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Nvidia bittet Cloud-Partner, chinesische Kunden zu beschränken, während die Chipkontrollen schärfer werden

Nvidia hat einige Cloud-Kunden gebeten, weniger Geschäft mit chinesischen Firmen anzunehmen, wie The Information am 3. November berichtete. Die Anweisung ist unverbindlich und soll eine Lücke in den US-Exportkontrollen schließen, die den Fernzugriff auf die Chips weitgehend ungeregelt lässt.

WeltAnalyseDr. Miriam SeidelVeröffentlicht: 3. November 20266 Min. LesezeitQuellen 10
Nvidia bittet Cloud-Partner, chinesische Kunden zu beschränken, während die Chipkontrollen schärfer werden

Vertriebsmitarbeiter und regionale Teams gaben die Vorgabe weiter, und zwar nicht schriftlich. The Decoder griff die Berichterstattung von The Information am 3. November auf. Drei mit der Sache vertraute Personen sagen, Nvidia wolle, dass Cloud-Anbieter, darunter die von Nvidia unterstützten Neoclouds, ihren Kundenstamm breiter streuen. Derselbe Artikel beruft sich auf die Financial Times und schreibt, die Anweisung sei mündlich weitergegeben worden.

Verbindlich ist sie nicht. Sie gilt für künftige Verträge, nicht für bereits geschlossene Deals. Cloud-Kunden werden außerdem gebeten, die Endnutzer zu benennen, die die Chips nutzen.

Die Lücke, um die es geht, ist real. Die US-Regeln beschränken Lieferungen fortschrittlicher Chips, sagen aber im Allgemeinen nichts über den Fernzugriff über Cloud-Dienste. Ein chinesischer KI-Entwickler kann Rechenleistung in einem Rechenzentrum im Ausland mieten und importiert nie eine einzige Platine. The Decoder merkt an, dass die US-Behörden untersucht hatten, wie chinesische KI-Firmen über ausländische Rechenzentren an solche Chips gelangen. Auslöser waren Vorwürfe gegen Moonshot AI, den Entwickler hinter dem Chatbot Kimi. So sieht das Problem aus, das Nvidia seine Partner nun selbst in den Griff bekommen sollen.

Schmuggel ist inzwischen ein Konstruktionsproblem

Die Hardwareseite hat ihre eigenen Umgehungswege. Tom's Hardware berichtete am 3. November über einen Schmuggler, der beschrieb, wie er exportkontrollierte HBM aus Südkorea nach China bringt, versteckt in Servern, die um billige, leistungsschwache Prozessoren herum gebaut sind. Die Regeln prüfen die Leistung des Serverprozessors, nicht die der Bauteile, die daran hängen. So reist der Hochbandspeicher von Samsung und SK hynix legal mit. Die Platinen landen dann in Hongkong und gehen im Gepäck von Pendlern nach Shenzhen. Dort erhitzen Techniker die Platinen, um die Speicherchips abzulösen, und werfen den Rest weg. Die Ausfallrate ist hoch. Der Preis von HBM macht es trotzdem lohnend.

Liest man beide Geschichten zusammen, ist das Muster klar. Kontrollen, die für ein Versandmanifest geschrieben wurden, treffen auf einen Markt, der Rechenleistung über ein Netzwerk bewegt und Speicher im Produkt eines anderen.

Chinas Antwort wird gebaut und gekauft

Die heimischen Werkzeuge kamen am 2. November einen Schritt voran. Empyrean Technology, Chinas größter Anbieter von Electronic Design Automation, teilte der Börse Shenzhen am Sonntag mit, dass es für 218.800.000 Yuan, umgerechnet rund 33.000.000 US-Dollar, einen Anteil von 50,38 Prozent an Easy-Logic Technology kauft, wie die South China Morning Post berichtet. Easy-Logic, 2021 in Shenzhen gegründet, stellt Werkzeuge zur Logikoptimierung her, die Designiterationen verkürzen. Empyrean gibt an, seine Produkte würden von fast 100 Firmen für digitales Chipdesign weltweit genutzt. Die SCMP deutet den Deal als Unterstützung für Huaweis Tau Scaling Law und für Pekings Bestreben, die Abhängigkeit von westlicher Chipdesign-Software zu verringern.

