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Celltrion legt erste präklinische Daten für Vierfach-Adipositasmittel CT-G32/SCO-940 vor

Celltrion hat am 4. November auf der TIDES Europe erste präklinische Daten für CT-G32/SCO-940 vorgestellt, ein Adipositasmittel mit vier Zielstrukturen. Das Unternehmen erklärt, es schlage Eli Lillys Retatrutide beim Gewichtsverlust und beim Erhalt der Muskelmasse. Im Februar 2027 will es einen IND-Antrag einreichen.

GesundheitErklärtHanna VogtVeröffentlicht: 4. November 20263 Min. LesezeitQuellen 11
Celltrion legt erste präklinische Daten für Vierfach-Adipositasmittel CT-G32/SCO-940 vor

Celltrion hat am 4. November auf der TIDES Europe in Amsterdam die ersten präklinischen Ergebnisse für CT-G32/SCO-940 vorgestellt, einen Adipositas-Kandidaten mit vierfacher Wirkung. Die Konferenz lief vom 3. bis 5. November. Das Molekül bindet vier Hormonwege in einem: GLP-1, GIP, Glucagon und Amylin. Celltrion entwickelt es gemeinsam mit dem japanischen Unternehmen SCOHIA PHARMA. Nach dem öffentlich bekannten Entwicklungsstand bezeichnet das Unternehmen es als weltweit erstes Adipositasmittel, das alle vier Wege in einem einzigen Kandidaten vereint.

Kein Mensch hat CT-G32/SCO-940 bisher erhalten. Die bisher vorgestellten Wirksamkeitsaussagen stützen sich auf präklinische Arbeiten: Zelltests und Studien an fettleibigen Nagetieren, bei denen die Fettleibigkeit durch die Ernährung ausgelöst wurde.

Was die präklinischen Daten zeigen

Das Datenpaket umfasste die Aktivität an Rezeptoren in Zellen sowie Körpergewicht, Körperzusammensetzung und Insulinwerte im Blut bei ernährungsbedingt fettleibigen Nagetieren. Celltrion zufolge führte der Kandidat bei gleicher Dosis zu einem stärkeren Gewichtsverlust als Eli Lillys Retatrutide. Die Tiere verloren während dieses Gewichtsabbaus einen geringeren Anteil ihrer fettfreien Masse, zu der auch Muskeln und Knochen zählen, als unter Retatrutide. Auch die Insulinwerte im Blut sanken, was Celltrion als möglichen Weg in metabolische Erkrankungen über die Adipositas hinaus deutet. Pharmakokinetische Daten von Primaten zeigten eine anhaltende Exposition, was nach Angaben des Unternehmens eine subkutane Anwendung einmal pro Woche stützt.

Die veröffentlichten Ergebnisse nennen keine Effektstärken für Gewichtsverlust oder fettfreie Masse, nur die Richtung des Vergleichs. Das begrenzt, was die Aussage zu Retatrutide tragen kann: Vier Wege gegen drei sind eine Zahl von Zielstrukturen, kein gemessenes Ergebnis.

Präklinische Tierdaten garantieren weder Wirksamkeit noch Sicherheit beim Menschen. Die vierfache Wirkung könnte zudem Verträglichkeitsprobleme mit sich bringen, etwa Nebenwirkungen im Magen-Darm-Trakt, über die erst klinische Studien entscheiden. "In nichtklinischen Studien haben wir das Potenzial bestätigt, sich von bestehenden Wirkstoffen mit zwei und drei Zielstrukturen abzuheben", sagte ein Celltrion-Vertreter. "Wir werden den Einstieg in die klinische Phase ohne Verzögerung vorantreiben und es zu einer Therapie der nächsten Generation entwickeln, die nicht nur den Gewichtsverlust umfasst, sondern auch Verbesserungen der Körperzusammensetzung und des Stoffwechsels."

Der Erhalt der Muskelmasse ist die Aussage, auf die sich Celltrion am stärksten stützt. Der Verlust fettfreier Masse zusammen mit Fett ist ein häufiger Kritikpunkt an Adipositasmitteln. Celltrion argumentiert, ein geringerer Anteil daran sei eine Differenz, für die es sich zu entwickeln lohne.

Das Feld, in das es eintritt

Adipositas ist das umkämpfteste Gebiet der Pharmaindustrie. Novo Nordisks Semaglutid hat den Markt geöffnet, und Eli Lillys Retatrutide, ein Wirkstoff mit drei Zielstrukturen, ist der Vergleichspartner, den Celltrion gewählt hat. Celltrion beschreibt den ungedeckten Bedarf als schwankende Wirksamkeit bei Patienten unter bestehenden GLP-1-Therapien sowie als Muskelverlust während der Gewichtsabnahme. Das Unternehmen sagt, es wolle Gewichtsverlust, Körperzusammensetzung und die Regulation des Energiestoffwechsels zugleich erreichen.

Wie es weitergeht

Celltrion plant, im Februar 2027 einen Antrag auf Prüfung eines neuen Wirkstoffs bei der FDA einzureichen. Läuft die Prüfung reibungslos, will es im zweiten Quartal jenes Jahres den ersten Patienten in einer globalen Phase-1-Studie dosieren. Der Zeitplan deckt sich mit dem Ziel "nächstes Jahr", das das Unternehmen zuvor für den Einstieg in die klinische Phase genannt hatte. Der Antrag würde die erste Erprobung am Menschen für ein Molekül eröffnen, das Celltrion bisher nur in präklinischen Begriffen beschrieben hat.

Celltrions etabliertes Geschäft liegt bei Biosimilars, und das Unternehmen sagt, es wolle die dort aufgebauten Fähigkeiten auf die Entwicklung neuer Wirkstoffe übertragen. Für Anleger ist die entscheidende Frage, ob die Pipeline neuer Wirkstoffe einer Erträgsbasis Wert hinzufügen kann, die auf Biosimilars beruht. Die Entwicklungskosten dürften steigen, sobald der Adipositas-Kandidat in klinische Studien geht.

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Quellen

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  1. 01Celltrion's Quadruple-Action Obesity Drug Beats Rival on Weight Loss and Muscle Preservation in Preclinical Study; U.S. Trial Set for 2027EN
  2. 02Celltrion unveils results for world's first 'quadruple-action' obesity drug, plans global trials next yearEN
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  4. 04Celltrion's quadruple-action obesity drug outperforms triple agonist in animal testsEN
  5. 05Celltrion touts four-hormone obesity drug that tops triple-action rivalEN
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Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Hanna Vogt

Hanna Vogt

Wissenschaft und Gesundheit

Hanna Vogt schreibt für FLASH24 über Wissenschaft und Gesundheit und stützt sich dabei auf Primärstudien, Behördenberichte und Rohdaten statt auf Pressemitteilungen. Bei Zahlen prüft sie Stichprobengrößen, Konfidenzintervalle und ob die zitierte Quelle die Aussage tatsächlich deckt. Für ihre Texte spricht sie mit Studienautorinnen, wartet auf Peer-Review-Fassungen und vergleicht Vorabdrucke mit der finalen Publikation. Dass sie privat Materialphysik verfolgt und mit eigenem Teleskop den Himmel beobachtet, erklärt, warum sie bei Messmethoden und Instrumenten genau nachfragt. Sie publiziert keine Ergebnisse, deren Datengrundlage sie nicht selbst eingesehen hat.

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