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Starbucks-Chef Niccol hält Mehr-Marken-Zukunft für möglich

Starbucks-Chef Brian Niccol hat am 30. Oktober in einem Interview mit Bloomberg Television gesagt, eine Zukunft mit mehreren Marken sei eine von mehreren Möglichkeiten. Das war 18 Tage, nachdem ein Starbucks-Sprecher erklärt hatte, das Unternehmen kaufe Chipotle nicht.

WirtschaftNachrichtDr. Miriam SeidelVeröffentlicht: 5. November 20264 Min. LesezeitQuellen 22
Starbucks-Chef Niccol hält Mehr-Marken-Zukunft für möglich

Niccol lässt die Tür offen

In dem Interview mit Bloomberg Television am Freitag, dem 30. Oktober, wurde Brian Niccol nach einer Zukunft mit mehreren Marken gefragt. Er nannte sie eine von mehreren Möglichkeiten. Zukäufe, die auf den Stärken von Starbucks aufbauen, könnten auf lange Sicht ein interessantes Angebot sein, sagte er. Zugleich betonte er, Starbucks könne seine Wachstumsziele auch ohne Übernahmen erreichen.

18 Tage zuvor hatte Starbucks die Idee noch verworfen. Ein Sprecher bestätigte Fox Business am Montag, dem 12. Oktober, dass das Unternehmen Chipotle nicht kauft. In derselben Erklärung hieß es, das Team konzentriere sich voll und ganz auf die Umsetzung der Strategie Back to Starbucks und werde die Ergebnisse des vierten Quartals sowie die Prognose für das kommende Geschäftsjahr noch im Oktober vorlegen. Was Starbucks tatsächlich geprüft hat, ist weiterhin nicht öffentlich. Ob ein formelles Angebot abgegeben wurde, hat keines der beiden Unternehmen gesagt.

Starbucks hatte die Ergebnisse des vierten Geschäftsquartals einen Tag vor dem Interview vorgelegt. Die vergleichbaren Umsätze stiegen weltweit um 7,2 Prozent und in den USA um 7,7 Prozent, der Gewinn je Aktie lag bei 0,80 Dollar.

Der Bericht der Financial Times und die geteilte Marktreaktion

Die Financial Times berichtete am Donnerstag, dem 8. Oktober, Starbucks habe in den vergangenen Monaten mit Beratern an einem Übernahmeangebot für Chipotle gearbeitet. Die Zeitung beschrieb Pläne in einem frühen Stadium, die möglicherweise nie zustande kommen. Keines der beiden Unternehmen wollte sich damals zu dem Bericht äußern. Die Chipotle-Aktie sprang an jenem Tag um mehr als 7 Prozent. Starbucks verlor zeitweise bis zu 6,6 Prozent und schloss 0,4 Prozent im Minus. Nach der Dementierung vom 12. Oktober fiel Chipotle im Nachmittagshandel um rund 4 Prozent, Starbucks legte etwa 1,5 Prozent zu.

Der Bericht wog schwerer als frühere Spekulationen über einen Zusammenschluss, darunter eine Geschichte von Semafor, die Anleger weitgehend ignorierten.

Niccol leitete Chipotle sechs Jahre lang

Niccol war sechs Jahre lang Chef von Chipotle, bevor er 2024 zu Starbucks wechselte. In dieser Zeit baute Chipotle sein Digitalgeschäft aus und überwand eine Lebensmittelsicherheitskrise. Seit seinem Weggang hat sich der Aktienkurs des Unternehmens nahezu halbiert.

Warum die Zahlen Rekordgröße hätten

Berichte beziffern den Marktwert von Chipotle auf etwa 39.000.000.000 bis 40.000.000.000 Dollar, CBS News nannte 47.000.000.000 Dollar. Mit jeder dieser Zahlen wäre es der größte Kauf einer US-Restaurantkette durch eine andere und mit Abstand der größte Restaurantdeal der Geschichte. Er würde den Kauf von Tim Hortons durch Burger King für 11.400.000.000 Dollar im Jahr 2014 mühelos übertreffen; Nation's Restaurant News beziffert dieses Geschäft inflationsbereinigt auf etwa 16.000.000.000 Dollar. Yahoo Finance rechnete vor, Starbucks müsste wohl rund 50.000.000.000 Dollar bieten, einschließlich einer üblichen Prämie von 20 Prozent. Das ist etwa die Hälfte des Marktwerts von Starbucks, der mehr als 105.000.000.000 Dollar beträgt. Ein zusammengelegtes Unternehmen hätte auf Basis der Zahlen des Vorjahres fast 50.000.000.000 Dollar Jahresumsatz erzielt.

Die Filialnetze unterscheiden sich deutlich. Starbucks betreibt weltweit etwa 41.000 Filialen, Chipotle hat rund 4.200, also etwa ein Zehntel so viele.

