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Waaree verdoppelt Solar-Kapazität in Texas, indische Hersteller bauen im Ausland

Waaree Solar Americas hat am 29. Oktober in seinem Werk in Brookshire, Texas, die kommerzielle Produktion auf zwei neuen Modullinien mit je 800 MW aufgenommen. Die Jahreskapazität des Standorts steigt damit auf 3,2 GW, berichtete pv magazine am 3. November.

WeltErklärtDr. Miriam SeidelVeröffentlicht: 3. November 20264 Min. LesezeitQuellen 8
Waaree verdoppelt Solar-Kapazität in Texas, indische Hersteller bauen im Ausland

Die Linien gingen am 29. Oktober in Betrieb, pv magazine berichtete am 3. November darüber. Jede Linie bringt 800 MW jährliche Modulkapazität, der Standort Brookshire kommt damit auf 3,2 GW. Der Vorstand von Waaree Energies hatte die Erweiterung im April 2025 genehmigt.

Das ist der jüngste konkrete Schritt in einem Muster, das man beobachten sollte. Indische Hersteller wachsen nicht nur zu Hause. Sie bauen Fabriken in den Märkten, in die sie verkaufen. Das Werk in Arizona wird von 1 GW auf 1,6 GW erweitert. Das Unternehmen erwartet, dass die gesamte US-Modulkapazität im Geschäftsjahr 2027 dann 4,8 GW erreicht. Das indische Geschäftsjahr läuft vom 1. April 2026 bis zum 31. März 2027. Der weltweite Modulauftragsbestand von Waaree liegt über 25 GW.

Die Zahlen hinter diesem Vorstoß stehen in den eigenen Angaben des Unternehmens. Der Umsatz der US-Fertigungsaktivitäten von Waaree stieg im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2027 auf 13.000.000.000 INR (146.000.000 US-Dollar), nach 7.320.000.000 INR im Vorjahr. Das US-Inlandsgeschäft machte 43,8 Prozent des Auftragsbestands von 592.000.000.000 INR aus, nach rund 36 Prozent zum Ende des Vorquartals. Der konsolidierte Umsatz aus operativer Tätigkeit stieg im selben Quartal um 23,9 Prozent auf 75.180.000.000 INR.

Waaree nennt den Grund offen. Die Erweiterung erfolge vor dem Hintergrund von Änderungen der US-Handelspolitik, darunter Maßnahmen nach Section 232. Diese Maßnahmen verändern die Wirtschaftlichkeit importierter Solarmodule.

„Die veränderte Handelspolitik hat die Argumente für lokale Fertigung gestärkt, und genau dort haben wir investiert“, sagte Sunil Rathi, Direktor der Waaree Group. „Mit Brookshire bei 3,2 GW und dem Ausbau in Arizona beliefern wir amerikanische Kunden aus amerikanischen Fabriken, und unser US-Auftragsbestand wächst weiter jedes Quartal.“

Vorgelagert will das Unternehmen die Solarzellenkapazität in Indien im Geschäftsjahr 2027 von 5,4 GW auf 15,4 GW erhöhen. Außerdem plant es, im Geschäftsjahr 2028 eine Anlage für Ingots und Wafer mit 10 GW in Betrieb zu nehmen, berichtete pv magazine.

Eine zweite indische Fabrik, diesmal in Indonesien

Am selben Tag brachte pv magazine eine zweite Erweiterung. Der chinesische Zellenhersteller Yingfa Ruineng stellte ein Werk mit 7,5 GW in Indonesien vor, das n-Typ-TOPCon-Zellen produziert. Es ist die erste Auslandsbasis des Unternehmens neben drei Standorten in China. Zusammen kommen die vier auf eine effektive Kapazität von 51,5 GW, davon 45,5 GW n-Typ-TOPCon, nach Zahlen, die das Unternehmen veröffentlichte.

Die Anlage ist als regionales Versorgungszentrum für Südostasien und den Nahen Osten gedacht. Sie soll außerdem Indonesiens 100-GW-Solarprogramm unterstützen. Yingfa Ruineng lag im ersten Halbjahr 2026 bei den weltweiten Solarzellenauslieferungen auf Platz zwei, hinter Tongwei, so das Marktforschungsunternehmen InfoLink.

Zusammen beschreiben die beiden Geschichten dieselbe Bewegung aus entgegengesetzten Richtungen. Kapazität entsteht hinter Handelsmauern, statt sich dort zu sammeln, wo Arbeitskräfte und Zellen am billigsten sind.

