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Tarnprozessoren bringen HBM von Samsung und SK hynix nach China

Eine Lücke in den US-Exportkontrollen bringt HBM von Samsung und SK hynix in die chinesische KI-Chipindustrie. Der Speicher steckt in Paketen, die als billige Serverprozessoren deklariert sind. Darüber berichtete DIGITIMES am 4. November. Schmuggler verkaufen HBM3E in Shenzhen für rund 4.000 Dollar pro Einheit, ein Jahr zuvor waren es noch ein paar hundert Dollar.

WeltAnalyseDr. Miriam SeidelVeröffentlicht: 4. November 20264 Min. LesezeitQuellen 28
Tarnprozessoren bringen HBM von Samsung und SK hynix nach China

HBM allein lässt sich nicht nach China exportieren. Wird derselbe Speicher auf einem Substrat neben einem einfachen Serverprozessor montiert, beurteilen die Behörden das Paket nach dem Prozessor.

Diese Lücke nutzen Schmuggler, so Wccftech. Die Seite führt sie auf Regeln vom Dezember 2024 zurück, die HBM ausnahmen, das bereits in Logikchips integriert war. CryptoBriefing datiert dieselbe Lücke auf Regeln vom Juni 2024, die das Packaging nach dem Serverprozessor bewerten und nicht nach dem Speicher, der daran hängt. Die beiden Darstellungen unterscheiden sich beim Datum, nicht beim Mechanismus. Verpackungsfirmen in Taiwan, Südkorea und Südostasien kleben den Speicher auf die Prozessoren. Die Pakete gehen nach Hongkong, deklariert unter dem Klassifizierungscode des Prozessors.

In der Praxis reist der eingeschränkte Speicher unter einem nicht eingeschränkten Code, und die Behörden müssen ihn im Transit erwischen. Ob die Regeln von Dezember 2024 die Lücke bei der Prozessor-Klassifizierung schließen oder die Schmuggler zu einem anderen Ausweg treiben, ist offen. Chinas eigener HBM ist die Alternative.

Von Hongkong aus tragen Kuriere die Pakete im Gepäck, im Kofferraum und in den Taschen von Pendlern ins chinesische Festland.

Chinesische Werkstätten erhitzen dann die Platinen, bis das Lot weich wird, heben die Speicherstapel ab und werfen die Prozessoren weg. Zu schnelles oder zu langsames Erhitzen kann die Stapel verziehen oder brechen. Die Schmuggler nehmen die Ausfallquote in Kauf, weil die Margen sie tragen. Wccftech beschreibt einen Betreiber als Mann in den 40ern, der fließend Chinesisch und Koreanisch spricht. Er führt eine Firma, die auf dem Papier Chips entwirft. Seine Produkte sind absichtlich zu schwach, als dass ein Rechenzentrum sie kaufen würde. Das gibt ihm einen Grund, HBM der Spitzenklasse zu bestellen.

Das Preissignal auf dem Schwarzmarkt

Ein Chip-Händler in Shenzhen sagte The Information, eine einzelne HBM3E-Einheit habe vor einem Jahr für mehrere hundert Dollar den Besitzer gewechselt. Jetzt koste sie rund 4.000 Dollar.

Ein KI-Chip-Paket braucht sechs bis acht Stapel. Bei diesen Preisen kostet allein der Speicher 24.000 oder 32.000 Dollar, bevor Prozessor, Server oder Stromrechnung dazukommen. Auch Nvidias B300 der Spitzenklasse, ebenfalls auf der US-Kontrollliste, ist laut Wccftech in China gelandet.

Huawei hat Kunden laut The Information, zitiert von Tom's Hardware und The Decoder, aufgefordert, den Speicher für seine KI-Chips selbst zu beschaffen.

Samsung und SK hynix halten zusammen mehr als 80 % des weltweiten HBM-Markts. Chinas CXMT hat die Risikoproduktion von HBM3E aufgenommen und soll bis Ende des Jahres die Massenproduktion erreichen. Tom's Hardware berichtete, geringe Ausbeute mache seine Chips teuer in Produktion und Beschaffung.

Wer kauft und wer im Risiko steht

CryptoBriefing nannte Huaweis KI-Systeme, darunter den Ascend 960DT, als prominenteste Käuferkategorie.

Huaweis aktuelles Topmodell Ascend 950DT kostet laut Tom's Hardware rund 37.000 Dollar. Das ist etwa Nvidia-B200-Geld für die halbe Leistung des H100 der vorigen Generation. Das Unternehmen sagt, der 960DT werde das H100 erreichen.

Samsung und SK hynix erklären, sie hielten die US-Exportrichtlinien ein. CryptoBriefing fand nach eigenen Angaben keine Hinweise darauf, dass eines der beiden Unternehmen am Schmuggel beteiligt ist.

