Stellantis verlängert Fiat-500-Stopp in Mirafiori auf vier Wochen
Stellantis verlängert den Produktionsstopp des Fiat 500 im Turiner Werk Mirafiori bis zum 13. November, die vierte Woche in Folge. Das Unternehmen und die Gewerkschaft FIOM streiten über die Ursache.

Stellantis verlängert den Stillstand im Turiner Werk Mirafiori bis zum 13. November, betroffen ist der Zeitraum vom 9. bis 13. November. Das berichtete Reuters. Damit fällt die Fiat-500-Produktion im Werk vier Wochen in Folge aus.
Ein Sprecher von Stellantis sagte, schwache Nachfrage habe die ersten beiden Wochen des Stopps verursacht, der Mitte Oktober begann. Für diese und die kommende Woche nennt das Unternehmen einen Mangel an Chips für Motorsteuergeräte als Grund.
Gewerkschaft widerspricht der Darstellung des Unternehmens
Vertreter der FIOM bestreiten die Erklärung des Unternehmens. Gianni Mannori von der Metallgewerkschaft FIOM nannte den Verweis auf den Bauteilmangel „ein Alibi“. Die Gewerkschaft hält die schwache Nachfrage nach dem Fiat 500 weiterhin für den Hauptgrund des Stopps.
Frühere Chip-Warnung
Am 2. November hatte Stellantis erklärt, ein Mangel an einem elektronischen Bauteil für ein Motorsteuergerät führe zu „erheblichen“ Störungen der Fiat-Produktion in Italien und könne bis November und Dezember andauern. Das fehlende Bauteil ist ein Chip für ein Motorsteuergerät, also den Rechner, der den Motor steuert, wie Reuters berichtete. Der Mangel hatte bereits die Verkäufe im Oktober belastet, vor allem beim Fiat Pandina, einer überarbeiteten Version des Panda und einem der meistverkauften Kleinwagen von Fiat.
Reuters hatte am 2. November berichtet, Mirafiori befinde sich bereits in einem dreiwöchigen Stopp seit Mitte Oktober, verursacht durch einen anderen Bauteilmangel. Die Gewerkschaften nannten damals die schwache Nachfrage nach dem Fiat 500 als einen Faktor. Der frühere Bericht führte den gesamten dreiwöchigen Stopp auf einen weiteren Bauteilmangel zurück. Das Unternehmen erklärt nun, schwache Nachfrage habe die ersten beiden Wochen verursacht und der Chipmangel diese und die kommende Woche.
Bereits im August und September hatte Mirafiori die Produktion eingestellt. Stellantis begründete diese Unterbrechungen mit fehlenden Motorkomponenten, die Gewerkschaften verwiesen auf eine schwächere als erwartete Nachfrage nach dem Fiat 500. Das Werk war ohnehin für zwei Wochen Ende Oktober zur Schließung vorgesehen.
Weitere Stopps könnten Pomigliano bei Neapel treffen, wo der Pandina gebaut wird, und Mirafiori, wo der Fiat 500 entsteht. Sie könnten auch Termoli betreffen, wo Stellantis den Motor N3 GSE montiert, der in beiden Modellen steckt.
Stellantis erklärte, das Unternehmen und Fiat arbeiteten „mit höchster Priorität daran, alternative Lösungen zu finden“, und wollten den Normalbetrieb schrittweise wiederherstellen.
Stellantis hat nicht mitgeteilt, ob der aktuelle Mangel mit den breiteren Problemen der Halbleiterversorgung zusammenhängt. Diese hatten sich verschärft, nachdem die niederländische Regierung Ende 2025 die Kontrolle über Nexperia übernommen hatte und China daraufhin Exporte aus den chinesischen Werken des Unternehmens einschränkte.
Kontext der italienischen Produktion
Der Stopp folgt auf ein Jahr, in dem die italienische Produktion von Stellantis 2025 auf den niedrigsten Stand seit 1954 gefallen war und im ersten Halbjahr 2026 wieder stieg. FIM Cisl zufolge legte die Produktion im ersten Halbjahr 2026 um 13,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 252.223 Fahrzeuge zu. Die Gewerkschaft prognostizierte für das Gesamtjahr 2026 etwa 500.000 Fahrzeuge, 33 Prozent unter den rund 750.000 von 2023 und unter dem Ziel der Regierung von 1.000.000.
2025 sank die italienische Produktion um 20 Prozent auf unter 380.000 Einheiten, den niedrigsten Wert seit 1954. Pkw fielen um 24,5 Prozent auf 213.706, Nutzfahrzeuge um 13,5 Prozent auf 166.000. Mirafiori war das einzige Werk mit Wachstum, um 16 Prozent gegenüber 26.000 Einheiten im Jahr 2024.
Dem Rückgang von 2025 war ein noch größerer Einbruch 2024 vorausgegangen. Im Januar 2026 verpflichtete sich der Autobauer, die Produktion in seinen italienischen Werken zu erhöhen, um das angespannte Verhältnis zur Regierung von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni zu entspannen. FIM-Cisl-Sekretär Ferdinando Uliano forderte, den neuen Industrieplan vorzuziehen: „Wir brauchen Investitionen und Modelle.“
Wie es weitergeht
Die aktuelle Verlängerung endet am 13. November. Stellantis hat weder den Zulieferer hinter dem fehlenden Bauteil genannt noch gesagt, wie viele Fahrzeuge das Unternehmen zu verlieren erwartet.
Quellen
14- 01Stellantis extends Fiat 500 production halt at Turin plantEN
- 02Stellantis chip shortage disrupts Fiat output in Italy, may last through DecemberEN
- 03Stellantis stock faces December risk from Fiat chip shortageEN
- 04Chip shortage disrupts Fiat production in Italy and may last to DecemberEN
- 05Stellantis Flags Chip Shortage Hitting Fiat Output in Italy Through DecemberEN
- 06Stellantis half-year Italy vehicle production rises 13.7%, union saysEN
- 07Stellantis, Italian production down 20% by 2025. Mirafiori only growthEN
- 08Stellantis to suspend production in France and Italy due to EV battery shortages - EvertiqEN
- 09Stellantis says parts shortage may cause more Fiat production halts in ItalyEN
- 10Chip shortage disrupts Fiat production in Italy — Channel NewsAsiaEN
- 11Anthropic loses product lead Catherine Wu behind Claude Code to OpenAIEN
- 12Tokyo tests solar-powered hydrogen production at high-rise office complexEN
- 13Astranis Upgrades Falcon 9 Launch Contract to Dedicated Mission for Entire Block 4 Production Run of SatellitesEN
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