Analysten sahen wenig Überschneidung und einen abgelenkten Käufer

Die Analysten waren vom ersten Tag an skeptisch. TD Cowen nannte eine Fusion von Starbucks und Chipotle ein Ergebnis mit geringer Wahrscheinlichkeit und erwartete, dass Niccol der Neuausrichtung Vorrang einräumt. RBC-Analyst Logan Reich sagte, die strategische Begründung sei angesichts der geringen Überschneidung der Geschäfte nicht erkennbar. Pete Saleh von BTIG schrieb, eine Übernahme von Chipotle könne erhebliche Zeit des Topmanagements für Finanzierung, Integration, Organisationsstruktur, Systeme und Personal binden. Sharon Zackfia von William Blair spekulierte, ein Verkauf von Starbucks Japan könne Chipotle mitfinanzieren, und sagte, ein solcher Deal könne auf weniger Vertrauen in das künftige Wachstum von Starbucks hindeuten. Jacob Aiken-Phillips von Melius Research sagte, es scheine nicht viele Synergien zu geben. Chipotle habe Einkaufsmacht bei frischen Zutaten, sagte er, aber Starbucks habe nun einmal keinen Grill.

Nicht alle waren negativ. Der Analyst Jim Sanderson von Northcoast Research sagte, Niccol könne die Lizenzpartnerschaften von Starbucks in Europa nutzen, um Chipotle aggressiver auszubauen. Brian Jacobsen von Annex Wealth Management wurde beim Timing deutlicher und sagte, ein Deal wirke eher wie ein Sprung über den Hai, solange die Neuausrichtung nicht abgeschlossen sei.

Chipotles eigene Zahlen erklären das Interesse

Die vergleichbaren Umsätze von Chipotle lagen in jedem der vergangenen sechs Zeiträume bei höchstens 2,2 Prozent. Die Hälfte dieser Zeiträume war negativ. Die Aktie war bis zum Mittwoch vor dem Bericht um etwa 45 Prozent gefallen, während die Starbucks-Aktie seit Niccols Weggang bei Chipotle um 21,5 Prozent gestiegen war. Die Kette expandiert zudem außerhalb der USA und plant Filialen in Mexiko, Südkorea und Saudi-Arabien. Chef Scott Boatwright sagte im Juli, die Kette sehe ermutigende Fortschritte, weil sie sich auf die richtigen Wachstumstreiber konzentriere.

Niccol sagte am 30. Oktober, die unmittelbare Priorität von Starbucks bleibe internes Wachstum durch Filialmodernisierungen, Verbesserungen der Speisekarte und Kundenservice.

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Quellen

22
  1. 01Starbucks says it is not buying Chipotle following deal speculationEN
  2. 02Starbucks CEO: "I would never say never to a multi-brand future"EN
  3. 03Starbucks is reportedly eyeing a Chipotle acquisitionEN
  4. 04Starbucks denies plan to buy Chipotle after report of possible takeoverEN
  5. 05Why buying Chipotle would be a mistake for Starbucks, even with Brian Niccol in chargeEN
  6. 06Starbucks shares fall on potential $39 billion Chipotle takeover reportEN
  7. 07Starbucks says it's focused on turnaround after report it explored Chipotle mergerEN
  8. 08Starbucks reportedly explored Chipotle takeover, as burrito chain's shares surgeEN
  9. 09Starbucks exploring possible acquisition of Chipotle, report saysEN
  10. 10Starbucks eyes Chipotle deal with adviser help, FT reportsEN
  11. 11 Chinese AI lab Moonshot reportedly looked at European data centers to access Nvidia chips, report claims EN
  12. 12Anthropic Smart Reports: Zwischen Kostenkontrolle und MitarbeiterüberwachungEN
  13. 13 Nvidia can only fulfill 1% of China’s massive $70 billion GPU order for AI chips, report claims EN
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Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Dr. Miriam Seidel

Dr. Miriam Seidel

Wirtschaft, Business und Welt

Dr. Miriam Seidel schreibt für FLASH24 über Wirtschaft, Weltpolitik und Konjunktur und stützt sich dabei auf Geschäftsberichte, Notenbankdaten und Handelsregisterauszüge, statt auf Pressemitteilungen zu warten. Sie prüft Bilanzen Zeile für Zeile, gleicht Kennzahlen mit Vorquartalen ab und rechnet Wachstumsraten selbst nach. Für ihre Analysen spricht sie mit Analysten, verfolgt die Quartalszahlen der Tech-Konzerne und wartet auf die Konjunkturumfragen des Ifo-Instituts. Dass sie privat Bilanzen von Tech-Konzernen liest und Lastenräder testet, passt zu ihrer Deck: Kapitalströme und Stadtverkehr prüft sie mit derselben Genauigkeit. Sie veröffentlicht keine Zahlen, deren Quelle sie nicht selbst eingesehen hat.

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