Auch Hardware kommt an. HPCwire berichtete am 2. November, China habe öffentlich eine vierte Maschine der Exascale-Klasse anerkannt, den Sugon 8000, auch Dengfeng genannt, am Nationalen Supercomputing-Zentrum in Zhengzhou. Es ist ein Supercluster mit 100.000 Karten, gebaut auf Hygon-Chips und Sugons scaleFabric-Interconnect, mit ParaStor-Speicher. Sugon sagt, darauf liefen bereits 300 Anwendungen. Die eigene Darstellung des Unternehmens ist bemerkenswert. Es präsentiert die Maschine als Abkehr von "scale stacking and performance contests" hin zur Anwendungseffizienz. Das ist die Sprache eines Anbieters, der die schnellsten Teile nicht kaufen kann und das weiß.

Das Geld ist weniger euphorisch als die Technik. CleanTechnica berichtete am 1. November unter Berufung auf Reuters und Futurism, der STAR50-Index chinesischer KI- und Halbleiterfirmen sei binnen vier Monaten um 40 Prozent gefallen und habe 480.000.000.000 Dollar Marktwert vernichtet. Unitree hat seit seinem Börsengang im August die Hälfte seines Werts verloren. Der Chiphersteller CXMT hat innerhalb eines Monats mehr als ein Viertel eingebüßt. Ein Fondsmanager in Peking, Dong Baozhen, sagte zu Reuters: "The stock market later evolved into a speculative crazy bull, and now we see the bubble bursting."

Wo die Nachfrage tatsächlich liegt

Selbstversorgung ist nicht nur eine Frage des Angebots. Jemand muss die Produktion kaufen.

Auf der Verbraucherseite testet Alibaba, ob normale Käufer für KI direkt zahlen. Die SCMP berichtete am 3. November, der Livestreamer Li Jiaqi, bekannt als Chinas "Lipstick King", habe sich am Montagabend mit einem Alibaba-Manager zusammengetan, um KI-Abos auf Taobao und Tmall zu verkaufen. Das Unternehmen teilte mit, die Veranstaltung habe in 30 Minuten fast 100.000 Monatspakete abgesetzt. Erstmals standen generative KI-Produkte beim Singles' Day im Mittelpunkt.

Beim Autobau ist es schwerer. Lexus bestätigte, sein nächstes elektrisches SUV in China zu bauen, in einem neuen Werk in Jinshan in Shanghai, für den Marktstart 2027, wie Electrek am 2. November berichtete. Es ist der erste in China gebaute Lexus seit mehr als zwei Jahrzehnten und die erste Lexus-Fabrik, die von Grund auf im Ausland entsteht. Toyotas Absatz in China fiel im vergangenen Monat um fast 20 Prozent, der achte Monat in Folge mit einem Rückgang im Jahresvergleich. In den ersten neun Monaten des Jahres 2026 verkaufte das Unternehmen dort knapp über 1.050.000 Fahrzeuge, 18,9 Prozent weniger. Die Kapazität des neuen Werks beginnt 2027 bei rund 1.000 Einheiten pro Monat.

Die Zahlen der chinesischen Hersteller selbst zeigen in die andere Richtung. CnEVPost berichtete am 3. November, Teslas Wholesale-Absatz der in China gebauten Fahrzeuge habe im Oktober 67.829 Fahrzeuge erreicht, nach vorläufigen CPCA-Daten. Das sind 10,30 Prozent mehr als im Vorjahr, aber 28,88 Prozent weniger als im September und der niedrigste Wert seit Februar. Die CPCA schätzt den gesamten Wholesale-Markt für Fahrzeuge mit alternativen Antrieben im Personenwagenbereich auf 1.800.000 Einheiten im Oktober, 12 Prozent mehr als im Vorjahr.

