Shopify-Aktie fällt 9 Prozent: Umsatz und GMV verfehlen die Erwartungen, Cloud-Ausgaben erreichen 168 Milliarden Dollar
Die Shopify-Aktie verlor am Dienstag im frühen Handel 9 Prozent. Das Unternehmen verfehlte die Analystenschätzungen beim Bruttogewinn im Abonnementgeschäft und beim Bruttowarenvolumen, übertraf sie aber beim bereinigten Gewinn.
Shopify meldete für das dritte Quartal einen Umsatz von 3,74 Milliarden Dollar. Das liegt knapp unter den 3,75 Milliarden Dollar, die der von LSEG erhobene Konsens vorsah, wie CNBC berichtet. Das Bruttowarenvolumen lag bei 119,15 Milliarden Dollar, die Schätzung von StreetAccount bei 120,03 Milliarden Dollar. Der Bruttogewinn im Abonnementgeschäft von 661 Millionen Dollar verfehlte die Erwartung um fast 20 Millionen Dollar. Der bereinigte Gewinn von 49 Cent je Aktie übertraf die Schätzung von 46 Cent. Die Aktie fiel am Dienstag im frühen Handel um 9 Prozent.
Die Verfehlung ist knapp. Die Reaktion ist es nicht.
Auch der Abonnementumsatz von 836 Millionen Dollar blieb unter der FactSet-Schätzung von 848,1 Millionen Dollar, während der Händlerumsatz die Erwartungen übertraf. Für das vierte Quartal rechnet Shopify mit einem Umsatzwachstum im "niedrigen dreißiger" Prozentbereich gegenüber dem Vorjahr, unter der LSEG-Schätzung von 32,1 Prozent. Auf diese Prognose richten die Anleger ihr Augenmerk, mehr noch als auf das Quartal selbst. Sie sehen ein Unternehmen, das noch schnell wächst, aber nicht mehr schnell genug, um die Messlatte der Analysten zu überspringen.
KI-Investitionen bilden den Hintergrund
Der weitere Kontext ist hier wichtig. Die Ausgaben für Cloud-Infrastruktur erreichten im dritten Quartal 2026 weltweit 168 Milliarden Dollar, 55 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Das geht aus einem Bericht der Synergy Research Group hervor, den Data Center Knowledge zitiert. Der Markt hat sich in acht Quartalen verdoppelt. Auf KI-spezifische Dienste entfällt inzwischen rund ein Drittel des Gesamtumsatzes. Synergy-Chefanalyst John Dinsdale sagte der Publikation, "ein großer Teil der zusätzlichen Kapazität, die gerade online geht, zielt speziell auf wertvollere, höherpreisige KI-Dienste". Amazon hielt 26 Prozent der Umsätze mit Cloud-Infrastruktur, Microsoft 19 Prozent und Google 16 Prozent.
Diese Ausgaben sind nicht kostenlos. Die am Montag eingereichten IPO-Unterlagen von Anthropic wiesen fast 900 Milliarden Dollar an Verpflichtungen für Rechenleistung und Infrastruktur aus. Geschätzte Zahlungen könnten die Summe über 1 Billion Dollar treiben, wie The Register berichtete. In den Unterlagen heißt es, der Umsatz von Anthropic habe in den neun Monaten bis 30. September 33,2 Milliarden Dollar betragen, 1.206 Prozent mehr als im Vorjahr. Das Tempo werde jedoch nicht anhalten. The Decoder bezifferte unter Berufung auf Bloomberg und The Information den Umsatz im dritten Quartal auf fast 17 Milliarden Dollar und den Quartalsverlust auf 23,3 Milliarden Dollar. Die Betriebskosten von 17,5 Milliarden Dollar lagen über dem Umsatz.
Zwei Zahlen, dieselbe Richtung: Das Wachstum ist real, und die Rechnung ist es auch.
