im September 2024 und startete Back to Starbucks in jenem Jahr mit dem Versprechen einer Rückkehr zum Coffeehouse. Zwei Jahre später stellt das Unternehmen für das Geschäftsjahr 2027 einen bereinigten Gewinn je Aktie von 3,15 bis 3,25 Dollar in Aussicht, der Konsens von LSEG lag bei 3,14 Dollar, berichtete Reuters. Außerdem will das Unternehmen rund 1 Milliarde Dollar für den Rückkauf eigener Aktien aufwenden.

Das Filialnetz schrumpft, während die Sprache auf Wachstum umschwenkt. Starbucks kündigte in einer regulatorischen Meldung vom September 250 Schließungen in Nordamerika an, etwa 1 Prozent seiner rund 18 000 Filialen in der Region, wie aus der Meldung hervorgeht.

Die Schließungen dürften rund 300 Millionen Dollar an Restrukturierungskosten verursachen und größtenteils bis zum Ende des Geschäftsjahres 2026 abgeschlossen sein, teilte das Unternehmen mit. Es war die zweite Runde von Schließungen in Nordamerika unter Niccol. Für das Geschäftsjahr 2026 rechnet das Unternehmen nun mit etwa 440 neuen Filialen netto, die es selbst betreibt oder lizenziert, nach früheren Zielen von 600 bis 650. Niccol verweist weiterhin auf "erhebliches langfristiges Potenzial in Nordamerika" und sagt, Starbucks könne mit der Zeit rund 5 000 zusätzliche Coffeehouses bauen.

Die Renovierungen sind die sichtbare Hälfte des Plans. Bis zum 10. September seien in neun Monaten mehr als 1 000 abgeschlossen worden, sagte Niccol, Tausende weitere seien für das nächste Geschäftsjahr geplant. Bis zum Ende des Geschäftsjahres habe das Unternehmen mehr als 1 700 Umbauten in Nordamerika abgeschlossen, mehr als das eigene Ziel, und erwarte im kommenden Kalenderjahr mehr als 2 000, teilte es mit. Mehr als 80 Prozent der selbst betriebenen Filialen in Nordamerika verzeichneten im Quartal steigende Umsätze in vergleichbaren Filialen.

Die Rechnung hinter dem Wachstumsplan

Nichts davon ist kostenlos. Starbucks hat mindestens 500 Millionen Dollar für Personal zugesagt und im Zuge des Umbaus Stellen und Stunden aufgestockt, berichtete Reuters.

Niccol hat das dahinterstehende Programm Green Apron Service laut QSR magazine als die größte Investition in Betriebsstandards und Kundenservice in der Geschichte der Marke bezeichnet. Das Unternehmen gibt an, mehr als 50 Prozent eines Programms für 2 Milliarden Dollar Bruttoeinsparungen erreicht zu haben, mit dem es das finanziert.

Die konsolidierte operative Marge weitete sich im vierten Quartal auf rund 14 Prozent aus, teilte das Unternehmen mit. Im dritten Quartal lag die operative Marge bei 14,4 Prozent nach 10,1 Prozent ein Jahr zuvor, gestützt durch Zollerstattungen, die zollbedingte Kosten weitgehend ausglichen. Niccol sagte den Investoren, das kommende Jahr stehe im Zeichen von Technologie und Modernisierung. Er nannte ein KI-System, das Baristas bei der Annahme von Drive-through-Bestellungen hilft, sowie Systeme, die Kunden bei der Ankunft erkennen und personalisierte digitale Menüs anzeigen könnten.

Das internationale Geschäft ist die Schwachstelle. Im vierten Quartal stiegen die internationalen Umsätze um 0,9 Prozent und verfehlten die Erwartungen von rund 3 Prozent Wachstum, während die Transaktionen um etwa 3 Prozent sanken und der durchschnittliche Bon um 4 Prozent stieg, berichtete Yahoo Finance.

Was im Geschäftsjahr 2027 gelingen muss

In Nordamerika erwartet Starbucks für das Geschäftsjahr 2027 einen Anstieg der Umsätze in vergleichbaren Filialen um rund 4 Prozent, sagte Finanzchefin Cathy Smith. Das liegt unter den 7,9 Prozent in Nordamerika im vierten Quartal, die QSR magazine meldete, und unter den 7,2 Prozent weltweit.

Finanzchefin Cathy Smith sagte, Preisanpassungen blieben gezielt und deutlich unter der Inflationsrate von 3,7 Prozent, berichtete Yahoo Finance. Das Management erklärte, bei der Kapitalallokation hätten Filialrenovierungen, Dividendenerhöhungen und gezielte Aktienrückkäufe Vorrang. Im Oktober hob der Vorstand die Quartalsdividende von 0,62 auf 0,63 Dollar an, teilte das Unternehmen mit.

Starbucks hatte bis zum Ende des Geschäftsjahres mindestens 1 500 Umbauten zu je etwa 150 000 Dollar angepeilt und will die Ausgaben für Renovierungen im Geschäftsjahr 2027 beschleunigen, berichtete 247wallst. Die "große technologische Modernisierung" läuft im selben Zeitraum. Niccol sagte, es gebe Spielraum, die dreistündige Morgenspitze auf vier Stunden auszudehnen und den Nachmittagsverkehr auszubauen. Tägliche Lieferungen erreichten fast 90 Prozent der nordamerikanischen Filialen, und die Zahl der innerhalb von 90 Tagen aktiven Starbucks Rewards-Mitglieder stieg um 6 Prozent im Jahresvergleich auf 36 Millionen, berichtete QSR magazine.

Niccol sagte, die Zuwächse beim Kundenverkehr verteilten sich inzwischen über alle Einkommensschichten. Das sei eine Veränderung gegenüber dem Druck, dem Starbucks ausgesetzt war, als Verbraucher beim Geldausgeben vorsichtiger wurden. Dieses Tempo muss das Unternehmen im Geschäftsjahr 2027 zeigen.

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Quellen

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  1. 01Starbucks CEO Brian Niccol says next stage of turnaround focuses on cafe makeovers, customer experienceEN
  2. 02All of the Changes Brian Niccol Has Made at Starbucks so FarEN
  3. 03Why is Starbucks closing 250 stores? Inside Brian Niccol's turnaround strategyEN
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Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Dr. Miriam Seidel

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Wirtschaft, Business und Welt

Dr. Miriam Seidel schreibt für FLASH24 über Wirtschaft, Weltpolitik und Konjunktur und stützt sich dabei auf Geschäftsberichte, Notenbankdaten und Handelsregisterauszüge, statt auf Pressemitteilungen zu warten. Sie prüft Bilanzen Zeile für Zeile, gleicht Kennzahlen mit Vorquartalen ab und rechnet Wachstumsraten selbst nach. Für ihre Analysen spricht sie mit Analysten, verfolgt die Quartalszahlen der Tech-Konzerne und wartet auf die Konjunkturumfragen des Ifo-Instituts. Dass sie privat Bilanzen von Tech-Konzernen liest und Lastenräder testet, passt zu ihrer Deck: Kapitalströme und Stadtverkehr prüft sie mit derselben Genauigkeit. Sie veröffentlicht keine Zahlen, deren Quelle sie nicht selbst eingesehen hat.

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