Die südkoreanische Zollbehörde hatte bis Mai Verstöße im Wert von 560.000.000 Dollar aufgedeckt, schon mehr als der bisherige Jahresrekord. Ein Drittel davon betraf strategische Güter wie Chips, die ohne ordnungsgemäße Genehmigung oder mit falschen Angaben ausgeführt wurden.

Taipeh geht von Zollbußen zu Strafverfahren über

Taiwans Wirtschaftsminister Kung Ming-hsin sagte am 12. Oktober, die Regierung wolle fortschrittliche Halbleiter und KI-Server unter dem Foreign Trade Act auf die Liste kontrollierter Güter setzen. Damit würde aus einer Verwaltungsstrafe eine Straftat.

Am Montag hielt der Wirtschaftsausschuss des Legislativ-Yuan eine öffentliche Anhörung zu einer Änderung der DPP ab. Sie würde Ausfuhren bestimmter integrierter Schaltkreise, wichtiger Wafer-Materialien, Komponenten und Chipfertigungsanlagen ins chinesische Festland ohne Genehmigung der Regierung verbieten. Vorgesehen sind Strafen von bis zu 10 Jahren Haft und Geldbußen von 5.000.000 bis 10.000.000 NT-Dollar, umgerechnet 155.000 bis 310.000 US-Dollar.

Startup Fortune berichtete, der Plan würde Verkäufe an alle Kunden in China beschränken, nicht nur an gesperrte Firmen wie Huawei.

Die Staatsanwaltschaft in Keelung erhob im August Anklage gegen neun Personen, darunter den General Manager von Flying Tiger Technology und Mitarbeiter der lokalen Einheiten von Nvidia und Super Micro. Der Fall betraf 74 Nvidia-B300-Server, die für mehr als 600.000.000 NT-Dollar, umgerechnet 18.500.000 US-Dollar, Gewinn an chinesische Käufer umgeleitet wurden. Keiner der neun wurde wegen eines Exportverstoßes angeklagt. Die Staatsanwaltschaft stützte sich auf Untreue und Urkundenfälschung nach dem Strafgesetzbuch.

Wie es weitergeht

Huawei will den Ascend 960DT Anfang nächsten Jahres auf den Markt bringen und sagt, er werde die Leistung seiner aktuellen Chips verdoppeln.

Das Institute for AI Policy and Strategy empfiehlt in einem am 2. November veröffentlichten Memo eine Standortprüfung exportierter Chips und Whistleblower-Prämien von 10 % bis 30 % der Strafen. Eine Prüfung über Verzögerungen, die die Antwortzeit eines Chips an vertrauenswürdige Server misst, könnte laut Memo innerhalb eines Jahres aktiv sein.

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Quellen

28
  1. 01Smugglers Reportedly Pair Top-Tier HBM With Throwaway Server Chips To Dodge U.S. Export Controls, Then Melt Them Apart In ChinaEN
  2. 02Decoy processors carry Korean HBM past US export controls into ChinaEN
  3. 03AI chip smugglers exploit export loopholes to move banned HBM to ChinaEN
  4. 04AI chip smugglers exploit trade control loophole to bring banned HBM from South Korea into ChinaEN
  5. 05How to Secure Advanced U.S. ChipsEN
  6. 06Huawei tells customers to find their own AI chip memory, effectively outsourcing procurement to the black marketEN
  7. 07Taiwan moves to make AI chip smuggling to China a crimeEN
  8. 08Taiwan to criminalize Nvidia AI chip smuggling to ChinaEN
  9. 09Nvidia leans on OpenAI, think tanks to shape chip export rulesEN
  10. 10China's First Frontier AI Export Controls: Mofcom Announcement No. 48EN
  11. 11AMD Forecast Exceeds Estimates After AI Chip Demand SoarsEN
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  13. 13The Download: controlling AI agents and “Super Intelligence” loyalty testsEN
  14. 14Apple warns of ‘unprecedented’ rise in memory chip pricesEN
  15. 15SK hynix says US chip equipment license remains valid - Aju PressEN
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Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Dr. Miriam Seidel

Dr. Miriam Seidel

Wirtschaft, Business und Welt

Dr. Miriam Seidel schreibt für FLASH24 über Wirtschaft, Weltpolitik und Konjunktur und stützt sich dabei auf Geschäftsberichte, Notenbankdaten und Handelsregisterauszüge, statt auf Pressemitteilungen zu warten. Sie prüft Bilanzen Zeile für Zeile, gleicht Kennzahlen mit Vorquartalen ab und rechnet Wachstumsraten selbst nach. Für ihre Analysen spricht sie mit Analysten, verfolgt die Quartalszahlen der Tech-Konzerne und wartet auf die Konjunkturumfragen des Ifo-Instituts. Dass sie privat Bilanzen von Tech-Konzernen liest und Lastenräder testet, passt zu ihrer Deck: Kapitalströme und Stadtverkehr prüft sie mit derselben Genauigkeit. Sie veröffentlicht keine Zahlen, deren Quelle sie nicht selbst eingesehen hat.

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