Toyotas China-Geschäft "remained weak due in part to rising gasoline prices, while the market for gasoline vehicles and hybrid vehicles was particularly affected", teilte das Unternehmen mit, zitiert von Electrek.

Bei Lastwagen zeigt sich, wie schnell die Substitution laufen kann, wenn die Rechnung aufgeht. Electrek berichtete am 2. November, elektrische Schwerlastwagen hätten im September 50,3 Prozent der chinesischen Verkäufe schwerer Lkw erreicht, 33.100 Einheiten. Das sind 37 Prozent mehr als im Vorjahr, während der gesamte Markt für schwere Lkw um 21 Prozent schrumpfte. Über neun Monate wurden 226.400 elektrische Schwerlastwagen verkauft, ein Anteil von 38,1 Prozent, gegen ein Regierungsziel von 40 Prozent bis 2030. Eine Studie des ICCT und des chinesischen CATARC ergab, dass batterieelektrische Lastwagen unter guten Bedingungen pro Tonnenkilometer rund 19 Prozent billiger sind als Diesel.

Was der Chip-Vorstoß noch klären muss

Die Hindernisse sind nicht nur technisch. Handelsblatt berichtete am 30. Oktober, chinesische Chiphersteller suchten Käufer in der deutschen Autoindustrie. Das erinnert daran, dass Exportwachstum Kunden im Ausland braucht, die bereit sind, beim Kauf gesehen zu werden.

Für Nvidia wirkt der Druck in beide Richtungen. Seine Cloud-Partner sollen chinesische Mieter abweisen. Der Speicher, der in sanktionierte Systeme gegangen wäre, findet trotzdem seinen Weg nach Osten. Keines der beiden Probleme löst eine Regel, die am Grenzzaun das Datenblatt eines Prozessors prüft.

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Quellen

10
  1. 01Nvidia pushes cloud customers to cut back on China businessEN
  2. 02AI chip smugglers exploit trade control loophole to bring banned HBM from South Korea into ChinaEN
  3. 03China's EDA champion buys start-up to address weak link, support Huawei's Tau Scaling LawEN
  4. 04China Finally Debuts Fourth Exascale System, Sugon 8000EN
  5. 05AI Balloon in China Deflates by Half a Trillion DollarsEN
  6. 06China's 'Lipstick King' hawks tokens as AI gets mass-market Singles' Day pushEN
  7. 07Lexus is taking a page from China for its next electric SUV launching in 2027EN
  8. 08Tesla China October wholesale sales total 67,829, lowest since FebruaryEN
  9. 09Electric trucks hit 50% of China's heavy truck sales, diesel demand fallsEN
  10. 10Chinas Chiphersteller suchen Abnehmer in der deutschen AutoindustrieEN

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Dr. Miriam Seidel

Dr. Miriam Seidel

Wirtschaft, Business und Welt

Dr. Miriam Seidel schreibt für FLASH24 über Wirtschaft, Weltpolitik und Konjunktur und stützt sich dabei auf Geschäftsberichte, Notenbankdaten und Handelsregisterauszüge, statt auf Pressemitteilungen zu warten. Sie prüft Bilanzen Zeile für Zeile, gleicht Kennzahlen mit Vorquartalen ab und rechnet Wachstumsraten selbst nach. Für ihre Analysen spricht sie mit Analysten, verfolgt die Quartalszahlen der Tech-Konzerne und wartet auf die Konjunkturumfragen des Ifo-Instituts. Dass sie privat Bilanzen von Tech-Konzernen liest und Lastenräder testet, passt zu ihrer Deck: Kapitalströme und Stadtverkehr prüft sie mit derselben Genauigkeit. Sie veröffentlicht keine Zahlen, deren Quelle sie nicht selbst eingesehen hat.

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