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Südkorea macht aus einem Rekord-Exportplus Chips, Rechenzentren und Rückverlagerung

Samsung SDS hat mit dem Bau des Gumi AI Data Center begonnen. Die Anlage leistet zunächst 60 Megawatt und lässt sich auf 120 Megawatt erweitern; fertig sein soll sie Ende 2028, meldete DataCenterDynamics am 3. November. Das Projekt steht in einer gemeinsamen Anstrengung von Staat und Konzernen, getragen von Oktober-Exporten, die um 93,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr stiegen.

WeltAnalyseDr. Miriam SeidelVeröffentlicht: 4. November 20265 Min. LesezeitQuellen 28
Südkorea macht aus einem Rekord-Exportplus Chips, Rechenzentren und Rückverlagerung

Das Gumi AI Data Center entsteht auf einem 498.165 Quadratfuß großen Grundstück in Gongdan-dong, Gumi-Si. Samsung SDS baut es in Stufen von 60 Megawatt auf 120 Megawatt aus. Die Fertigstellung ist für Ende 2028 geplant.

Das Projekt gehört zu einer weit größeren Zusage des Konzerns. Samsung hat 60 Billionen Won zugesagt, um die Region Yeongnam in einen Global Physical AI Innovation Cluster zu verwandeln, wie das Unternehmen es nennt. Samsung SDS, die IT- und Cloud-Sparte der Gruppe, kündigte im vergangenen Januar eine Anfangsinvestition von 427,3 Milliarden Won (318 Millionen Dollar) in die Anlage in Gumi an. Zudem unterzeichnete das Unternehmen eine Absichtserklärung mit der Provinz Nord-Gyeongsang und der Stadt Gumi. Auf dem Gelände sollen eigene GPUs stehen und ein Colocation-Geschäft für die Hardware anderer Firmen laufen.

Präsident Lee Jae Myung hat am Montag der Nationalversammlung einen Haushalt für 2027 von 820,9 Billionen Won (610,14 Milliarden Dollar) vorgelegt, ein Plus von 12,8 Prozent.

Davon gehen 21,3 Billionen Won an Halbleiter, Physical AI und KI-Rechenzentren, fast doppelt so viel wie 2026. Weitere 4,7 Billionen Won sind für ein souveränes KI-Modell vorgesehen, das Lee als das mit der "weltweit höchsten Leistung" bezeichnete. Der Plan finanziert außerdem die Ausbildung von 2.000 Fachleuten im Chipdesign. Lee sagte der Versammlung, die zusätzlichen Ausgaben würden "so gut wie keine Nettozunahme der Staatsschulden" bewirken, da neu ausgegebene Anleihen zur Tilgung bestehender Schulden dienten.

Die Exportzahlen, auf denen der Plan ruht

Die Exporte stiegen im Oktober um 93,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 115,28 Milliarden Dollar. Das ist das schnellste Wachstum seit Januar 1974, wie Daten des Handelsministeriums zeigen.

Die Zusammensetzung wiegt schwerer als die Schlagzeile. Die Halbleiterexporte sprangen um 259,4 Prozent auf 56,44 Milliarden Dollar, die Computerexporte um 496,6 Prozent auf 5,85 Milliarden Dollar und die Elektroausrüstung um 74 Prozent auf 1,99 Milliarden Dollar, berichtete Global Times unter Berufung auf die Oktoberzahlen. Allein Chips machten damit rund die Hälfte aller Ausfuhren des Landes aus. Das Ministerium führte den Sprung auf anhaltende Investitionen globaler Technologiekonzerne in KI-Infrastruktur zurück. Es nannte auch einen Kalendereffekt: Weil das Chuseok-Fest in diesem Jahr anders fiel, hatte der Oktober mehr Arbeitstage als ein Jahr zuvor. Die Importe stiegen um 36 Prozent auf 72,78 Milliarden Dollar, so stark wie zuletzt im Januar 2022. Der monatliche Handelsüberschuss schrumpfte auf 42,50 Milliarden Dollar, nach dem Rekord von 49,97 Milliarden Dollar im September. In den ersten zehn Monaten des Jahres 2026 erreichten die Exporte 930 Milliarden Dollar, erstmals mehr als 900 Milliarden Dollar. Lee sagte, eine Billion Dollar im Jahr sei in Reichweite. Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2025 exportierte Südkorea rund 709,3 Milliarden Dollar.

Das Leck in der Exportmaschine

Nicht alle diese Speicherchips verlassen das Land über Zollanmeldungen, die Washington oder Seoul anerkennen würden. Ein Speicherschmuggler schilderte gegenüber The Information, wie er exportkontrollierte HBM aus Südkorea nach China bringt. Tom's Hardware gab den Bericht am 3. November wieder.

Die Methode nutzt aus, wie die Regeln formuliert sind. Seine Chipdesignfirma baut billige Serverprozessoren mit geringer Leistung, die unter die US-amerikanischen und südkoreanischen Exportkontrollen fallen. Diese Platinen werden mit teurem HBM von Samsung und SK hynix bestückt, also Speicher, dessen Ausfuhr nach China für sich genommen verboten ist. Weil sich die Kontrollen auf die Leistung des Prozessors richten und nicht auf den daran hängenden Speicher, gelten die Platinen als legale Exporte. Sie kommen in Hongkong an, gelangen in Gepäckstücken von Pendlern nach Shenzhen und landen in Werkstätten, wo Techniker das Lötzinn erhitzen, um die Speicherchips abzulösen.