Software-Ergebnisse gehen auseinander
Das deutlichste Gegenbeispiel lieferte Palantir, das am Montag nach Börsenschluss berichtete. Der Umsatz überschritt erstmals die 2 Milliarden Dollar und verdoppelte sich nahezu gegenüber dem Vorjahr, wie CNBC berichtete. Der Nettogewinn stieg auf 1,13 Milliarden Dollar oder 44 Cent je Aktie, mehr als das Doppelte der etwa 476 Millionen Dollar aus dem Vorjahr. Der Umsatz im US-Geschäftskundengeschäft stieg um 148 Prozent auf 984 Millionen Dollar. Damit übertraf er erstmals den Umsatz mit US-Behörden von 953 Millionen Dollar, der um 96 Prozent zulegte. Palantir hob seine Prognose für das US-Geschäftskundengeschäft im Gesamtjahr auf "über" 3,56 Milliarden Dollar an, nach 3,42 Milliarden Dollar im Vorquartal. Für das vierte Quartal erwartet das Unternehmen rund 2,65 Milliarden Dollar Umsatz.
CEO Alex Karp sagte in einem Interview mit CNBC-Reporterin Seema Mody: "Ich glaube nicht, dass irgendjemand in der Geschichte der Software-KI jemals solch beständige Ergebnisse erzielt hat." Er wiederholte außerdem seine Forderung, KI-Labore zu verstaatlichen, und nannte dies den "einzigen realistischen Weg", um Haftungsrisiken zu steuern.
Die Hardware zieht parallel an. SK hynix rechnet damit, dass die Lieferengpässe bei Speicher bis 2030 anhalten, wobei die Mengen an DRAM und HBM bis 2029 praktisch ausverkauft sind. Samsung teilte mit, dass seine HBM-Lieferungen für 2027 bereits ausverkauft sind, laut dem Wochenrückblick von Semiconductor Engineering. Derselbe Rückblick vermerkt, TSMC erwäge Berichten zufolge eine Preiserhöhung um 20 Prozent für CoWoS-Packaging, während Marvell sich in einem reinen Aktientausch auf den Kauf von Lumentum einigte.
Ansonsten im Stapel der Ergebnisse
Der Umsatz von Rivian stieg im dritten Quartal um 38 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 2,155 Milliarden Dollar. Damit übertraf das Unternehmen die rund 2,02 Milliarden Dollar, die Analysten erwartet hatten, wie Electrek am 29. Oktober berichtete. Der R2 wurde im ersten vollen Quartal der Auslieferungen zum meistverkauften Fahrzeug des Unternehmens. Die Bruttomarge im Automobilgeschäft bewegte sich weiter in die falsche Richtung: ein Bruttoverlust von 80 Millionen Dollar oder -5 Prozent, schlechter als die -3 Prozent im zweiten Quartal. Rivian führte dies auf rund 120 Millionen Dollar zusätzlicher Anlaufkosten für den R2 zurück. Software und Dienstleistungen brachten 605 Millionen Dollar Umsatz bei einer Marge von 42 Prozent, darunter 354 Millionen Dollar aus dem Joint Venture mit Volkswagen.
Unitree Robotics meldete im ersten Ergebnisbericht seit dem Börsengang einen Anstieg des Umsatzes im dritten Quartal um 69,93 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 665 Millionen Yuan (etwa 99,7 Millionen Dollar), wie die South China Morning Post berichtete. Der Nettogewinn ohne Sondereffekte fiel um 17,42 Prozent auf 105 Millionen Yuan, während die Ausgaben für Forschung und Entwicklung um 249,58 Prozent sprangen.
Nicht jede Umsatzzahl in diesem Stapel ist eine Tech-Zahl, und nicht jede Tech-Zahl ist ein Erfolg. Das Quartal von Shopify war das, das am Dienstag den Ton angab. Es war ein Übertreffen beim Gewinn, ein Verfehlen beim Umsatz und ein Ausblick für das vierte Quartal, der den Anlegern weniger gibt, als sie eingepreist hatten.
Quellen
8- 01Shopify falls 9% after Q3 revenue and merchandise volume miss estimatesEN
- 02Cloud Revenue Hits $168B as AI Capacity ExpandsEN
- 03Anthropic's compute tab could top $1T as Q3 revenue nears $17BEN
- 04Anthropic grows revenue twelvefold but posts $23 billion lossEN
- 05Palantir reports booming U.S. commercial revenue growth, topping government for first timeEN
- 06Chip Industry Week In ReviewEN
- 07Rivian (RIVN) Q3 2026 earnings: revenue up 38%, R2 now its best-sellerEN
- 08Unitree reports 70% surge in quarterly revenue, though AI investment weighs on net profitEN
Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.
Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.
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