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Boeings Obergrenze für die 737 MAX: von 38 auf 47 Flugzeuge pro Monat

Avolon hat am 4. November eine Bestellung über 140 Boeing 737 MAX 10 abgeschlossen, der größte Einkauf von 737 MAX, den ein Leasinggeber je getätigt hat. Zwei Wochen zuvor, am 20. Oktober 2026, hatte die FAA die MAX 10 zertifiziert und Boeings Production Limitation Record aktualisiert.

WirtschaftErklärtDr. Miriam SeidelVeröffentlicht: 5. November 20263 Min. LesezeitQuellen 20
Boeings Obergrenze für die 737 MAX: von 38 auf 47 Flugzeuge pro Monat

Mit dem Avolon-Auftrag steigen die offenen 737-MAX-Verpflichtungen des Leasinggebers auf mehr als 240 Flugzeuge. Boeing kann sie nur in dem Tempo bedienen, das die FAA zulässt.

Jeder Schritt von fünf Flugzeugen in der Monatsgrenze entspricht rund 60 Flugzeugen pro Jahr. Für Fluggesellschaften, die noch auf MAX-Bestellungen warten, ist das der Unterschied zwischen einem Liefertermin 2027 und einem 2028. Für Boeing ist es Geld bei Lieferung: Kunden zahlen den Großteil des Flugzeugpreises bei der Übergabe. Für die FAA ist es ein Test, ob die nach Januar 2024 verhängte Aufsicht auch bei höheren Raten trägt.

Wo die Obergrenze derzeit steht

Die FAA begrenzte die 737-MAX-Produktion Anfang 2024 auf 38 Flugzeuge pro Monat. Kurz zuvor war nach dem Start in Portland ein Türstopfen aus einer MAX 9 von Alaska Airlines herausgeflogen. Bis Oktober 2025 blieb es bei 38, dann hob die Behörde die Grenze auf 42 pro Monat an. FAA-Administrator Bryan Bedford rief am 17. Oktober 2025 Boeing-Chef Kelly Ortberg an, um die Erhöhung zu bestätigen, sagte eine mit der Sache vertraute Person. Die Behörde erklärte, ihre Inspektoren hätten Boeings Produktionslinien vor der Freigabe geprüft.

Der zweite Schritt kam schneller. Am 27. Mai 2026 sagte Ortberg auf der Bernstein Strategic Decisions Conference in New York, Boeing habe die Capstone-Prüfung für 47 Flugzeuge pro Monat bestanden. Er warnte, bis 47 seien einige Monate der Stabilisierung nötig.

Die Papiere folgten am 20. Oktober 2026, als die FAA das geänderte Musterzertifikat für die 737 MAX 10 ausstellte und Boeings Production Limitation Record aktualisierte, womit die Produktion genehmigt war. Das Zertifikat für die MAX 10 selbst kam fast sechs Jahre nach dem Zeitpunkt, zu dem Boeing die Variante hatte in Dienst stellen wollen.

Was jeder Schritt bringt

Bei 38 Flugzeugen pro Monat baute Boeing 450 737 MAX pro Jahr. Bei 42 werden daraus rund 504. Der Schritt von 42 auf 47 bringt etwa 60 Flugzeuge pro Jahr, was Boeing mit bis zu 5 Milliarden Dollar zusätzlichem Jahresumsatz gleichsetzt.

Wegen des Auftragsbestands lohnt der Streit um diese Zuwächse. Boeing hatte zum 30. November 4 774 737 MAX im Auftragsbestand, was Forecast International als etwa 6,3 Jahre Produktion bei gleichbleibend 63 Flugzeugen pro Monat berechnet. AeroTime bezifferte den unerledigten Auftragsbestand auf mehr als 4 600 Flugzeuge. Die beiden Zahlen unterscheiden sich um mehr als 100 Flugzeuge, und nur die Angabe von Forecast International trägt ein Datum.

Die 737 MAX 10 ist der größte Einzelposten dieses Auftragsbestands. Sie macht 1 555 Bestellungen von mehr als 30 Kunden aus, etwa 30 Prozent der noch nicht gelieferten MAX-Aufträge von Boeing.

