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Südkoreas Chip-Exporte finanzieren einen Rekordhaushalt und erschweren die Zinsentscheidung

Präsident Lee Jae Myung hat am Montag einen Haushalt für 2027 von 820,9 Billionen Won (610,14 Mrd. Dollar) vorgestellt. Die Ausgaben steigen um 12,8 Prozent, getragen von einem Halbleiterboom, der so schnell läuft wie zuletzt im Januar 1974.

WeltAnalyseDr. Miriam SeidelVeröffentlicht: 4. November 20266 Min. LesezeitQuellen 28
Südkoreas Chip-Exporte finanzieren einen Rekordhaushalt und erschweren die Zinsentscheidung

Ein Rekordhaushalt auf Basis von Chip-Exporten

Lee sagte am Montag vor der Nationalversammlung, die Ausgaben würden 2027 um 12,8 Prozent auf 820,9 Billionen Won (610,14 Mrd. Dollar) steigen. Der Plan enthält 21,3 Billionen Won für Halbleiter, Physical AI und KI-Rechenzentren. Das ist fast doppelt so viel wie 2026.

Die Aufteilung entscheidet, wie viel Staatsgeld bei den Chipherstellern und der KI-Infrastruktur ankommt. Sie fällt drei Wochen vor der Entscheidung der Bank of Korea, ob sie die Zinsen erneut anhebt. Die Chip-Lieferungen boomen, während der private Konsum im dritten Quartal um 0,2 Prozent fiel. Im Inland dürfte sich der Boom deshalb nicht wie eine Erholung anfühlen.

Weitere 4,7 Billionen Won sind für ein souveränes KI-Modell vorgesehen, das Lee als das leistungsfähigste der Welt bezeichnete. Lee sagte, die höheren Ausgaben bedeuteten "praktisch keine Nettozunahme der Staatsschulden". Neue Anleihen würden bestehende Schulden ablösen. Die Lieferungen im Oktober stiegen um 93,7 Prozent auf den Rekordwert von 115,3 Mrd. Dollar. Das geht aus am Sonntag veröffentlichten Daten des Korea Customs Service hervor. In den ersten zehn Monaten des Jahres 2026 erreichten die Exporte 930 Mrd. Dollar und überschritten damit erstmals die Marke von 900 Mrd. Dollar.

Die Exportzahlen hinter dem Plan

Das Handelsministerium meldete für Oktober ein um Arbeitstage bereinigtes Exportwachstum von 76,1 Prozent, bei Gesamtlieferungen von 115,3 Mrd. Dollar. Unbereinigt stiegen die Exporte um 93,7 Prozent.

Der September war in absoluten Zahlen größer: ein Rekord von 121,1 Mrd. Dollar, das Wachstum wurde auf 83,7 Prozent korrigiert.

Die Importe stiegen um 36 Prozent auf 72,78 Mrd. Dollar, woraus sich ein Überschuss von 42,5 Mrd. Dollar ergibt. Das ist weniger als der Rekord von 49,97 Mrd. Dollar im September. Den größten Anteil hatten Halbleiter: Die Chip-Exporte sprangen um 259 Prozent auf 56,4 Mrd. Dollar, die Computer-Exporte stiegen um 497 Prozent, Erdölprodukte um 80 Prozent und Automobile um 18 Prozent. Das Ministerium erklärte, der Anstieg um 93,7 Prozent sei der schnellste seit Januar 1974. Chuseok fiel in diesem Jahr auf September und im vergangenen Jahr auf Oktober. Deshalb ist die um Arbeitstage bereinigte Zahl der aussagekräftigere Wert.

Die Bank of Korea steckt zwischen Boom und schwacher Nachfrage

Die Bank of Korea beließ die Zinsen im Oktober bei 3 Prozent, während sie zwei frühere Anhebungen bewertete.

