Zum Inhalt
WeltzeitEU--:--UK--:--USA--:--CN--:--PLDEFRIT中文EN

portal über KI und Technologieereignisse · analysen · interviews · technischer hintergrund

Suche
LIVE
›

Empyrean kauft Easy-Logic: Chinas Chip-Selbstversorgung stößt an die Speichergrenze

Empyrean Technology hat am Sonntag, 1. November, bei der Börse Shenzhen den Kauf von 50,38 Prozent an Easy-Logic Technology für 218,8 Millionen Yuan (33 Millionen US-Dollar) beantragt. Der Softwareanbieter für Chipdesign aus Peking teilt mit, die Logikoptimierungswerkzeuge des Start-ups aus Shenzhen würden von fast 100 Unternehmen für digitales Chipdesign weltweit genutzt.

WeltAnalyseDr. Miriam SeidelVeröffentlicht: 3. November 20264 Min. LesezeitQuellen 28
Empyrean kauft Easy-Logic: Chinas Chip-Selbstversorgung stößt an die Speichergrenze

Die South China Morning Post beschreibt Empyrean als führenden Anbieter von Werkzeugen für elektronisches Design (EDA) in China. Nach Abschluss der Transaktion wird Empyrean Easy-Logic in seinen Konzernabschluss einbeziehen. Easy-Logic wurde 2021 gegründet und entwickelt laut der Anmeldung Werkzeuge zur Logikoptimierung, mit denen Chipdesigner Iterationszeit und Ressourcenbedarf senken.

Empyrean zufolge haben die Algorithmen des Start-ups internationale EDA-Wettbewerbe gewonnen.

Die Softwarelücke, in die Empyrean hineinkauft

Für chinesische Chipdesigner liegt der Reiz in einer heimischen Option auf einer der letzten Ebenen des Design-Stacks, die noch überwiegend bei westlichen Anbietern eingekauft wird. Die South China Morning Post berichtete am 2. November, der Kauf solle die Abhängigkeit von ausländischer Chipdesign-Software verringern. Sie brachte die Transaktion mit Pekings Kurs auf Selbstversorgung und mit Huaweis Halbleiterambitionen in Verbindung. Die Anmeldung sagt nicht, wie viel Umsatz Easy-Logic erwirtschaftet, welche Bedingungen an den Abschluss geknüpft sind und wie viel des Geschäfts außerhalb Chinas liegt.

Die Summe ist bescheiden.

Speicher ist die schwierigere Lücke

Designsoftware ist die leichtere Hälfte des Problems. Beim Speicher sitzt die Einschränkung, und dort ist der Ausweg kriminell geworden. Tom's Hardware berichtete am 3. November, ein Schmuggler schaffe exportkontrollierte HBM aus Südkorea, indem er sie mit billigen, leistungsschwachen Prozessoren paare, die unter US- und südkoreanische Kontrollen fallen. Die Regeln prüfen die Leistung des Serverprozessors, nicht die daran angeschlossenen Bauteile, deshalb reist der Speicher mit der Platine.

Die Ausfallquote ist hoch. Der Preis für HBM macht das Verfahren trotzdem lohnend.

Laut The Information, die den Schmuggler interviewte, landen die Platinen in Hongkong und gelangen im Gepäck von Pendlern nach Shenzhen. Techniker erhitzen dann das Lot, heben die Speicherchips ab und werfen den Rest weg. Ein Chipmakler in Shenzhen sagte der Publikation, eine einzelne HBM3E-Einheit habe vor einem Jahr in China für mehrere hundert Dollar den Besitzer gewechselt, heute für etwa 4.000 US-Dollar. Bei sechs bis acht High-End-Speicherchips in einem KI-Beschleuniger verdient der Makler laut Tom's Hardware 24.000 bis 32.000 US-Dollar pro KI-GPU.

Der Aufschlag zeigt sich in der fertigen Hardware. Huaweis Ascend 950DT kostet etwa 37.000 US-Dollar, nahe am Preis von Nvidias B200, liefert laut Tom's Hardware aber die halbe Leistung der H100 der vorigen Generation. Huawei hat seinen Kunden mitgeteilt, sie müssten den HBM für ihre Server selbst beschaffen.

Die Durchsetzung wird strenger. Washington hat Festnahmen durchgeführt, darunter einige Führungskräfte von Super Micro und den Chef eines Technologieunternehmens aus Kalifornien, und Taiwan und Malaysia haben ihre Arbeit gegen Schmuggel verstärkt. Der Schmuggler befürchtet, dass Seoul folgen wird.

CXMT lehnt Apple ab

Die heimische Alternative kann diese Nachfrage noch nicht aufnehmen. Wccftech berichtete am 25. Oktober, CXMT habe ein Speicherangebot von Apple und ein DDR5-Angebot eines taiwanischen Serverherstellers abgelehnt und sich entschieden, zuerst chinesische Kunden zu bedienen. Das Unternehmen hat LPDDR6-DRAM an Xiaomi für dessen XRING 03-Chip geliefert.

Die Kapazität erklärt die Absagen. CXMT soll innerhalb eines Jahres 100.000 DRAM-Wafer pro Monat zusätzlich fertigen, und von Wccftech zitierte Analysten sagen, die Deckung der Inlandsnachfrage könne ein Jahrzehnt dauern. Sein HBM liegt zwei Generationen hinter Samsung, SK hynix und Micron zurück, und US-Exportkontrollen versperren den Zugang zu EUV-Lithografieanlagen, was auf die Ausbeute drückt.