Warum der nächste Schritt nicht automatisch kommt

Boeing will die Produktion in Fünferschritten erhöhen, jede Steigerung muss die FAA in einer Sicherheits- und Qualitätsprüfung absegnen, sagte Ortberg vor Analysten. Zwischen den Erhöhungen rechnet das Unternehmen mit etwa sechs Monaten. Das Ziel von 52 pro Monat ist für Anfang 2027 datiert.

Ortberg hat eingeräumt, dass Boeing zuerst Arbeit vor sich hat und dass der Prozess mindestens sechs Monate dauern würde, wenn die Rate von 47 im Juli oder August wirksam würde.

Die Analyse von außen ist vorsichtiger. Forecast International sieht das Programm erst bei etwa 38 Flugzeugen pro Monat betrieblich stabil und erklärt, Boeing habe bei 42 keine dauerhafte Stabilität nachgewiesen, geschweige denn darüber. Die Zulieferer sind die andere Schranke. Spirit AeroSystems baut die Rümpfe der 737 in Wichita, Kansas, und beide Unternehmen haben Bauteilmangel und Nacharbeitsverzögerungen bewältigt, die die FAA seit 2024 beobachtet.

Wie es weitergeht

Ortberg hat gesagt, das Unternehmen möchte irgendwann 63 pro Monat erreichen, und der Markt werde das tragen.

Forecast International rechnet nicht mit 63. Die Analysten dort berechnen, dass dafür bis 2028 eine FAA-Genehmigung für Steigerungen von etwa fünf Flugzeugen pro Monat alle sechs Monate ab 2026 nötig wäre, wobei die Stabilität auf jeder Stufe erst nachzuweisen ist. Die FAA hat erklärt, ihre direkte Aufsicht über Boeing bleibe unverändert, während die Raten steigen.

Die Auslieferung der 737 MAX 10 soll 2027 beginnen. Bis die FAA die nächste Ratenerhöhung unterzeichnet, ist 47 pro Monat die Zahl, die für die Fluggesellschaften in der Warteschlange zählt.

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Quellen

20
  1. 01Avolon Finalizes Landmark Order for 140 Boeing 737 MAX 10 Aircraft Following FAA CertificationEN
  2. 02Boeing Meets Requirement To Boost 737 MAX Output To 47 Jets Per Month, CEO SaysEN
  3. 03Boeing Finally Gets FAA Approval To Raise 737 MAX ProductionEN
  4. 04Boeing wins FAA approval to raise 737 MAX production rateEN
  5. 05Boeing 737 MAX Production: Signs Emerge of a Potential 63-Per-Month RateEN
  6. 06Boeing wins FAA approval for 737 Max 10 after years of delays as Duffy says certification process should be fasterEN
  7. 07Boeing 737 MAX 10 Wins FAA Approval: What's Next?EN
  8. 08FAA certifies Boeing 737 Max 10 for passenger serviceEN
  9. 09Boeing 737 Max 10 wins FAA approval after years of delays, challenging Airbus A321neoEN
  10. 10FAA poised to approve Boeing 737 MAX 10 as soon as next week - ReutersEN
  11. 11FAA set to approve Boeing 737 MAX 10EN
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Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Dr. Miriam Seidel

Dr. Miriam Seidel

Wirtschaft, Business und Welt

Dr. Miriam Seidel schreibt für FLASH24 über Wirtschaft, Weltpolitik und Konjunktur und stützt sich dabei auf Geschäftsberichte, Notenbankdaten und Handelsregisterauszüge, statt auf Pressemitteilungen zu warten. Sie prüft Bilanzen Zeile für Zeile, gleicht Kennzahlen mit Vorquartalen ab und rechnet Wachstumsraten selbst nach. Für ihre Analysen spricht sie mit Analysten, verfolgt die Quartalszahlen der Tech-Konzerne und wartet auf die Konjunkturumfragen des Ifo-Instituts. Dass sie privat Bilanzen von Tech-Konzernen liest und Lastenräder testet, passt zu ihrer Deck: Kapitalströme und Stadtverkehr prüft sie mit derselben Genauigkeit. Sie veröffentlicht keine Zahlen, deren Quelle sie nicht selbst eingesehen hat.

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