Bank of America argumentierte, inländische Übertragungseffekte und positive Output-Lücken verstärkten den Inflationsdruck in Südkorea und Taiwan und stützten weitere Anhebungen. Die Lage im Inland ist nicht eindeutig. Die Wirtschaft wuchs im dritten Quartal gegenüber den drei vorangegangenen Monaten um 1 Prozent und übertraf damit die Prognose von 0,8 Prozent. Die Investitionen in Ausrüstung stiegen um 4,1 Prozent, doch der private Konsum fiel um 0,2 Prozent. Die Verbraucherpreise stiegen im September um 2,9 Prozent, die Kerninflation lag bei 2,8 Prozent, beide über dem Ziel von 2 Prozent.

Der Won wertete die Exportzahlen nicht als Signal: Der Dollar-Won-Kurs stieg am Montag um 0,71 Prozent auf 1.343,09.

Die Übertragungseffekte sind ungleich, und China holt auf

Bank of America bezifferte das Exportwachstum seit Jahresbeginn auf 57 Prozent in Südkorea, 44 Prozent in Taiwan und 21 Prozent in China. Alle drei profitieren von derselben KI-Nachfrage.

Die Bank rechnet dennoch mit den größten inländischen Übertragungseffekten in Taiwan, obwohl Südkorea das stärkste Exportwachstum verzeichnete. Sie verweist auf die relative Größe der jeweiligen Technologiesektoren und auf Kapazitätsgrenzen. Auf der Angebotsseite warnte Samil PwC in einem am Montag, 26. Oktober, veröffentlichten Bericht, die chinesische Konkurrenz werde zuerst bei konventionellem Speicher, bei der Fertigung auf ausgereiften Nodes sowie bei Verpackung und Testen zunehmen. Der Bericht forderte Südkoreas Chiphersteller auf, die Kostenwettbewerbsfähigkeit bei Standard-Speicher zu schärfen und zugleich bei Advanced Packaging und High-Bandwidth Memory zuzulegen.

Was zu beobachten ist

Die nächste Entscheidung der Bank of Korea fällt am 26. November, zusammen mit aktualisierten Wachstums- und Inflationsprojektionen. Neue Inflationsdaten werden am Dienstag erwartet.

Shin sagte, die Exporte steuerten in diesem Jahr auf mehr als 1 Billion Dollar zu. Das Handelsministerium erklärte, Südkorea wäre damit das vierte Land nach den USA, China und Deutschland, das diese Marke erreicht. Die Bank of Korea erwartet für dieses und das kommende Jahr nun ein Wachstum deutlich über den 3,3 Prozent und 2,9 Prozent, die sie im August prognostiziert hatte.

Was die Zahlen nicht klären

Bank of America erklärte, der Boom erhöhe in allen drei Ländern die Steuereinnahmen. Steuermehreinnahmen finanzieren in Taiwan und Korea Transfers und Investitionen, während China keinen vergleichbaren Ausgabenschub verzeichnet.

Die Bank of Korea benannte bei ihrer Zinspause selbst die Unsicherheit: "das Ausmaß der Expansion im Halbleitersektor und ihre Übertragung auf die Inlandsnachfrage". Der Überschuss im Oktober verringerte sich, weil die Importe schneller wuchsen. Das Importwachstum beschleunigte sich auf 36 Prozent. Die Regierung hat nicht angegeben, wie viel des 21,3 Billionen Won schweren Pakets für KI und Halbleiter neue Ausgaben sind und wie viel umgeschichtete Mittel.

Warum Exporteure den Zinspfad beobachten

Bank of America erklärte, stärkere Inlandsnachfrage und positive Output-Lücken in Korea und Taiwan stützten weitere Zinsanhebungen. China ist die Ausnahme. Die schwächere Nachfrage dort rechtfertige eine lockerere Politik.

Die Politik bleibe straff, bis sich die Inflation der 2-Prozent-Marke nähere, sagte Shin. Die Zentralbank wird zusammen mit der November-Entscheidung aktualisierte Wachstums- und Inflationsprojektionen veröffentlichen. Für Exporteure steht mehr auf dem Spiel als nur die Zinsentscheidung: Südkoreas Exportleistung gilt als wichtiger Indikator für die Lage des Welthandels, insbesondere für die Nachfrage nach Elektronik und Halbleitern.

