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China baut in Hefei ein Mars-Probenempfangslabor für Tianwen-3

Das Deep Space Exploration Laboratory baut in Hefei ein Labor für planetaren Schutz. Dort soll ab etwa 2031 Material vom Mars eintreffen, das Tianwen-3 zurückbringt. Es ist die einzige derartige Anlage, die derzeit entsteht.

WissenschaftErklärtHanna VogtVeröffentlicht: 5. November 20264 Min. LesezeitQuellen 28
China baut in Hefei ein Mars-Probenempfangslabor für Tianwen-3

Chinas Mars-Empfangslabor

Das Deep Space Exploration Laboratory stellte die Anlage für die Deep-Space Science City in Hefei am Mittwoch, dem 5. August 2026, vor. Gegründet wurde das Labor gemeinsam von der China National Space Administration, der Provinzregierung von Anhui und der University of Science and Technology of China. Li Hang, Direktor für Entwicklungsplanung beim DSEL, sagte, das Labor werde nach den Regeln des COSPAR für planetaren Schutz arbeiten. Es soll Marsmaterial aus Tianwen-3 um 2031 herum empfangen, unter Quarantäne stellen und untersuchen.

Zu den Kernaufgaben gehört, die Außenseite der Rückkehrkapsel zu sterilisieren, bevor sie geöffnet wird. Die Probenbehälter werden in ultrareinen Bereichen entnommen, die Proben aufbereitet und an wissenschaftliche Teams verteilt. Bevor Material die Abschottung verlässt, wird außerdem das biologische Risiko bewertet.

COSPAR stuft die Marsprobenrückführung als Kategorie V Restricted Earth Return ein, die höchste Stufe. Der planetare Schutz bringt zwei Pflichten mit sich, die in entgegengesetzte Richtungen laufen: irdische Biologie von den Proben fernzuhalten und die Proben aus der Biosphäre der Erde herauszuhalten. Beides zugleich verlangt Reinraumbedingungen und ein Containment der Biosicherheitsstufe 4 im selben Gebäude. Diese Kombination bietet keine bestehende Anlage. In Hefei wird es eigene ultrareine Bereiche und getrennte Bereiche für Biosicherheit geben.

Die Einhaltung des COSPAR-Rahmens ist freiwillig, sagte Cassie Conley, frühere Planetary Protection Officer der NASA, gegenüber Space.com. Es gibt keinen internationalen Mechanismus, der eine Empfangseinrichtung für Marsproben prüft oder zertifiziert, bevor die Proben eintreffen. John T. O'Brien von der Bipartisan Commission on Biodefense nannte eine internationale Inspektion politisch heikel und umstritten. Selbst Inspektionen von BSL-4-Labors ließen sich international nur schwer umsetzen.

Warum China ein Labor hat und die USA nicht

Mars Sample Return war ein gemeinsames Vorhaben von NASA und Europäischer Weltraumorganisation, um die von Perseverance abgelegten Probenröhrchen zur Erde zu bringen. Die NASA unterbrach das Programm 2024 und begann eine Neubewertung, nachdem sie Milliarden von Dollar hineingesteckt hatte. Dann sagte sie es ab, ohne dass eine klare Alternative in Sicht war, berichtete CNN. Der Kongress strich das Programm von NASA und ESA im Januar 2026 offiziell. Damit fielen sowohl die Mission zum Abholen der Proben weg als auch die Sample Receiving Facility, die sie bei der Ankunft hätte aufnehmen sollen. Die Europäische Weltraumorganisation sagte anschließend ihren Earth Return Orbiter ab, das Raumschiff, das die Proben nach Hause gebracht hätte.

In einer Erklärung an CNN im Juli teilte die NASA mit, sie prüfe „eine Reihe möglicher Rückführoptionen“, die einfacher und günstiger sein könnten als der ursprüngliche Plan, darunter mögliche kommerzielle oder internationale Beiträge. Einen Weg nach vorn haben die NASA-Verantwortlichen bis heute nicht genannt. Die Vereinigten Staaten haben kein finanziertes Ersatzprogramm und keine Empfangseinrichtung im Bau.

Die Probe, die auf dem Mars wartet

Perseverance landete im Februar 2021 im Jezero-Krater, um nach Gestein zu suchen, das Wasser geschaffen oder verändert hat. Die Sapphire-Canyon-Probe entnahm der Rover aus Felsaufschlüssen am Rand des Neretva Vallis, eines Tals, das Flüsse formten, die vor mehr als 3.000.000.000 Jahren einen alten See speisten. Die Probe ist etwa so groß wie ein Stück Kreide und liegt versiegelt im Chassis des Rovers.

Die Forscher halten das Gestein wegen seiner gefleckten Oberfläche für vielversprechend. Auf der Erde entstehen winzige Punkte, sogenannte Reaktionsfronten oder Reduktionsflecken, in Böden und Sedimenten durch mikrobielle Aktivität. „Wenn organisches Material in Sediment oder Boden eingebettet ist, das verschüttet wird, und Mikroben beginnen, einen Teil dieses organischen Materials zu verdauen, bilden sie diese gebleichten Höfe und Flecken, die den Funden von Perseverance in diesem alten Flusstal ziemlich ähneln“, sagte Adrian Broz. Er gehört zum Wissenschaftsteam von Perseverance und forscht als Postdoktorand an der Purdue University.

Perseverance bohrte die Probe im Juli 2024 aus einem pfeilspitzenförmigen Felsen namens Cheyava Falls. Broz, Mitautor einer im September 2025 veröffentlichten Studie über die Probe, sagte: „Ich glaube, das ist das erste Mal, dass wir auf dem Mars etwas gefunden haben, das als ‚potenzielle Biosignatur‘ durchgeht.“ Nur die Rückkehr der Proben zur Erde kann klären, ob die Flecken durch Leben entstanden sind oder durch abiotische chemische oder geologische Prozesse.

Der Rover kostete die NASA beim Bau und Start rund 2.400.000.000 Dollar. Für die Frage nach Leben auf dem Mars fehlt ihm die nötige Ausstattung. „Wir können diese Studien weiterführen und diese Hinweise finden, aber wir werden es nie sicher wissen, bis wir die Proben zurückhaben“, sagte Briony Horgan, Co-Investigator von Perseverance und Professorin an der Purdue University.

Wie es weitergeht

China will 2031 eigene Proben vom Mars holen. Die Gesteine, die Tianwen-3 zurückbringt, könnten ganz anders aussehen als die Proben von Perseverance und andere Erkenntnisse liefern, berichtete CNN. Der Start von Tianwen-3 ist für 2028 geplant.

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Quellen

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  2. 02China Announces Only Mars Sample Receiving Lab on Earth After NASA Cancels PlansEN
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Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Hanna Vogt

Hanna Vogt

Wissenschaft und Gesundheit

Hanna Vogt schreibt für FLASH24 über Wissenschaft und Gesundheit und stützt sich dabei auf Primärstudien, Behördenberichte und Rohdaten statt auf Pressemitteilungen. Bei Zahlen prüft sie Stichprobengrößen, Konfidenzintervalle und ob die zitierte Quelle die Aussage tatsächlich deckt. Für ihre Texte spricht sie mit Studienautorinnen, wartet auf Peer-Review-Fassungen und vergleicht Vorabdrucke mit der finalen Publikation. Dass sie privat Materialphysik verfolgt und mit eigenem Teleskop den Himmel beobachtet, erklärt, warum sie bei Messmethoden und Instrumenten genau nachfragt. Sie publiziert keine Ergebnisse, deren Datengrundlage sie nicht selbst eingesehen hat.

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