Sadiq Khan fordert Obergrenze für Robotaxis in London
Londons Bürgermeister Sadiq Khan fordert eine Obergrenze für Robotaxis und mehr Befugnisse für Transport for London. Er warnt vor Stau und Jobverlusten, während in Brent rund 24 Fahrzeuge von Baidu Apollo Go getestet werden.

Khan verlangt eine Begrenzung der Zahl der Robotaxis in der Hauptstadt. Eine schnelle Ausweitung könnte den Verkehr belasten und die Existenz von Taxi- und Mietwagenfahrern gefährden, warnte er. Außerdem soll Transport for London mehr Einfluss darauf bekommen, wie Robotaxi-Dienste betrieben werden. Bislang entscheidet die Behörde nur darüber, ob sie in London überhaupt eingesetzt werden dürfen.
Nach dem derzeitigen Rahmen darf TfL vollautonomen Fahrzeugen zustimmen oder die Zustimmung verweigern. Robotaxi-Dienste kann sie aber weder direkt steuern noch lizenzieren. Die Regierung bereitet die Zulassung vollautonomer Fahrzeuge auf öffentlichen Straßen vor.
Khan sagte, die Politik habe das Tempo des technischen Wandels nicht erfasst. Er stellte infrage, ob der regulatorische Rahmen für einen großflächigen Start gerüstet ist. "Was wir nicht wollen, ist eine Situation, in der es einen großen Knall gibt, ohne dass die richtige Regulierung steht", sagte er.
"London ist nicht San Francisco", sagte er. "Wir sind eine Stadt mit fast 10.000.000 Einwohnern, 400 Dörfern, engen Straßen, und es ist wirklich wichtig, das richtig hinzubekommen." Auch zur Luftqualität und zum Verkehr äußerte er Fragen.
Was in Brent fährt
Freenow by Lyft und Baidus Apollo Go testen in Brent rund 24 Fahrzeuge von Apollo Go. Freenow teilte in einer Ankündigung vom 28. Juli 2026 mit, das Testprogramm für den RT6 habe in dem Borough begonnen, mit Sicherheitsfahrern an Bord.
Die Londoner Informationsseite von Freenow nennt einen stufenweisen Ausbau. Fahrten für die Öffentlichkeit sollen erst starten, wenn die Sicherheitsprüfung abgeschlossen ist. Das Unternehmen gab an, das Programm mit TfL und dem Centre for Connected and Autonomous Vehicles zu besprechen.
Die Partner wollen laut AutomotiveWorld 2027 vollständig fahrerlose Tests fahren, vor dem kommerziellen Start im selben Jahr. Danny O'Gorman, General Manager von Freenow by Lyft für Großbritannien und Irland, rechnet mit "mehreren Dutzend Fahrzeugen in den nächsten ein bis zwei Jahren".
Der RT6 ist eigens für den Ride-Hailing-Betrieb gebaut, mit abnehmbarem Lenkrad und Stückkosten von rund 37.000 US-Dollar, berichtete AutomotiveWorld. Baidus Apollo Go ist in 28 Städten unterwegs. Laut seinem Quartalsbericht für das zweite Quartal hat das Unternehmen mehr als 350.000.000 autonome Kilometer zurückgelegt, davon über 240.000.000 vollständig fahrerlos.
Warum London ein harter Test ist
Bodenschwellen, enge Straßen und weit verbreitete Tempolimits von 20 mph machten die Stadt zu einem anspruchsvollen Übungsfeld, sagte O'Gorman. Er beschrieb das Auto als eines, das "die Regeln der Straße lernt, ähnlich wie man es tut, wenn man die eigene Fahrprüfung bestehen will". Diese Regeln einzuhalten sei in London schwieriger, wo andere Autofahrer sich nicht immer an Tempolimits und Verkehrsvorschriften halten.
O'Gorman sagte, der nationale Rahmen sei ein wichtiger Faktor für die Entscheidung von Freenow gewesen, in den Markt zu investieren. Fragen zur Regulierung der Dienste im Betrieb seien jedoch noch offen. Reuters berichtete, Freenow positioniere die erste Flotte als begrenzten Einsatz und nicht als Ersatz für Londons Black Cabs.
Das größere Rennen
Wayve und Uber starteten im September Londons ersten Robotaxi-Dienst mit 15 Fahrzeugen und Sicherheitsfahrern. Waymo will bis zum Jahresende einen vollständig fahrerlosen Dienst über die eigene App starten. Auch Pony.ai testet in der Stadt mit Uber. Die App Drivers and Couriers Union und die Licensed Taxi Drivers' Association klagen gegen fahrerlose Genehmigungen, wegen Jobs und Verkehr.
Wahrscheinlich entscheidet nicht die Technik, sondern die Regulierung über die Reihenfolge des Starts. TfL hat bestätigt, dass noch kein Betreiber Fahrzeuge bei der Vehicle Certification Agency registriert hat, dem ersten formalen Schritt zu einem unbeaufsichtigten Betrieb. Eine Genehmigung der Driver and Vehicle Standards Agency für vollständig fahrerlosen Betrieb erscheint in diesem Jahr unwahrscheinlich, berichtete AutomotiveWorld. Damit ist Waymos Ziel zum Jahresende ehrgeizig und Baidus Zeitplan für 2027 der realistischere der beiden.
Baidus größtes Risiko in London könnte politisch sein. Der RT6 ist ein in China gebautes Elektrofahrzeug, und das Vereinigte Königreich erwägt offenbar, der EU bei Zöllen auf solche Fahrzeuge zu folgen. Das würde Baidus Kostenvorteil schmälern, sofern Robotaxis nicht ausgenommen werden.
Quellen
17- 01Why Sadiq Khan Is Raising Concerns About Robotaxis in LondonEN
- 02Freenow and Baidu Target 2027 for London Robotaxi ServiceEN
- 03Baidu unveils Apollo World model to let AI teach AI to driveEN
- 04Baidu and Lyft target 2027 for driverless London serviceEN
- 05Baidu’s new AI simulator gives robotaxis a crash course in rare road hazardsEN
- 06Baidu’s Apollo World trains robotaxis on cyclists and dogs that never existed - Martin Cid MagazineEN
- 07Poweroad FLEX-261 series passes dual-standard large-scale fire testingEN
- 08Routes of Reasoning: Reading and Reshaping Test-Time Compute in MoE ModelsEN
- 09Readable Is Not Steerable: Pre-Registered Tests of Physical Structure in Learned Fluid RepresentationsEN
- 10London-based LO:TECH lands $12M Series A led by MMCEN
- 11Toyota & Waymo Advance Autonomous Driving Collaboration for Safer Streets and Freedom of Movement for AllEN
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- 17Ukrainian startup, GomSpace test satellite for future communications networkEN
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