Ein HBM3E-Modul, das vor einem Jahr in China für einige hundert Dollar den Besitzer wechselte, kostet heute rund 4.000 Dollar, sagte ein Chipmakler aus Shenzhen gegenüber The Information. Ein KI-Chip braucht sechs bis acht davon. Damit stecken in jeder Karte Speicher im Wert von 24.000 bis 32.000 Dollar. Seoul Economic Daily berichtete am 3. November, der abgelöste Speicher sei für Huawei bestimmt.

Unter all dem wächst die Konkurrenz. SCMP meldete am 26. Oktober, Südkorea sei aufgefordert worden, die Profitabilität seiner Chips zu sichern, während Chinas CXMT und YMTC Marktanteile gewinnen.

Zinsen, der Won und der Überlauftest

Der Haushalt setzt voraus, dass die Exporterlöse in der heimischen Wirtschaft ankommen. Die Bank of America glaubt, dass sie das teilweise tun.

Sie erklärte, heimische Überläufe und positive Produktionslücken verstärkten den Inflationsdruck in Südkorea und Taiwan und stützten weitere Zinserhöhungen, während die schwächere Nachfrage in China eine Lockerung rechtfertige. Die Bank of Korea ist noch nicht so weit. Sie ließ die Zinsen im Oktober bei 3 Prozent und bewertete zwei frühere Erhöhungen. Zur Begründung verwies sie auf Unsicherheit über "das Ausmaß der Expansion im Halbleitersektor und ihren Überlauf auf die Binnennachfrage". Auch die Devisenmärkte sind nicht überzeugt. Der Won fiel am Montag trotz des Exportbooms um 0,71 Prozent auf 1.343,09 gegenüber dem Dollar. Die BofA bezifferte das Exportwachstum seit Jahresbeginn auf 57 Prozent in Südkorea, 44 Prozent in Taiwan und 21 Prozent in China und erwartet in Taiwan den größeren heimischen Überlauf.

Was als Nächstes passiert

Die Politik wird auf dasselbe Ziel hin gebogen. Geänderte Regeln, die den Kreis der Unternehmen erweitern, die als U-Turn-Rückverlagerer gelten, treten am 23. November in Kraft, nach der Kabinettsbilligung am 3. November, berichtete Chosunbiz. Firmen, die in eine heimische Mutterfabrik investieren, dürfen nun ihre Auslandsanlagen behalten und sich trotzdem qualifizieren. Unternehmen, die in Korea ein eigenes Forschungsinstitut einrichten, können ebenfalls als Rückverlagerer anerkannt werden.

Der physische Ausbau hat eigene Grenzen. Das Rechenzentrum in Gumi nutzt Hybridkühlung: Luft für Netzwerk- und Speicherbereiche, Flüssigkeit für dicht gepackte GPU-Racks. Samsung SDS wird nach der Fertigstellung fünf Rechenzentren in Südkorea betreiben.

Was die Regierung nicht gesagt hat, ist, wie viel der 21,3 Billionen Won neues Geld sind. Auch Samsung und SK hynix haben nicht offengelegt, was die Schmuggelroute sie kostet.

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Quellen

28
  1. 01Samsung SDS breaks ground on Gumi AI Data Center in South KoreaEN
  2. 02South Korea targets 'highest performance' sovereign AI modelEN
  3. 03South Korea exports surge 93.7% in October, fastest growth since 1974EN
  4. 04GT Voice: What will open the door to $1t export club for S.Korea, others?EN
  5. 05South Korea Trade Data 2026: Top 10 Imports and Exports of South KoreaEN
  6. 06AI chip smugglers exploit trade control loophole to bring banned HBM from South Korea into ChinaEN
  7. 07Smugglers Melt Solder to Strip Korean HBM for HuaweiEN
  8. 08South Korea urged to guard chip profitability as China's CXMT and YMTC gain market shareEN
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  10. 10Who are the spillover winners from the AI export boom in Asia?EN
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Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Dr. Miriam Seidel

Dr. Miriam Seidel

Wirtschaft, Business und Welt

Dr. Miriam Seidel schreibt für FLASH24 über Wirtschaft, Weltpolitik und Konjunktur und stützt sich dabei auf Geschäftsberichte, Notenbankdaten und Handelsregisterauszüge, statt auf Pressemitteilungen zu warten. Sie prüft Bilanzen Zeile für Zeile, gleicht Kennzahlen mit Vorquartalen ab und rechnet Wachstumsraten selbst nach. Für ihre Analysen spricht sie mit Analysten, verfolgt die Quartalszahlen der Tech-Konzerne und wartet auf die Konjunkturumfragen des Ifo-Instituts. Dass sie privat Bilanzen von Tech-Konzernen liest und Lastenräder testet, passt zu ihrer Deck: Kapitalströme und Stadtverkehr prüft sie mit derselben Genauigkeit. Sie veröffentlicht keine Zahlen, deren Quelle sie nicht selbst eingesehen hat.

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