Warum die Politik Fabriken immer wieder über Grenzen treibt

The Diplomat veröffentlichte am 30. Oktober eine Untersuchung, die die Zwänge erklärt, vor denen indische Planer stehen. Die Untersuchung stützt sich auf 50 Interviews mit Führungskräften, politischen Entscheidern und Branchenexperten aus dem Jahr 2025 für das East Asian Institute der National University of Singapore. Sie ergab, dass nur wenige Führungskräfte China+1 als einen Weggang aus China beschrieben. Die meisten beschrieben ein Portfolio: Chinas Größe behalten, Indien als zweiten Standort hinzufügen.

„Chinas Stärke ist seine ausgereifte lokale Lieferkette, die es in Südostasien oder Indien noch nicht gibt“, sagte ein Führungskräften den Forschern. Smartphone-Montage und Exporte sind in Indien schnell gewachsen, heißt es in dem Beitrag. Doch viele Bauteile, Maschinen und Materialien kommen weiterhin aus China. Mehr in Indien zu produzieren kann kurzfristig bedeuten, mehr bei chinesischen Zulieferern zu kaufen.

Der politische Rahmen ist restriktiv. Press Note 3, im April 2020 eingeführt, machte Investitionen aus Ländern, die eine Landgrenze mit Indien teilen, von der Genehmigung der Regierung abhängig. Chinesische Beteiligungen in Indien fielen von rund 229.000.000 US-Dollar im Jahr 2018-19, berichtete The Diplomat. Neu-Delhi genehmigte am 8. Juli ein Smartphone-Joint-Venture von Dixon Technologies und Vivo, 51 zu 49 Prozent. Das kam fast 19 Monate, nachdem es im Dezember 2024 erstmals angekündigt worden war.

Die Seite mit Fachkräften und Nachfrage

Auch andere Teile des Stapels bewegen sich. Indien brachte am 30. Oktober den Navigationssatelliten NVS-03 mit einer GSLV-Mark-II-Rakete ins All, berichtete Space.com. Es ist das dritte Raumfahrzeug der nächsten Generation für die NavIC-Konstellation.

Auf der Nachfrageseite berichtete Light Reading am 29. Oktober, dass das Wachstum des KI-Datenverkehrs die Netze Indiens belasten könnte. Die Telekomunternehmen stehen vor der Frage, wie sie daran verdienen. Separat berichtete die South China Morning Post am 30. Oktober, dass Branchenführer auf einem Wissenschaftsforum in Shanghai erwarten, KI werde das Chipdesign selbst umgestalten. Chen Yunji, Mitgründer von Cambricon Technologies, sagte voraus, dass KI-Modelle innerhalb eines Jahrzehnts KI-Modelle verbessern und KI-Chips KI-Chips verbessern würden, berichtete die SCMP.

Nichts davon entscheidet, ob die indische Fertigungspolitik funktioniert. Die US-Zahlen von Waaree legen nahe, dass zollgetriebene Lokalisierung sich rechnet. Die Interviews von The Diplomat legen nahe, dass die Lieferkette darunter weiterhin chinesisch ist. Beides kann gleichzeitig stimmen, und derzeit stimmt es.

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Quellen

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  1. 01Waaree doubles Texas solar module manufacturing capacity to 3.2 GWEN
  2. 02Yingfa Ruineng establishes 7.5 GW PV manufacturing plant in IndonesiaEN
  3. 03India's China+1 Dilemma: It May Need China to Depend Less on ChinaEN
  4. 04India launches next-gen navigation satellite to orbit (video)EN
  5. 05AI traffic growth could strain India's networks as telcos face monetization challengeEN
  6. 06AI, fuelled by advanced chips, set to power semiconductor manufacturing: industry veteranEN
  7. 07Apple faces unprecedented memory cost increases as RAM prices continue to surge, manufacturing bill climbs by $33 billionEN
  8. 08Amid India–China Border Tensions, Mega Hydel Project in Arunachal Pradesh Faces Local HeatEN

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Dr. Miriam Seidel

Dr. Miriam Seidel

Wirtschaft, Business und Welt

Dr. Miriam Seidel schreibt für FLASH24 über Wirtschaft, Weltpolitik und Konjunktur und stützt sich dabei auf Geschäftsberichte, Notenbankdaten und Handelsregisterauszüge, statt auf Pressemitteilungen zu warten. Sie prüft Bilanzen Zeile für Zeile, gleicht Kennzahlen mit Vorquartalen ab und rechnet Wachstumsraten selbst nach. Für ihre Analysen spricht sie mit Analysten, verfolgt die Quartalszahlen der Tech-Konzerne und wartet auf die Konjunkturumfragen des Ifo-Instituts. Dass sie privat Bilanzen von Tech-Konzernen liest und Lastenräder testet, passt zu ihrer Deck: Kapitalströme und Stadtverkehr prüft sie mit derselben Genauigkeit. Sie veröffentlicht keine Zahlen, deren Quelle sie nicht selbst eingesehen hat.

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