Couche-Tard zieht 46-Milliarden-Dollar-Angebot für Seven & i nach einem Jahr Verhandlungen zurück
Alimentation Couche-Tard hat sein 46 Milliarden Dollar schweres Angebot für Seven & i Holdings zurückgezogen und damit ein Jahr Verhandlungen über den Kauf des Eigentümers der Kette 7-Eleven beendet. Das kanadische Unternehmen machte das ausbleibende konstruktive Engagement des Verwaltungsrats des japanischen Einzelhändlers dafür verantwortlich.

Japans größtes Convenience-Store-Netz bleibt in japanischer Hand. Für die 7-Eleven-Franchisenehmer ändert sich damit nichts am Eigentümer, und die Übernahme, die Japans größte ausländische gewesen wäre, ist vom Tisch. Für die Aktionäre stellt sich nun die Frage, ob die Verkäufe und der Aktienrückkauf von Seven & i die 46 Milliarden Dollar übertreffen, die auf dem Tisch lagen.
Ein Jahr Verhandlungen endet mit einem Brief
Der Brief von Couche-Tard an den Verwaltungsrat von Seven & i war deutlich. Darin hieß es, es habe "kein aufrichtiges oder konstruktives Engagement von Seven & i gegeben, das die Weiterentwicklung eines Angebots ermöglicht hätte".
Couche-Tard warf Seven & i vor, die Due Diligence zu behindern und Treffen eng durchgetaktet zu haben. Der Einzelhändler habe das Verfahren verzögert und nur spärliche Informationen geliefert, die weitgehend öffentlich zugänglich gewesen seien. Seven & i zeigte sich enttäuscht über die Entscheidung. Das Unternehmen wies die "zahlreichen falschen Darstellungen" zurück, die es Couche-Tard zuschreibt, und verwies auf die eigene Umstrukturierung als Weg zu mehr Aktionärswert. Die Aktie von Seven & i fiel nach dem Rückzug um mehr als 9 Prozent.
Das zurückgezogene Angebot
Der Preis war gestiegen, bevor er verschwand. Couche-Tard startete im August 2024 mit 39 Milliarden Dollar und erhöhte das Angebot auf 46 Milliarden Dollar. Frühere Berichte nannten 47 Milliarden Dollar.
An der Struktur scheiterte das Vorhaben. Couche-Tard schlug vor, die internationalen Geschäfte von Seven & i zu kaufen und die japanischen Aktivitäten teilweise unter der Kontrolle von Seven & i zu belassen. Darauf einigten sich beide Seiten nie. Der Anreiz lag in der Größe: Couche-Tard betreibt mehr als 16.800 Filialen in 31 Ländern, und ein Deal mit Seven & i hätte diesem Netz 85.800 Filialen hinzufügen können. Seven & i betreibt mehr als 80.000 7-Eleven-Filialen in 20 Ländern und Regionen.
Was Seven & i behält
Seven & i hatte sich auf diesen Kampf vorbereitet. Das Unternehmen ernannte den externen Direktor Stephen Dacus mit Wirkung zum 27. Mai 2025 zum Vorstandsvorsitzenden.
Das Verteidigungspaket besteht aus einer Aufspaltung und einem Aktienrückkauf. Seven & i vereinbarte den Verkauf seiner Supermarktsparte an Bain Capital für 814,7 Milliarden Yen, umgerechnet etwa 5,50 Milliarden Dollar. Der Anteil an Seven Bank soll unter 40 Prozent fallen. Bis zum Geschäftsjahr 2030 will das Unternehmen Aktien im Wert von rund 2 Billionen Yen zurückkaufen und die nordamerikanische Tochtergesellschaft für Convenience-Stores in der zweiten Hälfte des Jahres 2026 an die Börse bringen. Dacus sagte, die Aktionäre wollten nicht "zwei Jahre oder länger im Ungewissen hängen, nur damit das dann von den US-Gerichten abgelehnt wird". Der konkurrierende Übernahmeversuch der Gründerfamilie Ito scheiterte, weil sie die Berichten zufolge benötigten 58 Milliarden Dollar nicht aufbringen konnte.
Der wachsende Druck
Nicht jeder rechnete mit einem Abschluss. Die Analystin Irene Nattel von RBC Capital Markets bezeichnete einen Deal zwischen Couche-Tard und Seven & i im November 2024 als "Ereignis mit geringer Wahrscheinlichkeit", nachdem das Angebot der Familie Ito aufgetaucht war.
Auch aus Japan selbst kam Druck. Itochu-Chef Masahiro Okafuji sagte am 3. März 2025, Seven & i "müsse seinen Wert steigern", sonst werde Couche-Tard das Unternehmen übernehmen. Ein ausländischer Eigentümer, so sein Argument, würde Verlustfilialen in entvölkerten Gebieten schließen.
Wie es weitergeht
Die nächste Bewährungsprobe ist der Börsengang. Seven & i peilt die zweite Hälfte des Jahres 2026 für die Notierung seiner nordamerikanischen Convenience-Store-Tochter an.
Seven & i muss nun zeigen, dass der eigene Plan mehr wert ist als das Angebot über 46 Milliarden Dollar. Der Brief von Couche-Tard enthielt keinen Hinweis auf einen neuen Vorstoß. Keines der beiden Unternehmen hat erklärt, ob Couche-Tard mit einem neuen Angebot zurückkehren wird.
Quellen
6- 01Couche-Tard withdraws $46 billion bid for Seven & i, citing lack of cooperationEN
- 02Japan's Seven & i announces restructuring, new CEO to fend off $47 billion takeover bidEN
- 03Itochu CEO urges Seven & i to boost value to head off takeover bidEN
- 04Japanese owner of 7-Eleven receives another offer to rival Couche-Tard bidEN
- 05Couche-Tard to expand European footprint with $8.7-billion purchase of Polish retailer Zabka - The Globe and MailEN
- 06Seven-Eleven’s global footprint shrinks as chain bows out of India - 朝日新聞EN
Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.
Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.
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