Das Ausbeuteproblem ist konkret. Wccftech berichtete, CXMT habe seinen HBM-Bestand wegen schlechter Ausbeute um 25 Prozent gekürzt. Tom's Hardware berichtete, das Unternehmen habe die Risikoproduktion von HBM3E begonnen, mit erwarteter Massenfertigung bis Ende dieses Jahres, doch die Ausbeute bleibe niedrig.

Das gibt das Tempo für Käufer chinesischer KI-Hardware vor. Nicht Designwerkzeuge, nicht Packaging: Die Speicherversorgung entscheidet, wie viele Beschleuniger gebaut werden und was sie kosten.

Was zu beobachten ist

Drei Dinge entscheiden, wie das in einem Jahr aussieht. Ob Easy-Logics Werkzeuge in Huawei-Designs auftauchen, eine Verbindung, die die South China Morning Post zu Huaweis Tau Scaling Law zog. Ob CXMT bis Ende dieses Jahres die Massenproduktion von HBM3E erreicht. Und ob die südkoreanischen Behörden beginnen, HBM-Bewegungen zu kontrollieren, so wie es Washington, Taiwan und Malaysia tun.

Nichts davon ist entschieden. Der Empyrean-Deal kauft ein Stück des Stacks, das China zuvor nicht im eigenen Land beschaffen konnte.

Kommentare 0

Quellen

28
  1. 01China's EDA champion buys start-up to address weak link, support Huawei's Tau Scaling LawEN
  2. 02Empyrean Buys 50.38% Stake in Easy-Logic to Boost China's Chip-Design Self-SufficiencyEN
  3. 03AI chip smugglers exploit trade control loophole to bring banned HBM from South Korea into ChinaEN
  4. 04CXMT's Rigid DRAM Pricing Means Rejecting Lucrative Global Giants Like Apple, But That's Because The Company Has A Far Greater GoalEN
  5. 05China Finally Debuts Fourth Exascale System, Sugon 8000EN
  6. 06Nvidia pushes cloud customers to cut back on China businessEN
  7. 07Tesla China October wholesale sales total 67,829, lowest since FebruaryEN
  8. 08Lexus is taking a page from China for its next electric SUV launching in 2027EN
  9. 09Electric trucks hit 50% of China’s heavy truck sales, diesel demand fallsEN
  10. 10AI Is Changing How Semiconductor Fabs Work — and Engineers Are Moving Faster Because of ItEN
  11. 11Does Reliance on China Undermine Iran’s Grand Strategy?EN
  12. 12Westward Ho! First Trip Cross Country with Our New 2026 Tesla Model Y & Full Self Driving V14EN
  13. 13AI Balloon in China Deflates by Half a Trillion DollarsEN
  14. 14I imported a $2,000 electric truck from China. Five years later, here’s the truthEN
  15. 15China’s ‘Lipstick King’ hawks tokens as AI gets mass-market Singles’ Day pushEN
  16. 16Launch Preview: Falcon 9 to launch USSF missions, China to launch internet satellitesEN
  17. 17Self-improving AI the key step towards AGI but safety is key: Z.ai founderEN
  18. 18Technologie: Chinas Chiphersteller suchen Abnehmer in der deutschen Autoindustrie EN
  19. 19 Look up! China's mysterious space plane is visible over the US this week EN
  20. 20Toyota’s EV sales more than doubled in a year, but gas cars are getting crushed in ChinaEN
  21. 21What Europe Can Learn From China If It Wants To Save Its IndustryEN
  22. 22As BYD and Geely hit sales highs, pressure mounts on China’s smaller carmakersEN
  23. 23China touts AI milestone: models generate more tokens than used in trainingEN
  24. 24China and US need to join hands against another powerful adversary: AIEN
  25. 25US or China? Why Kazakhstan refuses to pick sides as it eyes AI revolutionEN
  26. 26Apple Intelligence to roll out on iPhones in China in December with Alibaba backingEN
  27. 27China joins global race to reawaken brain-injury patients through ultrasound therapyEN
  28. 28India’s China+1 Dilemma: It May Need China to Depend Less on ChinaEN

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Dr. Miriam Seidel

Dr. Miriam Seidel

Wirtschaft, Business und Welt

Dr. Miriam Seidel schreibt für FLASH24 über Wirtschaft, Weltpolitik und Konjunktur und stützt sich dabei auf Geschäftsberichte, Notenbankdaten und Handelsregisterauszüge, statt auf Pressemitteilungen zu warten. Sie prüft Bilanzen Zeile für Zeile, gleicht Kennzahlen mit Vorquartalen ab und rechnet Wachstumsraten selbst nach. Für ihre Analysen spricht sie mit Analysten, verfolgt die Quartalszahlen der Tech-Konzerne und wartet auf die Konjunkturumfragen des Ifo-Instituts. Dass sie privat Bilanzen von Tech-Konzernen liest und Lastenräder testet, passt zu ihrer Deck: Kapitalströme und Stadtverkehr prüft sie mit derselben Genauigkeit. Sie veröffentlicht keine Zahlen, deren Quelle sie nicht selbst eingesehen hat.

Redaktion →

Kommentare

0
  1. Noch keine Kommentare — seien Sie der Erste.

Kommentar schreiben

Kommentare sind öffentlich sichtbar. Wir veröffentlichen keine Beleidigungen, Werbung oder Spam.