Die Personal- und Verteidigungszusätze im Haushalt

Die Regierung will 2.000 Chip-Fachkräfte ausbilden. Lee sagte, sie würden "das Halbleiterdesign und die regionale Halbleiterindustrie anführen".

Zudem baut sie die KI-Ausbildung für Studenten, Arbeitssuchende und bereits Beschäftigte aus. An Universitäten richtet sie "Vertragsstudiengänge" ein, die an Unternehmen wie Samsung Electronics und SK Hynix gebunden sind. Die Firmen helfen, die Kurse zu gestalten, und rekrutieren Absolventen bereits vor dem Abschluss. Auch die Verteidigungsausgaben steigen. Sie sollen um 8,2 Prozent auf 73,3 Billionen Won zunehmen. Lee sagte, Südkorea werde ein "hybrides bemanntes und unbemanntes System auf Basis von KI, Robotern und Drohnen" aufbauen.

Das Risiko durch Chinas Speicheroffensive

Die chinesische Konkurrenz werde zuerst bei konventionellem Speicher zunehmen, erklärte Samil PwC. Die Fertigung auf ausgereiften Nodes sowie Verpackung und Testen folgten, heißt es in dem am 26. Oktober veröffentlichten Bericht.

Der Bericht forderte Samsung und SK Hynix auf, ihre Profitabilität zu verteidigen, während chinesische Rivalen ihre Produktion ausbauen. Sie sollten die Kostenwettbewerbsfähigkeit bei Standard-Speicher schärfen und bei Advanced Packaging und High-Bandwidth Memory zulegen. Bank of America erklärte, China profitiere von stärkeren Technologieexporten, doch schwächere Inlandsnachfrage und Gegenwind begrenzten die breitere Wirkung dort. Südkoreas Wachstum von 57 Prozent war das stärkste der drei Länder.

Wie es weitergeht

Die Entscheidung vom 26. November ist der nächste Test. Die Frage ist, ob der Exportboom die Inflation und die Nachfrage im Inland anheizt.

Zunächst kommen am Dienstag neue Inflationsdaten. Danach erwartet die Regierung, dass Südkorea in diesem Jahr erstmals die Marke von 1 Billion Dollar bei den Jahresexporten überschreitet. Das Handelsministerium erklärte, damit läge das Land hinter den USA, China und Deutschland auf Platz vier.

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Quellen

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  2. 02South Korea exports surge 93.7% in October, fastest growth since 1974EN
  3. 03South Korea Exports Surge on Chip BoomEN
  4. 04Korean Won Outlook: AI Exports Could Support Further Rate HikesEN
  5. 05Who are the spillover winners from the AI export boom in Asia?EN
  6. 06South Korea urged to guard chip profitability as China's CXMT and YMTC gain market shareEN
  7. 07Major Arms on Order for Export after 2025 South Korea and Four European Suppliers - https://economy.ac/EN
  8. 08Memo: Coupang Corporation’s Inappropriate Pressure Campaign to Weaponize U.S. Trade Policy Against South Korea’s Digital Regulation - Public CitizenEN
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Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Dr. Miriam Seidel

Dr. Miriam Seidel

Wirtschaft, Business und Welt

Dr. Miriam Seidel schreibt für FLASH24 über Wirtschaft, Weltpolitik und Konjunktur und stützt sich dabei auf Geschäftsberichte, Notenbankdaten und Handelsregisterauszüge, statt auf Pressemitteilungen zu warten. Sie prüft Bilanzen Zeile für Zeile, gleicht Kennzahlen mit Vorquartalen ab und rechnet Wachstumsraten selbst nach. Für ihre Analysen spricht sie mit Analysten, verfolgt die Quartalszahlen der Tech-Konzerne und wartet auf die Konjunkturumfragen des Ifo-Instituts. Dass sie privat Bilanzen von Tech-Konzernen liest und Lastenräder testet, passt zu ihrer Deck: Kapitalströme und Stadtverkehr prüft sie mit derselben Genauigkeit. Sie veröffentlicht keine Zahlen, deren Quelle sie nicht selbst eingesehen hat.

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